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Freiburgs Final-AlbtraumAston Villas Trainer Emery ist der Europa-League-Spezialist

Trainer Unai Emery

Copyright: Andrew Yates/CSM via ZUMA Press Wire/dpa

Viermal gewann Unai Emery die Europa League. Nun peilt der Trainer mit Aston Villa den fünften Coup an. (Archivbild)

Aston Villa im Finale: Holt Trainer-Held Emery den Titel?

In Birmingham ist Unai Emery schon jetzt eine Ikone. Nahe des Villa Parks ehrt ihn eine riesige Wandmalerei an einer Hausfassade, die den Coach jubelnd darstellt. Womöglich erhält Emery bald eine weitere Ehrung. Am Mittwoch könnte der Spanier seinen Heldenstatus in der früheren Industriestadt festigen – mit einem Triumph im Europa-League-Finale gegen den SC Freiburg.

Zum ersten Mal seit 44 Jahren absolviert Aston Villa ein europäisches Endspiel. Der Traditionsverein siegte 1982 im Europapokal der Landesmeister. Wenn man von zwei Siegen im weniger bedeutenden Ligapokal während der 90er-Jahre absieht, war dies der letzte Pokalgewinn für Aston Villa. Die Saison wird aber bereits jetzt als großer Erfolg gewertet, unabhängig davon, ob die Trophäe nach Birmingham kommt.

Vom Abstiegskandidaten zum Spitzenteam

Seit seiner Ankunft vor dreieinhalb Jahren hat Emery einen Club am Rande des Abstiegs zu einer europäischen Top-Mannschaft entwickelt. In der Premier League schien es eine kurze Zeit sogar möglich, dass Aston Villa um den Titel mitspielt. Nach einem schwierigen Beginn mit fünf sieglosen Begegnungen triumphierte die Mannschaft um Stürmerstar Ollie Watkins unter anderem über Manchester City, Emerys ehemaligen Club Arsenal, Man United und Chelsea.

Jedoch mangelte es an Beständigkeit – in der zweiten Saisonhälfte zeigte Villa Schwächen. Bei der 0:2-Heimniederlage gegen Tottenham reagierte das Publikum mit Buhrufen und Pfiffen, was auch die gestiegenen Erwartungen in Birmingham verdeutlicht. Die Aussöhnung gelang im letzten Heimspiel mit einem beeindruckenden 4:2 über den FC Liverpool. Dadurch sicherte sich Villa die Teilnahme an der Königsklasse. Vor dem letzten Spieltag steht das Team auf dem vierten Platz hinter Arsenal und den Vereinen aus Manchester.

«Diese Leistung ist wirklich fantastisch. Europa, Champions League, 62 Punkte, heute der Test gegen Liverpool», äußerte sich Emery begeistert im Interview mit dem Vereinssender Villa TV. Dadurch sei eine Last von seiner Mannschaft genommen worden, die sich auch durch das Endspiel für die Champions League hätte qualifizieren können. «Jetzt können wir im Finale befreit auftreten und (nur) um die Trophäe spielen.»

Emery, der Europa-League-Experte, will den fünften Titel

In diesem Bereich ist Emery ein absoluter Fachmann. Der Spanier, dem die englische Sprache bis heute einige Mühe bereitet und der deshalb in Gesprächen zuweilen schwer verständlich ist, wird als Spezialist für die Europa League angesehen. Als Coach des FC Sevilla holte er den Pokal dreimal nacheinander – 2014, 2015 und 2016 – und schaffte es 2021 mit dem FC Villareal erneut.

Der Marsch ins Finale war beeindruckend. Aston Villa erlitt in 14 Begegnungen lediglich zwei Niederlagen und entschied die übrigen zwölf Partien für sich. Die europäischen Spielabende wurden zu wahren Feiern – ein 4:0 gegen Bologna und ein 4:0 gegen den Ligakonkurrenten Nottingham Forest, womit Emerys Team die Reise zum Finale nach Istanbul sicherstellte.

Königlicher Beistand vom Thronfolger

Es ist durchaus wahrscheinlich, dass am Mittwoch im Besiktas-Stadion auch Prinz William mitfiebern wird. Der Thronfolger Großbritanniens ist seit seiner Jugend ein leidenschaftlicher Aston-Villa-Anhänger. Nach dem überzeugenden Halbfinalsieg in der Europa League gegen Nottingham Forest (4:0) wurde William auf der Tribüne gesichtet, wie er ausgelassen zu Neil Diamonds Klassiker „Sweet Caroline“ tanzte. Im Anschluss soll er mit den Spielern und dem Trainerteam in der Umkleide gefeiert haben.

William besucht die Spiele regelmäßig, äußert sich offen zu seinem emotionalen Stress als Anhänger und nimmt inzwischen auch seinen ältesten Sohn, Prinz George, gelegentlich mit ins Stadion. Der royale Zuspruch wird als wesentlicher Bestandteil der modernen Identität von Villa betrachtet. William ist der bekannteste Botschafter des 151 Jahre alten Vereins, der zurzeit nicht die internationale Ausstrahlung von Liverpool, Arsenal oder Man City besitzt. Das könnte sich aber bald ändern. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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