Trainer-Karriere stand auf der KippeFortuna-Coach Thioune enthüllt: „Eigentlich war es vorbei“

Fortuna Düsseldorfs Cheftrainer Daniel Thioune steht beim Spiel gegen die SV Elversberg im Stadion.

Fortuna Düsseldorfs Cheftrainer Daniel Thioune war am Samstag (10. Februar 2024) nach dem Heimspiel gegen die SV Elversberg zu Gast im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF.

Fortuna Düsseldorfs Cheftrainer Daniel Thioune war zum ersten Mal im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF zu Gast. Dabei verriet der Coach auch, dass seine Karriere einst auf der Kippe stand.

von Anton Kostudis (kos)

Es war ein besonderer Auftritt – mit einer etwas ärgerlichen Randnotiz: Zum ersten Mal war Fortuna Düsseldorfs Cheftrainer Daniel Thioune (49) am Samstagabend (10. Februar 2024) im „Aktuellen Sportstudio“ zu Gast.

Mit der Einladung zur ZDF-Kultsendung gehe für ihn ein „Kindheitstraum“ in Erfüllung, hatte der Fortuna-Coach im Vorfeld erklärt. Doch eine Sache dürfte Thioune am Samstagabend dann doch ordentlich gewurmt haben.

Fortuna Düsseldorf: Daniel Thioune im „Aktuellen Sportstudio“ zu Gast

Nur einige Stunden zuvor hatte Fortuna beim 1:1 gegen Aufsteiger Elversberg wichtige Punkte im Aufstiegskampf der zweiten Liga liegen lassen. Ärgerlich genug für die Rot-Weißen. Doch den richtig dicken Dämpfer gab's für Thioune und sein Team dann am späten Abend.

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Denn im „Aktuellen Sportstudio“ wurden auch die Halbfinal-Paarungen des DFB-Pokals gezogen. Um kurz vor Mitternacht beförderte Losfee Béla Réthy (67) mit der vierten und letzten Kugel schließlich die Fortuna aus dem Topf. Unmittelbar zuvor hatte die Kommentatoren-Legende das Bundesliga-Spitzenteam Bayer Leverkusen gezogen. Damit war klar: Nicht nur war der Traum vom ersten Pokal-Heimspiel seit mehr als vier Jahren geplatzt. Sondern obendrein stand auch noch der absolute Titelfavorit als Fortunas Halbfinal-Gegner fest.

„Es war unser Wunschlos“, kommentierte Thioune nach der Ziehung dann auch mit einem süffisanten Lächeln, wollte die Flinte aber nicht direkt ins Korn schmeißen: „Es sind 90 Minuten. Im Fußball ist alles möglich. Warum nicht?“ Dennoch ist klar: Für den großen Traum vom Endspiel im Berliner Olympiastadion braucht Fortuna Anfang April im Halbfinale ein mittelschweres Fußball-Wunder.

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Natürlich war aber nicht nur der Pokal Thema im „Aktuellen Sportstudio“. Im weiteren Verlauf der Sendung sprach Thioune mit Moderator Sven Voss (47) unter anderem auch über seinen Werdegang als Profi-Coach.

Daniel Thioune über Trainer-Karriere: „Eigentlich war es vorbei“

So verriet Thioune, dass seine Trainer-Karriere vor einigen Jahren fast gescheitert wäre. Im ersten Anlauf war der Ex-Profi und heutige Fortuna-Coach nämlich nicht zur Fußballlehrer-Ausbildung beim DFB zugelassen worden. „Eigentlich war es vorbei, zu dem Zeitpunkt. Im Fußball heißt es ja, dass, wenn eine Tür zugeht, eine andere aufgeht. In diesem Fall ging eine zu – und keine andere auf“, erinnerte sich Thioune.

Thioune plante daher um: Er begann ein Studium der Sport- und Erziehungswissenschaften, fasste eine Laufbahn als Lehrer ins Auge. „Um dann irgendwann vielleicht mal vor eine Klasse zu treten und ein wenig Unterricht zu vermitteln“, wie er erklärte. Doch dann die Wende: Thioune erhielt die Chance, bei seinem Ex-Verein VfL Osnabrück als Nachwuchstrainer zu arbeiten. „Und dann hat man mich schließlich auch zum Fußballlehrer zugelassen. Ich bin froh, dass ich es machen durfte.“ Im Jahr 2016 schloss Thioune den Lehrgang gemeinsam mit prominenten Kollegen wie dem heutigen Bundestrainer Julian Nagelsmann (36) und Hoffenheim-Coach Pellegrino Matarazzo (46) ab.

Voss und Thioune sprachen dann auch über die aktuellen Protest-Aktionen der Fans in vielen deutschen Stadien. Zahlreiche Partie waren zuletzt unterbrochen wurden, weil Anhängerinnen und Anhänger Tennis-Bälle und andere Gegenstände aufs Spielfeld geworfen hatten. Der Protest richtet sich gegen einen geplanten Investoren-Deal der DFL.

Thioune hat zu den Aktionen eine klare Meinung: „Für die Spieler ist es nicht zuträglich. Ich bin da ganz offen: Protest finde ich gut, das gehört zu meinem Demokratieverständnis. Die Frage ist dann nur: Gegen wen ist der Protest gerichtet? Und wem schadet er? Die Leidtragenden sind gerade die Spieler“, so der Düsseldorf-Tainer.

Thioune kann den Unmut der Fans aber auch nachvollziehen. „Auf der anderen Seite müssen diese Stimmen auch gehört werden. Wir müssen in den Dialog treten. Der Fußball gehört allen, er gehört den Menschen. Da müssen die Parteien einfach miteinander reden. Alle müssen dringend gemeinsam an einen Tisch“, forderte Fortunas Chefcoach.

„Aktuelles Sportstudio“: Daniel Thioune siegt beim Torwandschießen

Zum Abschluss stand für Thioune natürlich noch das traditionelle Torwandschießen im „Aktuellen Sportstudio“ auf dem Plan. Herausforderer war der Berliner Amateur-Kicker Paul Kurtenbach, der in der Hauptstadt in der Studenten-Liga einen sehenswerten Freistoßtreffer erzielt hatte – und sich nun mit dem Fortuna-Cheftrainer duellieren durfte.

Thioune begann – und verwandelte den ersten Versuch direkt rechts unten. Seine übrigen fünf Schüsse fanden jedoch nicht den Weg ins Ziel. Da Kurtenbach jedoch bei seinen sechs Versuchen komplett leer ausging, stand Thiounes Sieg am Ende fest.