Der Poker um Nick Woltemade war in diesem Sommer wohl die heißeste Transfer-Saga. Sein unerwarteter Abgang bringt jetzt besonders einen Verantwortlichen auf die Palme.
„Jeder wird verstehen ...“Frust über Woltemade-Deal
29.08.2025, 16:29
Nach seiner starken U21-EM in der Slowakei war Nick Woltemade (23) in aller Munde. Besonders der FC Bayern München hatte großes Interesse am 1,98-Meter-Mann bekundet, der bis zuletzt beim VfB Stuttgart unter Vertrag stand.
Die Verhandlungen liefen aus Sicht des Rekordmeisters nicht wie erhofft, zogen sich wie Kaugummi. Die Vereine kamen über den Sommer einfach nicht auf einen Nenner, während Woltemade mit den Bayern schon über Vertragsdetails einig gewesen sein soll.
VfB Stuttgart: Hoeneß sauer wegen Woltemade-Deal
Die Verantwortlichen des VfB forderten von den Bayern immer mehr als geboten wurde, bis der Deal schließlich platzte – auch aufgrund des von Uli Hoeneß (73) erteilten Transfer-Stopps.
Am Donnerstagabend wurde dann aus dem Nichts bekannt, dass Woltemade auf die Insel zu Newcastle United wechselt – und das nur drei Tage vor dem Ende des Transferfensters. Der späte Verkauf sorgt bei VfB-Trainer Sebastian Hoeneß (43) für Unverständnis.
Den finanziellen Nutzen des Abgangs von Woltemade, der für 90 (!) Millionen Euro (inklusive Boni) wechselt, kann Hoeneß verstehen, dennoch ist er sichtlich unglücklich darüber. Am Freitagmittag machte Hoeneß seinem Ärger Luft und sprach von unterschiedlichen Interessen zwischen Trainer und Verantwortlichen.
„Natürlich gibt es dort ein Spannungsfeld, das ist okay, das ist normal. Die Verantwortung für das Sportliche liegt in erster Linie beim Trainer. Aus unserer Sicht – das ist auch nicht so schwer zu verstehen – ist er ein herber Verlust für uns. Vor allem in der Annahme, dass er bleibt. Es gibt aber auch eine finanzielle Situation. Das sind Dinge, die ein Stück weit zu dem Geschäft gehören“, sagt Hoeneß.
Durch den späten Abschied des schlaksigen Stürmers kommt der VfB jetzt in die Bredouille, drei Tage vor Transfer-Stopp eine Alternative zu finden. Dafür habe man noch Zeit, aber nicht mehr so viel Zeit, schilderte der Stuttgart-Trainer.
Der Frust war ihm anzumerken. „Im Sommer letzten Jahres hatten wir uns ein paar Dinge vorgenommen, die wir umsetzen wollten. Ich muss ganz deutlich sagen: Bevor Nick transferiert wurde, ist es uns noch nicht ganz gelungen, diese Dinge umzusetzen. Jeder wird verstehen, dass es sich mit dem Abgang von Nick verschärft hat“, so der VfB-Coach über die aus seiner Sicht alles andere als ideale Situation im Kader.
Christoph Freund, Sportdirektor des FCB, äußerte sich ebenfalls zum anstehenden Woltemade-Verkauf: „Es sagt etwas Grundsätzliches aus, wenn man sieht, wie viele Top-Spieler in den letzten zwölf Monaten von der Bundesliga in die Premier League gewechselt sind – und auch, welche Summen da fließen.“
„Newcastle ist ein guter Verein, war aber in den letzten Jahren nicht in der obersten Kategorie. Das ist schon extrem“, zeigt er die finanziellen Unterschiede zwischen Premier League- und Bundesliga-Klubs auf.
Dass im Premier-League-Kosmos völlig andere Summen aufgerufen und auch gezahlt werden, hat man in diesem Sommer bereits an den Bundesliga-Abgängen von Florian Wirtz (22) und Hugo Ekitiké (23) gesehen. Wirtz wurde für 125 (!) Millionen Euro und Ekitiké für 95 (!) Millionen Euro von seinem Ex-Verein losgeeist.