Der 1. FC Köln bestimmt seit Jahrzehnten die große Fußballerzählung der Stadt. Fortuna Köln blieb kleiner, schrieb aber mit Bundesliga-Aufstieg, Pokalfinale und Derbysiegen eigene Kapitel.
Fortuna KölnIm Schatten des FC – und doch mit eigener Geschichte

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1983 standen sich der große 1. FC Köln und die kleine Fortuna im DFB-Pokalfinale gegenüber.
Am 11. Juni 1983 trafen der 1. FC Köln und Fortuna Köln im DFB-Pokalfinale aufeinander. Das Spiel im Müngersdorfer Stadion war bis heute das einzige Endspiel dieses Wettbewerbs zwischen zwei Vereinen aus derselben Stadt.
Der FC gewann 1:0 durch Pierre Littbarski. Fortuna verlor den Titel. Dennoch bleibt die Partie ein Schlüsselspiel für das Verhältnis beider Klubs. Der große Verein der Stadt traf auf den kleineren Nachbarn aus der Südstadt. Der Bundesligist gewann knapp. Der Zweitligist zeigte, dass er auf dieser Bühne bestehen konnte.
Zwei Vereinsgründungen im Februar 1948
Die Geschichte von Fortuna Köln lässt sich nicht ohne den 1. FC Köln erzählen. Sie darf aber auch nicht auf den Vergleich mit dem großen Nachbarn reduziert werden. Fortuna hatte eine eigene Entwicklung, eigene sportliche Höhepunkte und ein eigenes Umfeld.
Fortuna Köln wurde am 21. Februar 1948 gegründet. Der 1. FC Köln entstand nur acht Tage zuvor. Beide Vereine gingen aus Zusammenschlüssen älterer Kölner Klubs hervor. In beiden Fällen stand die Idee dahinter, Kräfte zu bündeln und im Fußball der Nachkriegszeit eine stärkere Rolle zu spielen.
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Die Wege trennten sich schnell. Der 1. FC Köln wurde zu einem der prägenden deutschen Vereine der frühen Bundesliga-Jahre. Der FC gewann Meisterschaften und Pokaltitel und entwickelte sich zum Verein mit der größten öffentlichen Aufmerksamkeit in Köln.
Fortuna war zunächst in den unteren Klassen unterwegs. Der sportliche Aufstieg begann in den 1960er-Jahren und führte 1973 in die Bundesliga. Der Südstadtklub spielte damit für eine Saison in derselben Liga wie der FC.
Dauerhaft konnten beide Vereine diese Ebene nicht teilen. Fortuna stieg nach der Saison 1973/74 wieder ab. Danach wurde die 2. Bundesliga für 26 Jahre zum sportlichen Zuhause. Der FC blieb der Verein mit der größeren Reichweite und den größeren Möglichkeiten.
Das Verhältnis war damit klar, aber nicht bedeutungslos. Fortuna war kleiner. Sie war jedoch nicht unsichtbar.
Das Finale von 1983
Der Pokallauf 1982/83 brachte die beiden Vereine auf ungewöhnliche Weise zusammen. Fortuna hatte sich als Zweitligist bis ins Endspiel gearbeitet. Im Halbfinale besiegte die Mannschaft Borussia Dortmund im Südstadion mit 5:0. Der FC setzte sich auf der anderen Seite des Wettbewerbs ebenfalls durch.
Im Finale stand die Stadt im Mittelpunkt. Der FC ging als Favorit ins Spiel. Fortuna hatte aber bereits bewiesen, dass sie gegen Erstligisten gewinnen konnte.
Pierre Littbarski erzielte das einzige Tor. Der FC gewann den DFB-Pokal. Fortuna hatte selbst Chancen und wurde für ihre Leistung anerkannt. Der Südstadtklub blieb damit zwar ohne Titel, wurde aber nicht als klar unterlegener Außenseiter wahrgenommen.
Für Fortuna war dieses Spiel mehr als ein verlorenes Finale. Es war der Beleg, dass der Verein im Kölner Fußball nicht nur eine Nebenrolle spielen musste. Der FC gewann den Pokal. Fortuna gewann Sichtbarkeit und Anerkennung.
Zwei Derbyjahre in der Zweiten Liga
Die sportlich intensivste direkte Konkurrenz entstand Ende der 1990er-Jahre. In der Saison 1998/99 spielten Fortuna und der 1. FC Köln gemeinsam in der 2. Bundesliga.
Fortuna gewann beide Derbys. Die Ergebnisse im Müngersdorfer Stadion lauteten 3:0 und 4:2 für den Südstadtklub. Für die Fans waren diese Siege außergewöhnlich. Der kleinere Verein hatte den großen Nachbarn zweimal deutlich besiegt – und das im Stadion des FC.
Die Ergebnisse änderten die langfristige Ordnung im Kölner Fußball nicht. Der FC blieb der größere Verein. Für Fortuna waren die Derbys aber ein wichtiger Teil der eigenen Geschichte. Sie zeigten, dass sportliche Unterschiede in einem einzelnen Spiel verschwinden können.
Das letzte Pflichtspiel der beiden ersten Mannschaften fand am 9. April 2000 statt. Fortuna gewann 4:1. Macchambes Younga-Mouhani traf zweimal, Markus Schuler und Daniel Graf erzielten die weiteren Tore. Für den FC traf Christian Timm. FC-Verteidiger Carsten Cullmann sah die Rote Karte.
Das Spiel bekam im Rückblick eine besondere Note. Am Ende der Saison stieg der FC in die Bundesliga auf. Fortuna musste nach 26 Jahren in der 2. Bundesliga in die Regionalliga absteigen. Der klare Derbysieg war damit nicht der Anfang einer dauerhaften Verschiebung, sondern einer der letzten großen direkten Momente der Fortuna gegen den Nachbarn.
Zwei verschiedene Formen von Fußball in Köln
Der 1. FC Köln steht für die große Bühne: das große Stadion, eine sehr breite Anhängerschaft und eine bundesweite Wahrnehmung. Fortuna steht stärker für die Südstadt, das Südstadion und eine überschaubare, eng verbundene Umgebung.
Diese Unterschiede erklären, warum beide Vereine in Köln nebeneinander existieren konnten. Fortuna musste den FC nicht kopieren, um eine eigene Bedeutung zu haben. Der Verein gewann seine Identität gerade durch die Nähe zu einem bestimmten Teil der Stadt.
Das zeigt sich im Südstadion. Dort liegen Stadion, Trainingsplätze, Vereinsheim und Geschäftsstelle eng beieinander. Der Ort steht für kurze Wege und direkten Kontakt. Der FC steht für den Fußball, den Köln nach außen repräsentiert. Fortuna steht für einen Verein, der stärker im unmittelbaren Umfeld verankert ist.
Das bedeutet nicht, dass die Beziehung nur aus Gegensätzen besteht. Spieler, Trainer und Funktionäre wechselten im Lauf der Jahre zwischen den Klubs oder arbeiteten für beide Seiten. Hannes Linßen etwa spielte lange für Fortuna, trainierte den Verein und war später auch beim FC tätig.
Nicht nur der kleinere Nachbar
Fortuna Köln wurde oft im Schatten des 1. FC Köln beschrieben. Das trifft auf die Größe und die öffentliche Wahrnehmung zu. Es erklärt aber nicht die gesamte Geschichte.
Der Bundesliga-Aufstieg 1973, 26 Jahre 2. Bundesliga, das Pokalfinale von 1983 und die Derbysiege Ende der 1990er-Jahre stehen für eine eigenständige sportliche Vergangenheit. Fortuna hat ihre besonderen Spiele und ihre eigenen Erinnerungen.
Der FC bleibt der große Verein der Stadt. Fortuna bleibt der Verein aus der Südstadt. Gerade in dieser klaren Rollenverteilung liegt die besondere Geschichte des Kölner Fußballs.
Die Fortuna muss den Nachbarn nicht übertreffen, um Bedeutung zu haben. Ihre Geschichte zeigt, dass auch ein kleinerer Verein große Abende erleben und einen festen Platz in der Stadt behalten kann. (red)



