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Szenenapplaus im ZDF Nach Nizza-Krawallen: Union-Manager Ruhnert nimmt FC-Fans in Schutz

Sven Voss und Oliver Ruhnert (Union) sprechen über die Ausschreitungen rund um den 1. FC Köln in Nizza.

Moderator Sven Voss (l.) und Oliver Ruhnert am 10. September 2022 im Aktuellen Sportstudio des ZDF. 

Das Aktuelle Sportstudio im ZDF: Am Samstagabend war Union Berlins Manager Oliver Ruhnert zu Gast. Vor dem Spiel beim 1. FC Köln ging es auch um die Nizza-Ausschreitungen.

Am Sonntagnachmittag (11. September 2022) muss der 1. FC Köln die schrecklichen Szenen aus Nizza abschütteln. Um 15.30 Uhr geht es im Rhein-Energie-Stadion gegen Union Berlin (DAZN und im Liveticker bei EXPRESS.de).

Vor dem Spiel war Union-Manager Oliver Ruhnert im Aktuellen Sportstudio des ZDF. Er fand deutliche Worte zu den Ausschreitungen und sprach auch über den erfolgreichen Weg der Berliner, der für Köln Vorbild sein kann. Das ZDF zeigte in einem Video-Einspieler den erschütterten FC-Coach Steffen Baumgart nach den Krawall-Szenen in Nizza.

Oliver Ruhnert: „Das sind für mich Gewalttäter und Idioten“

ZDF-Moderator Sven Voss will wissen: Gibt es einen Nachholbedarf nach Corona bei den gewaltbereiten Fans? Ruhnert holt aus und findet klare Worte: „Ich nenne sie nicht so. Muss ich klar sagen. Man tut den Fans auch unrecht, wenn man sagt: gewaltbereite FC-Fans. Nein, ich glaube der FC-Fan, der in Nizza mit so vielen tausenden da war, einfach sich ganz vernünftig artikuliert hat und sich einfach nur über das Comeback im Europapokal gefreut hat – man tut dem jetzt unrecht. Die anderen sind für mich keine Fans. Das sind für mich Gewalttäter und Idioten, die haben im Fußball nichts verloren.“

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Trotzdem droht dem FC nun eine Strafe, sie könnte auch die große Mehrheit der „guten“ Fans treffen. Ruhnert findet das bedauerlich: „Leider ist es so: Es ist eine Kollektivstrafe am Ende.“ Die Verbände könnten da auch immer schwer unterscheiden. „Es ist ein Problem, was wir nicht nur im Fußball haben“, so Ruhnert.

Dass sich Vereine noch intensiver mit solchen Gewalttätern beschäftigen müssen, schließt Ruhnert aus: „Mit wem willst Du den Dialog führen? Die Fanszenen sind überhaupt nicht die Ansprechpartner, die stehen da ja nicht stellvertretend für. Mein Kölner Kollege Christian Keller hat es ja gesagt: Er will diese Menschen gar nicht mehr im Stadion sehen, schon gar nicht im eigenen, weil er sie gar nicht als Fans sieht. Ich bin da solidarisch, er hat da die volle Unterstützung. Das ist ein gesellschaftliches Problem, denn da sind Menschen, die wirklich nirgendwo was verloren haben und schon gar nicht im Fußballstadion.“ Im Studio gab es lauten Beifall für Ruhnerts klare Worte.

Union Berlin kann gegen den 1. FC Köln Tabellenführer werden

Über Sport wurde zuvor aber auch gesprochen. Union kann mit einem Sieg in Köln Tabellenführer werden. Ruhnert will das nicht zu hoch hängen: „Alles gut, wir wissen, wo wir herkommen und auch wie wir die Spiele bestreiten müssen, um immer wieder erfolgreich zu sein.“ Der Union-Weg kann dabei nur Vorbild für den 1. FC Köln sein.

Seit 2018 ist Urs Fischer der Coach. Ruhnert sagt: „Zumindest scheint es so, dass Kontinuität nicht unbedingt der schlechteste Weg ist. Das hat sich bei einigen Vereinen bewahrheitet. Aber machen wir uns nichts vor: Fußball ist ein Tagesgeschäft. Wenn Du zu viele Spiele verlierst, fängt ein Verein an, sich Gedanken zu machen. Da gehört es dazu, Optionen abzuwägen.“

Doch aktuell geht der Union-Weg nur nach oben: Aufstieg, Klassenerhalt, Conference League, Europa League, jetzt träumen einige schon von der Champions League? Ruhnert dazu: „Träumen darf man ja immer, aber logisch planen kann man das eigentlich nicht. Das ist schon manchmal wie im Märchen. Man hofft, dass man nicht aufwacht, weil die letzten Jahre wirklich ungewöhnlich sind. Wie sich der Verein entwickelt hat, ist außergewöhnlich.“

Auch Fans und Umfeld sind für Ruhnert ein Erfolgsgarant: „Der Hauptgrund für den Erfolg neben dem Trainer, sind unsere Fans und die Menschen drumherum. Wenn du in der Alten Försterei bist, wenn du dieses Feeling dort verspürst, wenn man die Menschen dort erlebt, wie dankbar sie sind, wie sie das annehmen, wie sie diese Zeit genießen – und auch nach langen Jahren der Entbehrung stolz sind, der neueste Klub in der Bundesliga zu sein. Das ist für mich einer der Hauptgründe. Und Kontinuität eben nicht nur bei handelnden Personen, sondern auch im Drumherum, mit dem Präsidium.“

Dabei muss Union ähnliche Probleme wie der FC oder der SC Freiburg lösen: Immer wieder müssen Spieler abgegeben werden. „Das ist eben auch so, dass es größere Klubs gibt. Es bringt uns nichts, da hinterherzutrauern. Wir müssen immer wieder nach vorne schauen. Wir haben trotzdem eine Mannschaft, die top funktioniert. Wir bringen jedes Jahr wieder neue Spieler in der Mannschaft nach oben. Wir haben immer einen Plan B.“

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