Am Sonntag sprach der neue Innenverteidiger Luka Lochoshvili vor den Kölner Journalisten. Im Trainingslager in St. Johann (Tirol) erklärte er, wofür er verpflichtet wurde.
Vorfreude auf Bayerns KaneNeu beim FC: „Locho“ weiß, wie er Köln helfen kann

Vor dem Interview-Termin kam FC-Betreuer Frank Almstedt (61) auf Neuzugang Luka Lochoshvili (28) zu und fragte lachend, ob er ihn begleiten und unterstützen solle. Lochoshvilli lachte und meinte, dass er nur die Sonnenbrille von Almstedt gebrauchen könnte.
Damit hätte der 1,92 Meter große und 84 Kilogramm schwere Modellathlet noch gefährlicher ausgesehen. Die Brille blieb jedenfalls beim FC-Betreuer, als Lochoshvili vor die Kameras trat. Und eins wurde auch schnell klar: Auf dem Platz ist der Innenverteidiger ein knallharter Profi, abseits ist er sympathisch und humorvoll. Nur bei seinen Spitznamen „Locho“ versteht er wenig Spaß. Er will, dass er „Lotscho“ ausgesprochen wird. Nicht mit dem typisch deutschen harten „ch“ wie etwa bei Rodler Felix Loch (37).
Lochoshvili von der FC-Idee voll überzeugt
Für das Fachmagazin „Kicker“ war der Georgier der beste Innenverteidiger in der Rückrunde der 2. Liga. Beim 1. FC Nürnberg überzeugte „Locho“ in der vergangenen Saison mit fünf Toren in 33 Zweitliga-Partien. 61 Prozent seiner Zweikämpfe hat er in allen Wettbewerben gewonnen. Sein Topspeed lag bei beachtlichen 34,35 km/h. Zudem kamen 87 Prozent seiner Pässe an.
Mit diesen Werten verdiente sich Lochoshvili das Prädikat „herausragend“! In Köln waren sie bereit, den Georgier für etwas über vier Millionen Euro zu verpflichten. Warum, ist bisher in jedem Training und in seinem Testspieleinsatz zu sehen. Er traf nach einer Ecke per Kopf gegen Bergisch Gladbach und geht mit Einsatz voran.
Seine ersten Tage beim FC machen ihn jedenfalls glücklich: „Ich bin froh, für diesen großen Klub zu spielen, es fühlt sich alles gut an. Wir helfen einander, alle Spieler und der Staff sind sehr freundlich.“
Neben seinen Qualitäten als harter Verteidiger, setzen die Kölner Verantwortlichen um Sportchef Thomas Kessler (40) und Trainer René Wagner (38) auch auf die Mentalität des Profis. Er soll der Mannschaft eine Note geben, die es zuletzt nicht gab. „Locho“ weiß, was er der Mannschaft geben kann: „Ich kann Mentalität auf und abseits des Platzes reinbringen. Und auch eine gewisse Körperlichkeit. Das ist eine Stärke meines Spiels. Ich hoffe, ich kann der Mannschaft damit helfen.“
Über die Gespräche mit den FC-Verantwortlichen verriet er: „Wir haben lange gesprochen, sie wollten mich schon länger, es gab also mehrere Gespräche. Dann habe ich mich für Köln entschieden und ich denke, es ist eine gute Wahl, weil die Struktur und die Idee gut zu mir passen.“
Der Georgier wurde auch als Anführer geholt. „Ich hoffe, dass ich mit meinen Leistungen auf dem Platz überzeugen kann, um dann auch als Führungsspieler voranzugehen. Ich bin kein aggressiver Junge, der sinnlos rumbrüllt. Aber ich habe international gespielt und kann so auch den jungen Spielern im Team helfen. Ich will jedoch nicht der einzige sein, der spricht, sondern werde meinen Teil dazu beitragen. Ich freue mich drauf.“
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Für Georgien hat der 28-Jährige 32 Länderspiele absolviert. Als Profi war er schon in Georgien, der Ukraine, der Slowakei, in Österreich, Italien und Deutschland aktiv. All die Erfahrung will er nun in Köln einbringen.
Und auch Tore schießen. In der vergangenen Saison gab es keinen Treffer eines Kölner Verteidigers. Vor allem bei Standards soll Lochoshvili im gegnerischen Strafraum auch eine Waffe sein. Er schmunzelt nach seinem ersten Testspieltreffer für den FC: „Ich hoffe, dass ich weiter treffen werde. Ich versuche jedenfalls mein Bestes.“
In der Bundesliga freut sich der Profi aber besonders auf die Defensivarbeit. Gegenspieler wie Harry Kane möchte er dann möglichst kaltstellen. „Darauf freue ich mich sehr. Das ist eine große Gelegenheit für mich. Ich habe schon gegen einige gute Stürmer gespielt und ich mag es, immer bessere und stärkere Gegner zu haben. Das sind gute Erfahrungen und das gibt mir ein gutes Gefühl. Also ich bin wirklich froh, jetzt mit dem 1. FC Köln in der Bundesliga zu spielen.“

