Irre Bundesliga-Premiere Ex-Ultra neuer Hertha-Präsident – Erfolgs-Boss ohne Chance

Kay Bernstein bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung von Hertha BSC am Rednerpult.

Kay Bernstein, hier bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung von Hertha BSC am Sonntag (26. Juni 2022), ist neuer Präsident des Bundesliga-Klubs.

Ein früherer Ultra ist neuer Präsident bei Hertha BSC. Das ehemalige Mitglied der aktiven Fanszene wurde als Nachfolger von Werner Gegenbauer ins höchste Amt beim Bundesliga-Klub gewählt.

Mit einer echten Überraschung hat Hertha BSC die Weichen für die Zukunft gestellt. Auf die lange Amtszeit von Werner Gegenbauer (72) als Präsident der Berliner folgt mit Kay Bernstein (41) jetzt ein ehemaliger Ultra aus der aktiven Fanszene!

Der Sprung von der Kurve in die Chef-Etage ist für die gesamte Bundesliga ein echter Hammer. Zumal Bernstein in der Vergangenheit gleich dreimal mit einem Stadionverbot belegt worden war.

Hertha BSC: Kay Bernstein neuer Präsident

Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung am Sonntag (26. Juni 2022) erhielt er 1670 Stimmen von den insgesamt 3040 stimmberechtigten Mitgliedern.

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Bernstein setzte sich damit gegen seinen schärfsten Rivalen, den CDU-Politiker Frank Steffel (1280 Ja-Stimmen), sowie Außenseiter Marvin Brumme (26 Ja-Stimmen) durch. „Unsere Alte Dame liegt auf der Intensivstation. Jetzt können wir sie von innen ganzheitlich heilen und gesund machen“, sagte Bernstein nach seiner Wahl.

Bei der Verkündung brach riesiger Jubel aus. „Wir brauchen einen ehrlichen, wirklichen Neustart“, hatte er zuvor gesagt. Schon nach Bernsteins Rede hatte es langen Applaus und Standing Ovations gegeben. 

Gegenkandidat Steffel hatte deutlich mehr Führungserfahrung vorzuweisen, ist seit 2005 Präsident des Handball-Erfolgsklubs Berliner Füchse. Allerdings hatte er bei der aktiven Fan-Szene einen schweren Stand, entschuldigte sich vor der Wahl für seine Ultra-Kritik bei einer Bundestags-Rede von 2017: „Es tut mir leid, dass ich da nicht differenziert habe.“

Steffel hätte sich den Wechsel zum Fußball vorstellen können und nach dann 17 Jahren sein Amt bei den Füchsen aufgegeben. Der Verein war unter seiner Leitung in die Bundesliga-Spitze aufgestiegen und hatte mehrere nationale und internationale Pokalsiege gefeiert. Steffel hatte vor allem mit seinem großen Netzwerk innerhalb der Hauptstadt geworben.

Hertha BSC: Viele Herausforderungen für Kay Bernstein

Bernstein dagegen soll nun eine Annäherung der Berliner an ihre Anhängerschaft bewerkstelligen. Durch zahlreiche Skandale und missglückte Höhenflüge war der „Big City Club“ über Jahre kaum aus den Negativ-Schlagzeile herausgekommen.

Der neue Präsident muss sich vor allem auch um das komplizierte Verhältnis von Hertha BSC zu Investor Lars Windhorst (45) kümmern, der zuvor einen öffentlichen Zwist mit Vorgänger Gegenbauer ausgetragen hatte.

Nach der späten Bundesliga-Rettung in der Relegation hatten sich sowohl Sport-Boss Fredi Bobic (50) als auch Interims-Coach Felix Magath (68) besorgt über die Zustände bei der Alten Dame geäußert. (bc)

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