Holger Stanislawski wagte den Weg von der Bundesliga-Trainerbank ins Chefbüro eines Hamburger Supermarkts. Zwischenzeitlich stand aber noch einmal die Rückkehr in Aussicht.
Seit 2014 Supermarkt-ChefEx-FC-Trainer Stanislawski stand kurz vor Bundesliga-Comeback

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Holger Stanislawski (r.) und Alexander Laas im Juni 2014 im gemeinsamen Rewe-Supermarkt in Hamburg.
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Einen ungewöhnlicheren Karriere-Verlauf kann in der Geschichte des 1. FC Köln wohl kein Trainer vorweisen: Drei Vereine betreute Holger Stanislawski (56) im deutschen Profi-Fußball, nach Stationen beim FC St. Pauli, der TSG Hoffenheim und dem FC ging es zu Rewe.
In seiner Heimatstadt Hamburg eröffnete Stanislawski ein Jahr nach dem Abschied aus Köln einen Rewe-Markt im Stadtteil Winterhude. Einen Fußball-Job hat er seitdem nicht mehr angenommen, einmal war er allerdings noch mal ganz nah an einer Bundesliga-Rückkehr dran.
Ex-Nationalspieler musste für Stanislawski einspringen
In einem Interview mit „Transfermarkt.de“ sprach Berater Marc Kosicke am Freitag (13. Februar 2026) über seine kurioseste Trainer-Vermittlung, bei der Stanislawski eine entscheidende Rolle spielte.
Bereits drei Jahre nach seinem FC-Abgang, als viele den Supermarkt-Inhaber im Profi-Fußball schon gar nicht mehr als Option auf dem Schirm hatten, hätte eine Anfrage des damaligen Erstligisten Darmstadt 98 Stanislawski beinahe überzeugt.
„Der Klub wollte eigentlich Holger Stanislawski, der damals zu meinen Klienten zählte. Nach langem Hin und Herr sagte Stani am 23. Dezember ab“, erinnerte sich Kosicke an die Verhandlungen kurz vor den Weihnachtstagen im Jahr 2016.
Zwei Jahre zuvor hatte Stanislawski rund um die Eröffnung seiner Rewe-Filiale gegenüber „Bild“ erklärt: „Natürlich gibt es die Möglichkeit, dass ich nichts mehr im Fußball mache.“ Gleichzeitig hielt er sich auch die Rückkehr offen, sagte: „Ich werde immer Inhaber des Ladens sein, würde aber aus der Geschäftsführung ausscheiden.“
Dass der spätere ZDF-Experte Darmstadt auf den letzten Drücker doch noch abblitzen ließ, setzte Berater Kosicke unter Druck. Der empfahl Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch (64) kurzerhand seinen Sauna-Kumpel Torsten Frings (49). Der Ex-Nationalspieler hatte damals zwar noch nie einen Cheftrainer-Posten inne, dafür aber eine Lilie auf dem Arm tätowiert.
Die flapsige Referenz überzeugte Fritsch tatsächlich. Kosicke bekam grünes Licht, informierte Frings telefonisch auf dem Aachener Weihnachtsmarkt und ordnete ihm umgehend ein Glühwein-Verbot an. Für den Folgetag beorderte er Frings zu Gesprächen nach Darmstadt, wo der ehemalige Mittelfeldspieler sich trotz des späteren Abstiegs rund ein Jahr lang im Amt halten konnte.


