Bundesliga-Auftakt Hertha erlebt Derby-Debakel – Hamann fordert gestrichenen Profi zurück

Sandro Schwarz gibt bei seinem Bundesliga-Comeback im Spiel von Hertha BSC bei Union Berlin am Spielfeldrand lautstarke Anweisungen.

Sandro Schwarz verzweifelte bei seinem Bundesliga-Comeback im Spiel von Hertha BSC bei Union Berlin am Spielfeldrand.

Hertha BSC kommt auch unter Trainer Sandro Schwarz nur schwer in die Gänge. Nach dem Aus im DFB-Pokal bei Eintracht Braunschweig gab es zum Bundesliga-Start ein schmerzhaftes 1:3 im Derby bei Union Berlin.

Neuer Trainer, alte Probleme bei Hertha BSC: Auch unter Coach Sandro Schwarz (43) haben die Berliner den Auftakt in die neue Spielzeit vergeigt, setzten nach dem Pokal-Aus bei Eintracht Braunschweig mit der Derby-Pleite bei Union Berlin (3:1) noch eins drauf.

An der Alten Försterei fällte Hauptstadt-Konkurrent Union das zarte Hoffnungs-Pflänzchen bei Hertha BSC mit einem souveränen Auftritt schon wieder und unterstrich seine Vorherrschaft in Berlin mit dem vierten Derby-Sieg in Serie.

Hertha BSC: Vierte Derby-Pleite in Folge gegen Union Berlin

Vier Monate nach dem 1:4 beim jüngsten Derby-Debakel, bei dem die Hertha-Profis von einigen Fans zum Niederlegen der eigenen Trikots genötigt worden waren, blieb trotz neuem Coach und dem erhofften Wandel auf sportlicher und institutioneller Ebene eine Revanche gegen den Stadtrivalen komplett aus.

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Stattdessen bestimmte Union mit einem klaren Chancenplus das Spiel, jubelte nach einer halben Stunde erstmals dank Neuzugang Jordan Siebatcheu. Nach dem Seitenwechsel sorgten Sheraldo Becker (50.) und Robin Knoche (54.) mit einem Doppelschlag für die frühe Entscheidung. Dodi Lukebakio gelang spät im Spiel lediglich noch Ergebnis-Kosmetik (85.)

Mit einem Dreierwechsel versuchte Schwarz gleich nach dem 0:3, sein Bundesliga-Comeback nach dem Abstecher zu Spartak Moskau noch zu retten. Zu diesem Zeitpunkt lag das Chancen-Verhältnis bei 16:2 für die Eisernen. Die zeigten in der Folge zwar Gnade mit ihren überforderten Gästen, ließen hinten aber bis auf den Ehrentreffer nichts mehr anbrennen.

Der neue Kapitän Marvin Plattenhardt appellierte im Sky-Interview nach Abpfiff an die Grundtugenden, forderte: „Wir müssen bei uns im Offensiven noch einen Zahn zulegen, dass wir auch mehr Torchancen bekommen.“ Dennoch habe die Mannschaft „in der Vorbereitung einen Schritt nach vorne gemacht“, der Blick auf die nächsten Aufgaben Frankfurt, Gladbach und Dortmund bereite daher keine Angst: „Wir freuen uns“.

Hertha BSC gegen Union Berlin chancenlos

In der abschließenden halben Stunde zeigte die veränderte Hertha-Elf immerhin den Willen, noch einmal etwas am Ergebnis drehen zu können – ein Fortschritt im Vergleich zu dunklen Vorjahres-Erinnerungen. So rettete sich die Alte Dame vor einer kompletten Derby-Schmach.

Dennoch wurde den Blau-Weißen ein weiteres Mal schmerzlich vorgeführt, welche sportliche Lücke auch weiterhin zwischen Köpenick und Westend klafft. Denn während Hertha in nahezu allen Bereichen wollte, aber nicht konnte, zeigte sich Union wie gewohnt im Stile einer extrem schwer zu bespielenden Bundesliga-Mannschaft.

Für die kommenden Aufgaben forderte Sky-Experte Dietmar Hamann (48) die Rückkehr des vor der Saison entmachteten und vor dem Spiel aus dem Kader gestrichenen Ex-Kapitäns Dedryck Boyata (31). „Ich wäre geneigt, ihn zurückzubringen“, erklärte der Ex-Nationalspieler mit Blick auf die Defensiv-Defizite der Hertha: „Du brauchst Spieler, die andere mitziehen“.

Die „Vorfreude auf den Saisonstart“, die Sandro Schwarz vor dem Spiel noch hervorgehoben hatte, ist im westlichen Teil Berlins schon wieder der Ernüchterung gewichen. Lokalrivale Union geht derweil mit viel Rückenwind in seine zweite Europa-Saison in Folge.

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