Köln schließt eine Unterkunft für 400 Geflüchtete am Kölner Südstadion. Experten warnen.
Ehemaliges FlüchtlingsheimKöln schließt Unterkunft am Südstadion

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Die Stadt Köln will die Flüchtlingsunterkunft am Südstadion schließen.
Köln verliert 400 Plätze für Schutzsuchende. Die Unterkunft in der Vorgebirgsstraße am Kölner Südstadion wird geschlossen. Damit gehen auf einen Schlag 400 Plätze verloren.
Und was passiert mit dem Gelände am Südstadion? Ab Anfang 2027 sollen hier zunächst die Fans des Fußballvereins Fortuna Köln parken. Später wird das Areal Teil des neuen Stadtquartiers Parkstadt Süd.
So ist die Lage der Geflüchteten in Köln
Dieser Schritt sorgt für Unruhe. Denn zusammen mit einem ehemaligen Autohaus in Rodenkirchen, das ebenfalls als Unterkunft wegfällt, schrumpfen die Reserven der Stadt bedenklich. Sozialdezernent Harald Rau schlägt Alarm: Sollte es zu einer neuen internationalen Krise kommen, könnte es für Köln eng werden.
Schon Anfang des Jahres warnte Rau, dass dann sogar wieder Turnhallen als Notunterkünfte herhalten müssten. Ein Szenario, das der Stadtsportbund Köln und der Kölner Flüchtlingsrat strikt ablehnen. Sie erinnern an die menschenunwürdigen Zustände in solchen Provisorien in der Vergangenheit.
Aktuell sind die Zahlen relativ stabil. Im Jahr 2025 waren zwischen 9100 und 9300 geflüchtete Menschen in städtischen Unterkünften, Hotels oder Wohnungen untergebracht. Laut Sozialdezernat hat sich diese Zahl seit September 2024 kaum verändert.
Die Stadt führt das auf verschärfte Grenzkontrollen und eine strengere Migrationspolitik zurück. Gleichzeitig werden aber kaum Plätze frei, weil viele Menschen auf dem angespannten Wohnungsmarkt keine eigene Bleibe finden. Unter den über 9000 Geflüchteten sind 3500 Menschen, die eigentlich ein Bleiberecht haben, aber in den städtischen Unterkünften festsitzen, um nicht obdachlos zu werden.
Familien, Kosten und scharfe Kritik
Die größte Gruppe der Geflüchteten in den städtischen Unterkünften kommt mit 21,44 Prozent aus der Ukraine, gefolgt von Menschen aus den Westbalkanländern mit 17,7 Prozent. Besonders relevant für die Stadt: Fast drei Viertel der Menschen leben als Familien zusammen, was die Unterbringung in Notlösungen erschwert.
Die Kosten für Unterbringung und Versorgung sind immens. 2025 gab die Stadt rund 98,65 Millionen Euro für die Unterbringung und 17,32 Millionen Euro für die Betreuung aus. Dem standen Einnahmen von etwa 51 Millionen Euro gegenüber.
Claus-Ulrich Prölß, Geschäftsführer des Kölner Flüchtlingsrats, kritisiert die Schließung. „Das ist eine kurzsichtige Politik, wenn man auf solche Ereignisse wie den Angriffskrieg auf die Ukraine nicht mehr reagieren kann“, sagt er. Man wisse aus den Jahren 2015 und 2016 genau, was passiere, wenn man sich nicht auf Krisen vorbereite. Auch damals habe die Stadt Köln wichtige Reserveplätze abgeschafft. (red)
