DEB-Stars im ZDF-SportstudioKlasse Auftritt: Moritz Müller & Nico Sturm übertrumpfen Ansage von Podolski

Eishockey beim ZDF-Sportstudio mit Moritz Müller und Nico Sturm.

Moritz Müller, ZDF-Moderator Sven Voss und Nico Sturm (v.l.) im Aktuellen Sportstudio am Samstag, 6. Mai 2023. Die DEB-Stars zeigten, wie ein Bully funktioniert.

Eishockey-Premiere beim „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF: Der erste Spieler der Kölner Haie war am Samstagabend zu Gast.

von Uwe Bödeker (ubo)

Eishockey-Profi Moritz Müller (36, Kölner Haie) war mit Nationalmannschaftskollege Nico Sturm (28, San Jose Sharks) am Samstagabend, 6. Mai 2023, zu Gast beim aktuellen Sportstudio des ZDF.

Eine Woche vor dem Start in die Weltmeisterschaft in Finnland und Lettland sprach DEB-Kapitän Müller mit ZDF-Moderator Sven Voss (46) über seine elfte Teilnahme. Ob er immer noch genauso brennt, wie beim ersten Mal? Müller grinste: „Je älter ich werde, umso mehr weiß ich es zu schätzen. Ich brenne auf jeden Fall sehr drauf.“

Vor Eishockey-WM: Moritz Müller und Nico Sturm im ZDF-Sportstudio

Sturm, 2022 Stanley-Cup-Sieger mit Colorado Avalanche in der NHL, feiert dagegen Premiere bei der WM im Trikot des DEB. „Ich wurde gut aufgenommen, so Leute wie der Moritz, die machen das immer ganz gut. Ich habe die ersten zwei Wochen mit der Mannschaft sehr genossen, muss ich sagen.“

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Ein Aufnahmeritual musste Sturm nicht über sich ergehen lassen – kein Lied singen oder ein Tänzchen waren angesagt: „Das war eine ganz normale Begrüßung. Es gab dann am nächsten Tag schon Training und ein Testspiel – das ging alles ganz schnell.“

Müller witzelte dann Richtung Sturm: „Wir haben uns überlegt, ob er das mit dem Ständchen hier nachholen soll, aber nein.“ Der NHL-Star musste also glücklicherweise nicht vor dem ZDF-Publikum im „Aktuellen Sportstudio“ singen, stattdessen gab es von Müller noch eine warme verbale Dusche: „Nico ist ein sehr verdienter Spieler, wir sind alle sehr froh, dass er bei uns ist, bei der Nationalmannschaft. Solche Aufnahmerituale gibt es vielleicht noch bei den Vereinen, aber bei der Nationalmannschaft haben wir das nicht. Ich musste auch schonmal singen, aber nicht bei der Nationalmannschaft. Das ist aber schon sehr lange her.“

Sturm gab die Komplimente im Verlauf des Gesprächs zurück: „Moritz ist schon so lange die Identifikationsfigur bei der Nationalmanschaft, ein sehr angenehmer Teamkollege. Wir haben sehr viel Spaß beim DEB, da kommen alle sehr gerne hin.“

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Moritz sprach dann über seine Rolle als Kapitän und den Umbruch im DEB-Team: „Zu erstmal muss ich meine eigene Leistung bringen, vorangehen und die anderen so mitziehen. Und dann ist es immer eine Aufgabe, die vielen Jungs aus unterschiedlichen Vereinen zusammenzubringen, Brücken zu bauen. Wir wollen schnell als Mannschaft zusammenwachsen. Ich muss ein Gefühl dafür entwickeln, wo die Mannschaft gerade ist und das auch dem Trainer widerspiegeln.“

Der Bundestrainer heißt jetzt Harold Kreis (64). „Er ist ein sehr angenehmer Mensch, ein sehr fairer Trainer, auch gut in der Kommunikation. Wir haben eine gute Entwicklung hingelegt im deutschen Eishockey mit seinen Vorgängern Marco Sturm und Toni Söderholm. Wir wünschen uns jetzt natürlich, dass der Weg mit Harold Kreis so weiter geht“, so Müller.

WM-Ziel des DEB ist das Viertelfinale und die Qualifikation für Olympia 2026 in Italien (Mailand und Cortina d'Ampezzo) – sehr hohe Ziele. Müller weiß: „Richtig, das sind hohe Ziele, aber das ist auch etwas, was wir uns erarbeitet haben – an unseren Zielen gemessen zu werden. Man muss auch sagen: Das Viertelfinale bei einer WM zu erreichen, ist etwas sehr Schweres. Nur, weil wir das die letzten Jahre oft geschafft haben, ist das nichts Gegebenes. Das wird ein neuer Kampf.“

Moderator Voss kam dann auf seine einzigartige Karriere zu sprechen, mit über 1000 DEL-Spielen – alle für einen Klub, die Kölner Haie. Ob das von Anfang an der Plan war? Müller: „Ich kam als Junge zu den Haien und war froh, dort meine ersten Schritte machen zu dürfen. Da dachte ich noch nicht daran, dass es über 20 Jahre werden – das wäre auch vermessen gewesen, von Anfang an so zu planen. Für die NHL war ich nicht gut genug, aber es gab Angebote aus Deutschland. Doch wenn es so weit war, habe ich mich dann doch immer wieder für die Haie entschieden und etwas anderes abgelehnt.“

Sturm ging einen anderen Weg – er zunächst nicht gut genug für die DEL, ging dann nach Nordamerika. Dort spielte er auf dem College, in der 3. Liga und kämpfte sich hoch zum Stanley-Cup-Sieger. Sturm sagte: „Ich war mit 18 noch nicht so weit, dass ich in der höchsten Profi-Liga in Deutschland spielen konnte. Eishockey war dann auch nicht der primäre Grund, warum ich ins Ausland gegangen bin. Ich wollte für die Schulausbildung und die Uni unbedingt in die USA und Eishockey dabei weiter betreiben, später vielleicht Profi werden. Dann haben sich die Ziele mit jedem Jahr verschoben. Spätzünder, ist so mein Ding.“

Seine Mama rettete die Karriere mit 16 Jahren, als Sturm in Kaufbeuren aufhören wollte, weil er kaum spielte. Sie sagte ihm: „Mach die Saison noch zu Ende, dann kommt ein anderer Trainer.“ Sturm ist heute dankbar: „Es gibt immer Momente in einer Karriere, wo man die Unterstützung von außen braucht. Die habe ich, Gott sei Dank die ganze Zeit gehabt.“ Müller nickte: „Wir zwei sind aus ähnlichem Holz geschnitzt. Wir mussten uns den Weg ins Sportlerleben wirklich erarbeiten.“

Deutschland spielt nun bei der WM gegen Schweden (12. Mai), Finnland (13. Mai), USA (15. Mai), Dänemark (18. Mai.), Österreich (19. Mai), Ungarn (21. Mai) und Frankreich (23. Mai). Müller will gleich gut ins Turnier starten: „Wir wollen natürlich das erste Spiel gewinnen. Das ist eine starke Gruppe, die Spiele kommen Schlag auf Schlag, dann schauen wir mal. Wir können nur über die Mannschaft kommen als Deutschland.“

Am Dienstag (19.30 Uhr/Sport1 und MagentaSport) findet in München ein abschließender Test gegen das US-Team statt.

Bevor es an die Torwand ging gegen Fan Danny Blume, der als Hobbyfußballer den Start-Platz gewonnen hatte, demonstrierten Müller und Sturm noch einen Bully mit Eishockey-Schlägern und Puck.

Torwandschießen im „Aktuellen Sportstudio“: Eishockey-Stars mit zwei Treffern

Müller lachte vor dem Torwandschießen, weil sich Lukas Podolski (37) im Vorfeld gemeldet hat: „Der Poldi hat gesagt, wir schaffen einen und keinen mehr. Der weiß schon, warum.“

Müller zusammen mit Sturm (jeder hatte drei Schüsse) gegen den Fan (sechs Schüss). Müller verschoss die ersten beiden Versuche, Sturm traf dann unten. Danny Blume traf unten zweimal. Dann war oben dran: Sturm verwandelte einen von zwei Versuchen, Müller scheiterte knapp. Danny Blume versenkte seinen letzten Versuch zum 3:2-Sieg gegen Müller und Sturm. Immerhin: Die Eishockey-Stars haben einen Treffer mehr gelandet, als Poldi prophezeit hatte.