„Voraussetzungen nicht schlecht“Bundesliga-Aufsteiger hat dank Klopp jetzt DFB-Traum

Ein Abend zerstörte fast alles. Torwart Loris Karius spricht offen über den Moment, der ihn zerbrach – und warum ausgerechnet Jürgen Klopp jetzt seine größte Hoffnung ist.

Der eine Abend, der seine Welt auf den Kopf stellte. Für Loris Karius wurde das Champions-League-Endspiel 2018 mit dem FC Liverpool gegen Real Madrid zur Katastrophe. Der Schlussmann, heute 33 Jahre alt, machte entscheidende Fehler, sein Team unterlag.

Ein Augenblick, der seine Laufbahn komplett entgleisen ließ. „Bis zu diesem Zeitpunkt war meine Karriere steil bergauf gegangen, dann stürzte ich plötzlich ab – bis ganz nach unten“, gibt der Keeper zu.

Neue DFB-Chance? Karius hofft auf seinen Ex-Trainer Klopp

Die mentalen Wunden waren tief. Karius legt offen, wie stark ihn dieser Rückschlag psychisch belastete: „Es war extrem hart, auch weil ich damals, mit Mitte zwanzig, noch nicht so gefestigt war wie heute.“

Er macht ein erschütterndes Bekenntnis: „Und ganz ehrlich: In dieser Zeit habe ich meine Liebe zum Fußball verloren. Ich wollte nicht mehr trainieren, ich wollte nicht mehr spielen.“ Das tägliche Leben geriet zur Tortur; sein Ziel war es nur noch, den Tag halbwegs unbeschadet zu meistern. Das berichtet „Sport1“.

Aber nun, einige Zeit danach, keimt neue Zuversicht auf. Diese ist mit einem Namen verbunden: Jürgen Klopp. Als frischer Bundestrainer sorgt er für Bewegung im Nationalkader und erwähnte, 57 Akteure auf seiner Liste zu haben. Für Karius, der das Tor des FC Schalke 04 hütet, könnte das eine neue Möglichkeit sein.

„Ich weiß nicht, was er plant. Aber ich spiele jetzt mit Schalke in der Bundesliga – die Voraussetzungen sind nicht schlecht“, äußerte er sich im Gespräch mit der WAZ. Seine Überzeugung ist klar: „Wenn ich Top-Leistungen bringe, kann ich vielleicht ein Kandidat werden.“

Die Rückkehr war ein hartes Stück Arbeit. Auf das Endspiel folgten diverse Leihstationen, darunter die Spielzeit 2020/2021 bei Union Berlin. Aber erst sein Transfer zu Schalke im Januar 2025 brachte die Wende und er schaffte mit den Königsblauen den Aufstieg in die Bundesliga. Der Wettbewerb um den Platz im Nationaltor ist mit Konkurrenten wie Oliver Baumann, Alexander Nübel, Jonas Urbig und Noah Atubolu jedoch enorm.

Die Ironie der Geschichte: Gerade Klopp, unter dessen Leitung er die dunkelste Stunde seiner Laufbahn durchmachte, könnte ihm jetzt den Weg zurück ins DFB-Team ebnen. Es war ebenjener Trainer, der ihn 2016 vom 1. FSV Mainz 05 zu Liverpool lotste und zum Stammtorhüter beförderte – ehe jene Nacht kam, die alles auf den Kopf stellte. (red)

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