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„Deshalb habe ich so gejubelt“HSV-Abgang berichtet von Horror-Jahr

Ex-HSV-Profi Ransford Königsdörffer am Ball

Copyright: Florian Wiegand/dpa

Spielte in der vergangenen Saison noch beim Hamburger SV, bevor es im Sommer nach Mainz ging: Ransford Königsdörffer

Bei seiner Rückkehr ins Hamburger Volksparkstadion jubelte Ransford Königsdörffer im Mainz-Trikot mit wilden Gesten. Jetzt erklärt er seine Gründe.

Der Bundesliga-Profi Ransford Königsdörffer hat seinen umstrittenen Torjubel beim 5:0-Erfolg seines neuen Klubs FSV Mainz 05 beim Hamburger SV mit Beleidigungen aus seiner Zeit als HSV-Spieler begründet.

„Ich hatte zuvor ein wenig überlegt, ob ich es wirklich machen soll. Ich wollte es auch davon abhängig machen, ob gegen mich gepfiffen wird“, sagte der ghanaische Fußball-Nationalspieler im Interview mit der „Allgemeine Zeitung“ aus Mainz.

Königsdörffer: „Ich bin ein Jahr lang durchgehend beleidigt worden“

Hauptgrund sei aber gewesen, „dass ich ein Jahr lang wöchentlich bis täglich Nachrichten erhalten habe, in denen mir der Tod gewünscht wurde oder jede denkbare Verletzung“, erklärte er weiter.

Es seien rassistische Beleidigungen dabei gewesen, „Beleidigungen gegen meinen Cousin, der gestorben ist, gegen meine Eltern. Das war dann einfach auch eine Reaktion darauf.“ Die Beleidigungen seien alle über Social Media gekommen.

Königsdörffer hatte am vergangenen Sonntag bei seiner Rückkehr ins Volksparkstadion den Treffer zum 5:0-Endstand erzielt und anschließend provokant Richtung HSV-Fans gejubelt. Bei seiner Einwechselung in der 68. Minute hatte es schon Pfiffe gegen ihn gegeben.

„Vielleicht gibt es auch andere Mittel, das zu lösen“, sagte der 24-Jährige über seine Gesten. „Aber ich glaube, dass die Leute, die so etwas schreiben, es einfach nicht anders verstehen – und deshalb habe ich auf diese Art und Weise gejubelt.“

Keine Aktion gegen Ultras, Vereinsführung oder Mannschaft

Der Stürmer betonte, seine Aktion sei weder gegen die Nordtribüne mit den Ultras noch gegen irgendjemand aus der Vereinsführung, vom Staff oder von den Spielern gemeint.

„Denn die habe ich alle sehr gern. Ich habe auch schon öfter erwähnt, dass ich mich sehr wohlgefühlt habe beim HSV“, meinte der gebürtige Berliner. „Aber ich bin ein Jahr lang durchgehend beleidigt worden und wollte einfach zum Ausdruck bringen, dass ich mir das nicht gefallen lasse.“

Königsdörffer war im Sommer nach vier Jahren in Hamburg ablösefrei nach Mainz gewechselt. Er war 2025 am Aufstieg maßgeblich beteiligt und half mit, dass der HSV in der vergangenen Saison in der Liga blieb. Vor dem Spiel am vergangenen Sonntag hatte er noch ein Abschiedsgeschenk vom HSV erhalten.

Als Hintergrund für die Anfeindungen mancher Fans dürfte der Transfersommer im Jahr 2025 gelten. Königsdörffer stand damals kurz vor einem millionenschweren Wechsel zu OGC Nizza, fiel jedoch durch den Medizincheck. Dass er weiter Wechselabsichten hegte und den Verein letztlich im Sommer 2026 ablösefrei verließ, frustrierte offenbar so manchen HSV-Fan. (red/dpa)

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