Internationale Karriere beendet Jetzt verteilt Schiri Brych Seitenhieb gegen Ex-Kollegen Gräfe

Felix Brych zeigt mit der Hand an, zu warten

Felix Brych, hier am 6. Juli 2021 im EM-Halbfinale Italien gegen Spanien, beendete seine internationale Schiedsrichterkarriere.

Felix Brych hat seine internationale Schiedsrichterkarriere beendet. Im Nachhinein kritisierte er indirekt noch seinen Ex-Kollegen Manuel Gräfe.

Frankfurt. Schiedsrichter Felix Brych (45) beendet seine internationale Karriere. Das hatte der Münchner Referee am Mittwoch (14. Juli 2021) verkündet. Doch als wäre das nicht schon Knall genug, ließ er es danach noch lauter krachen: Indirekt kritisierte er seinen deutschen Kollegen Manuel Gräfe (47) durchaus hart!

Felix Brych kritisiert Manuel Gräfe indirekt

Felix Brych pfiff eine überragende EM 2021, wurde von der UEFA ganze fünfmal eingesetzt – EM-Rekord! Umso überraschender kam sein Rücktritt trotz der Altersgrenze von 45 Jahren (in der Bundesliga liegt sie bei 47), bei der die UEFA in letzter Zeit aber häufiger Ausnahmen verteilt hatte.

Überraschend waren am Donnerstag die indirekten Vorwürfe gegen seinen früheren Bundesliga-Kollegen Manuel Gräfe. Brych, sonst in der Öffentlichkeit eher zurückhaltend, kritisierte Gräfe für dessen Rolle in der Debatte um die Altersgrenze in der Bundesliga – doch ohne dabei einen Namen zu nennen.

Manuel Gräfe sprach bei Altersgrenze für Schiedsrichter von Diskriminierung

„Im Rahmen dieser Diskussion wurde auch massiv gegen Werte verstoßen, die einen Top-Schiedsrichter ausmachen. Ein Top-Schiedsrichter wird nämlich nur dann aktiv, wenn es erforderlich ist“, sagte Brych dem „Kicker“: „Er drückt einer Sache oder einem Spiel nicht seinen eigenen Stempel auf.“

Schiedsrichter Manuel Gräfe bei einem Spiel

Schiedsrichter Manuel Gräfe, hier am 10. Mai 2021, musste seine Bundesliga-Karriere aufgrund der Altersgrenze beenden.

Gräfe hat im Anschluss an den wochenlangen Streit um seinen „vorzeitigen Ruhestand“ nach dem Ende der vergangenen Saison den DFB verklagt, weil er die Schiedsrichter-Altersgrenze von 47 Jahren als diskriminierend ansieht. Dafür wurde der Berliner sowohl gelobt als auch gescholten.

Felix Brych: „Ich glaube nicht, dass ich diese Leistung international wiederholen kann“

Nur Lob erhielt Brych von Gräfe-Gegenspieler Lutz Michael Fröhlich. „Felix ist der Schiedsrichter mit den meisten Spielen in der Champions League, hat an fünf großen Turnieren der FIFA oder UEFA teilgenommen, dabei auch ein Finale der Champions League geleitet“, sagte der deutsche Schiedsrichter-Chef: „Viele seiner Spiele, zu denen er im Laufe seiner Karriere nominiert wurde, waren sehr brisant und schwierig zu leiten. Mit seinem tollen Auftritt bei der EM rundet Felix seine außergewöhnlich erfolgreiche internationale Schiedsrichterkarriere ab.“

Dass Brych sich auf dem Zenit verabschiedet, spricht für ihn. „Man benötigt über Wochen eine spezielle Form an Motivation und Fokus, um ein solch großes Turnier erfolgreich zu bestreiten“, äußerte der Jurist, der als erster Referee fünf Partien bei einer EM-Endrunde leiten durfte: „Ich glaube nicht, dass ich diese Leistung international wiederholen kann. Deswegen werde ich kein weiteres Turnier mehr pfeifen und meine internationale Karriere zum Jahreswechsel hin beenden.“

In der Bundesliga will Brych die beiden Spielzeiten bis zum Erreichen der Altersgrenze noch absolvieren – und genießen: „Ein großes, erfolgreiches internationales Turnier hat mir in meiner Karriere noch gefehlt. Jetzt fühlt sich meine Laufbahn vollkommen an.“ (tsc/sid)

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