„Nationalmannschaft ist immer“ Flick zieht die Zügel an: Hausaufgaben für die WM-Fahrer

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler spricht mit Bundestrainer Hansi Flick auf der Tribüne.

Bundestrainer Hansi Flick unterhält sich mit Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler am Rande des Spiels in Berlin am 7. November 2021.

Mit einem bislang einmaligen Spezialprogramm will Hansi Flick die Fußball-Nationalmannschaft fit machen für den Angriff auf den WM-Titel 2022.

Wolfsburg. Feiern, siegen, dann wird es ernst. Das letzte Treffen der Nationalmannschaft in diesem Jahr wird von der Verabschiedung vieler langjähriger Mitarbeiter und vor allem von Ex-Bundestrainer Joachim Löw (61) überstrahlt. Sportlich geht es „nur“ um den Ausbau des Startrekords. Doch Hansi Flick (56) ist mit den Gedanken schon ein paar Monate weiter.

Nach der bereits im Oktober beim 4:0 in Nordmazedonien geglückten WM-Qualifikation versammelt der Bundestrainer seinen Kader am Montagabend (8. November 2021) in Wolfsburg. Bis um 19.30 Uhr müssen die Spieler im Ritz Carlton Hotel in der Autostadt eintreffen. „Wir wollen 27 Punkte, die wir erreichen können, die wollen wir holen und uns mit zwei Siegen verabschieden. Das ist der Fokus“, sagte Flick.

Natürlich ist der Dreier gegen Liechtenstein am Donnerstag (20.45 Uhr, RTL) fest eingeplant. Damit würde Hansi Flick mit dem sechsten Sieg im sechsten Spiel einen Startrekord als Bundestrainer aufstellen. Drei Tage später endet das Länderspiel-Jahr mit dem Duell in Armenien. Aussagekraft für die WM in Katar haben diese Duelle alle nicht. Und die nächsten Testspiele stehen erst im März 2022 an.

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Ab Januar gibt Hansi Flick den Spielern „Hausaufgaben“

Daher startet Flick ab Januar ein Projekt zur individuellen Arbeit mit den Profis. „Uns ist es wichtig, dass die Spieler, auch wenn wir nicht zusammen bei der Nationalmannschaft sind, daran arbeiten, was wir ihnen individuell vorgegeben haben. Etwa am taktischen Verständnis oder am Thema Standardsituationen. Das läuft auch über Gruppencoaching, mal online, aber auch mal so, dass die Spieler das nach Absprache mit den Vereinstrainern vor Ort in ihren Klubs umsetzen“, sagte er der FAZ.

Flick verspricht sich von der Maßnahme eine weitere Professionalisierung. „Es ist elementar, dass wir für die wichtigste Mannschaft des Landes in allen Details und Bereichen optimale Voraussetzungen schaffen“, sagte er: „Von Bayern München kenne ich das nicht anders.“ Das Spezialprogramm soll den potenziellen WM-Fahrern eins verdeutlichen: „Nationalmannschaft ist immer, das ganze Jahr, nicht nur die 14 Tage, die man bei einzelnen Maßnahmen zusammen ist oder während der Turniere“, sagt der Bundestrainer.

Das Team wird dazu in drei Gruppen eingeteilt: Abwehr, Zentrum, Sturm. Diese werden von Flick sowie seinen Co-Trainern Marcus Sorg (55) und Danny Röhl (32) begleitet. „Wir werden rotieren, sodass jeder von uns mal mit jedem Spieler gearbeitet hat“, betonte der Bundestrainer. Es könne auch vorkommen, dass der neue Standard-Coach Mads Buttgereit (36) „dem einen oder anderen ein paar Hausaufgaben gibt“.

Hansi Flick: Nationalspieler werden in drei Gruppen eingeteilt

Probleme mit den Vereinstrainern erwartet der frühere Erfolgstrainer von Bayern München wegen des Projekts nicht. „Wenn ich die ersten Monate resümiere, dann hat sich gezeigt, dass die Vereinstrainer und wir DFB-Trainer grundsätzlich gleich ticken und die Spieler ähnlich bewerten“, meinte Flick. Für die Spieler sei es wichtig zu wissen, „dass sich ihr Vereinstrainer mit den Trainern der Nationalmannschaft austauscht“.

Dafür verzichtet der Bundestrainer auch in der Bundesliga-Pause vom 24. Januar bis 3. Februar 2022 auf einen Lehrgang mit seinen WM-Kandidaten. „Für viele Spieler, die international spielen, war die Belastung sehr hoch. Deswegen glaube ich auch, tut dem einen oder anderen, weil die Winterpause auch nicht allzu lang ist, ein Durchatmen ganz gut“.

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