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Kölns 8,5-Millionen-RätselKessler findet ehrliche Worte

Rav van den Berg vor dem Spiel gegen Hoffenheim.

Copyright: Herbert Bucco

Ein inzwischen vertrautes Bild: Rav van den Berg sitzt beim 1. FC Köln auf der Bank. 

Rav van den Berg kam für viel Geld und als großes Versprechen zum 1. FC Köln. Doch bislang konnte sich der Niederländer noch nicht durchsetzen. Thomas Kessler versucht, die Situation des Verteidigers einzuordnen.

Er wirft beim 1. FC Köln aktuell die größten Fragezeichen auf. Rav van den Berg (22) kam vergangenen Sommer für 8,5 Millionen Euro als unumstrittener Königstransfer aus England. Nach etwas über einem Jahr herrscht Ernüchterung.

Seine Debütsaison in der Bundesliga war allenfalls durchwachsen und in der neuen Spielzeit spielt er unter René Wagner noch gar keine Rolle. Der Niederländer saß sowohl im Pokal als auch bei den ersten beiden Ligapartien 90 Minuten auf der Bank. Kölns 8,5-Millionen-Euro-Rätsel!

Kessler mit ehrlichen Worten zu van den Berg

Es liegt auf der Hand, dass es immer wieder in der Entwicklung passieren kann, dass jemand den Standort wechselt und nicht sofort Fuß fasst“, sagte Thomas Kessler bei „E Levve lang – der Talk zum FC“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger.

Der Kölner Sportboss bewertete die Situation seines Schützlings offen und ehrlich. Er bezeichnete van den Bergs erstes Jahr in Köln als „durchwachsen“, hatte dafür aber auch eine Erklärung parat: „Es waren lange Verhandlungen mit Middlesbrough. Die haben den vier Wochen lang kalt gestellt und nur im Kraftraum trainieren lassen. Er hatt also keine Vorbereitung und als er voll im Saft stand, hat er sich schwer verletzt.“

In der Tat war es kein einfaches Jahr für den Abwehrspieler, umso größer waren die Hoffnungen auf die neue Spielzeit. Doch nach der Vorbereitung herrscht erneut Ernüchterung.

Van den Berg konnte nicht nachhaltig von sich überzeugen und startete in die Saison als Nummer vier in der Abwehr-Hierarchie. Das hatten sich Klub und Spieler sicher anders vorgestellt. „Ein Spieler, der so viel kostet, sollte im besten Fall auch spielen“, gibt Kessler zu.

Doch die Konkurrenz macht es aktuell besser. Lochoshvili, der gegen Stuttgart einen rabenschwarzen Tag erwischte und Simpson-Pusey haben sich das verdient und sind derzeit gesetzt. „Ich muss in der Kaderplanung natürlich mehr als zwei spielfähige Innenverteidiger haben. Wir haben vier, denen ich allen zutraue, dass sie spielen können“, heizt Kessler den Konkurrenzkampf an.

Zwischen den Zeilen wird aber deutlich, dass der Sportboss deutlich mehr von van den Berg erwartet. Bereits vergangene Saison ließen sowohl Kwasniok als auch Wagner durchblicken, dass sie nicht immer einverstanden waren mit den Trainingsleistungen.

Jetzt liegt es am Spieler, sich durchzubeißen. Kessler hat dir Hoffnung auf jeden Fall noch nicht aufgegeben, dass sein Königstransfer noch mit Verspätung zündet. „Ich versuche, Spieler zu verpflichten, denen ich zutraue, uns nach vorne zu bringen. Es wäre aber nicht der erste Spieler in der Geschichte des Fußballs, der erst im zweiten oder vielleicht im dritten Jahr tatsächlich den Sprung gemacht hat.“

Tom Krauß (1. FC Köln) am 29. August 2026 beim Heimsieg gegen Hoffenheim mit den Kollegen Luka Lochoshvili (l.) und Paul Okon-Engstler (r.)
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