Fortuna Köln erwischt im Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden einen gebrauchten Abend. Ausgerechnet ein ehemaliger Mitspieler von Lukas Podolski bringt die Gäste früh auf die Siegerstraße.
Letzte Saison noch Poldi-KollegeTorschütze beschert Fortuna Köln bittere Pleite

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Fortuna Köln verliert gegen Wehen Wiesbaden.
Für Fortuna Köln stand am sechsten Spieltag ein Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden auf dem Programm. Die Gäste aus Hessen waren dabei zunächst schwer einzuschätzen: Das Schlusslicht hatte erst zwei Tage vor der Partie Cheftrainer Andreas Zimmermann freigestellt.
Nach fünf Spieltagen hatte Wiesbaden lediglich zwei Punkte gesammelt und wartete als einziges Team der Liga noch auf den ersten Saisonsieg. Der Aufsteiger aus Köln ging dagegen als Tabellen-13. in die Partie und hatte bereits sieben Punkte auf dem Konto. Zuletzt holte die Fortuna am vergangenen Wochenende ein 2:2-Unentschieden gegen die zweite Mannschaft der TSG Hoffenheim.
Überzahl reicht nicht aus
Frank Steinmetz übernahm bei den Wiesbadenern interimsweise das Traineramt. Beim bislang letzten Aufeinandertreffen beider Mannschaften hatte die Fortuna im Kölner Südstadion am 4. November 2018 eine deutliche 0:7-Niederlage kassiert.
Auch diesmal erwischten die Kölner keinen guten Start. Wiesbaden begann dominant und belohnte sich in der 11. Minute mit der Führung. Rechtsverteidiger Ben Nink bediente Roberto Massimo, der den Ball mit dem rechten Außenrist gefühlvoll ins linke Eck setzte.
Für Massimo war es der erste Treffer in der 3. Liga. In der vergangenen Saison hatte der Offensivspieler beim polnischen Erstligisten Gornik Zabrze gemeinsam mit Lukas Podolski gespielt. Zudem absolvierte er bereits 42 Bundesliga-Einsätze für den VfB Stuttgart.
In der 26. Minute kam auch die Fortuna zu ihrer ersten großen Möglichkeit. Adrian Stanilewicz nahm den Ball in der gefährlichen Zone volley und zwang den Wiesbadener Schlussmann zu einer starken Parade. Die anschließende Ecke brachte nichts ein. Insgesamt gelang es den Kölnern jedoch zunehmend, sich in der gegnerischen Hälfte festzusetzen.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte die Fortuna die nächste Gelegenheit zum Ausgleich. Bennit Bröger zog aus 16 Metern direkt ab, setzte seinen Schuss aber knapp über das Tor.
Nahezu im Gegenzug erhöhte Wehen Wiesbaden dann wie aus dem Nichts auf 2:0. Nach einer Flanke von der linken Seite konnte Nink den Ball nicht kontrollieren. Er landete vor den Füßen von Moritz Flotho, der halbhoch ins rechte Eck traf.
In den drei Minuten Nachspielzeit passierte anschließend nicht mehr viel. Die Fortuna ging mit einem 0:2-Rückstand in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Kölner jedoch deutlich wacher als noch zu Beginn der Partie.
Die Fortuna erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten, blieb im Abschluss aber glücklos. Ein Schuss von Romeo Aigbekaen ging links am Tor vorbei, einen Freistoß von Bennit Bröger faustete der Wiesbadener Torhüter über die Latte. Wenig später verfehlte erneut Aigbekaen mit einer Direktabnahme das Tor knapp auf der rechten Seite.
„Hatten heute nicht die individuelle Klasse“
In der 60. Minute schwächten sich die Gäste zudem selbst. Ayoub Chaikhoun sah wegen einer vermeintlichen Schwalbe seine zweite Gelbe Karte und musste den Platz verlassen. Schiedsrichter Timon Schulz traf damit eine Entscheidung, die bei Wiesbaden auf Unverständnis stieß.
Wehen Wiesbaden zog sich in der Folge weit zurück und verteidigte in Unterzahl. Die Partie wurde zunehmend zerfahren, während es den Kölnern nicht gelang, aus der Überzahl entscheidenden Profit zu schlagen. Größere Chancen blieben nun aus.
Auch in der Schlussphase fand die Fortuna kein Mittel mehr, um die kompakte Defensive der Gäste zu überwinden. Nach einer halben Stunde in Überzahl blieb es deshalb bei der 0:2-Niederlage.
Fortuna-Trainer Matthias Mink zeigte sich nach der Partie am Magenta-Mikrofon unzufrieden: „Wir hatten genug Situationen in der Box, genug Abschlüsse. Wir hatten heute nicht die individuelle Klasse, um die Tore zu machen, und das war der Knackpunkt.“ Insbesondere mit den Platz-Verhältnissen war Mink nicht einverstanden: „Der Platz ist eine Katastrophe. Das ist eine bodenlose Frechheit.“
Für die Fortuna geht es erst in mehr als einer Woche weiter. Am Freitag, 25. September, treten die Kölner auswärts beim TSV Havelse an. In der Tabelle liegt Fortuna Köln derzeit vor den Niedersachsen. Havelse steht aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz und hat bislang vier Punkte gesammelt.

