„Schiebt den Bayern die Schale in den Arsch“ Warum der Asamoah-Transfer zum Rekordmeister scheiterte

Gerald Asamoah steht im Schalke-Hoodie auf dem Platz.

Schalkes Teammanager Gerald Asamoah beim Spiel seiner Schalker gegen den SV Sandhausen am 27. November 2021.

Gerald Asamoah ist Schalker durch und durch. Ein Wechsel zu einem direkten Konkurrenten wäre für ihn nie infrage gekommen. Oder etwa doch? 2005 scheiterte ein Transfer aufgrund einer Kuriosität.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler Gerald Asamoah (43) ist bis heute eine Identifikationsfigur für die Fans des FC Schalke 04. Doch nun berichtete Asamoah, dass er im Jahr 2005 vor einem Wechsel zu einem der größten Konkurrenten seine Herzensklubs stand.

Wie der 43-fache Nationalspieler im Podcast „Phrasenmäher“ berichtet, hatte sich Uli Hoeneß (69), damaliger Manager des FC Bayern München, im Frühjahr 2005 bei seinem Berater gemeldet, um ein Gespräch über ein potenzielles Bayern-Engagement zu vereinbaren. Doch Hoeneß rief Tage später, nach der Einweihung der Münchner Allianz-Arena, wieder beim Berater des Schalke-Angreifers an und fragte verständnislos: „Hör mal, wie dumm ist der denn? Warum macht er das?“

Schalke-Spieler: „Schiebt den Bayern die Schale in den Arsch“

Was war zwischen den Telefonaten passiert? Hier die Chronologie: Am Samstag, 28. Mai 2005, spielte Schalke 04 im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München. Der Rekordmeister bezwang die Gelsenkirchener mit 2:1 und holte somit den Pott. Gefrustet fuhren die Schalke-Spieler nach dem Spiel wieder in Richtung Ruhrgebiet. Dabei grölten Gerald Asamoah und seine Teamkollegen verächtliche Bayern-Songs auf die Melodie des Beatles-Liedes „Yellow Submarine“.

Michael Ballack und Gerald Asamoah brüllen sich an. Im Hintergrund tummeln sich Frank Rost, Marcelo Bordon und Claudio Pizarro.

Schalkes Gerald Asamoah gerät beim Pokalfinale am 28. Mai 2005 in Berlin mit Michael Ballack von Bayern München aneinander.

Die „Bild“-Zeitung bekam dank TV-Aufzeichnungen Wind von den Schmäh-Gesängen und publizierte die Story drei Tage später (31. Mai 2005), am Tag der Einweihung der Allianz-Arena, bei der der FC Bayern gegen die deutsche Nationalmannschaft spielte. Das Problem: Das Blatt pickte sich ausgerechnet Asamoah aus dem Kreis der Sänger heraus – und rückte ihn in den Fokus der Story.

Bild schrieb damals: „Dann schnappt sich Asamoah, offensichtlich mit mehr Bier als Blut in den Adern, das Mikro. Vor laufenden TV-Kameras grölt Asamoah: ‚Schiebt den Bayern die Schale in den Arsch!‘ Viele Schalke-Fans waren begeistert, andere fanden den Auftritt einfach nur peinlich.“

Die Reporter fragten nach Sichtung der TV-Bilder direkt bei Asamoah nach, und dieser antwortete: „Wir haben mächtig gefeiert und getrunken. Da ist es doch normal, dass man für Stimmung sorgen will. Solche Lieder gibt es nun mal.“

Aus diesem Grund verbannte der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann (57) seinen Spieler Asamoah für die Partie in der neuen Münchner Arena auf die Tribüne, denn die anwesenden Bayern-Fans waren nicht gut auf den Schalker zu sprechen. „Er wollte die Stimmung ja nicht weiter aufheizen“, erklärte Asamoah Klinsmanns Entscheidung.

Anschließend rief Hoeneß bei Asamoahs Berater an und stellte die zuvor bereits erwähnte rhetorische Frage: „Hör mal, wie dumm ist der denn?“ Dadurch hatte sich ein möglicher Wechsel zum FCB zerschlagen. Für Asamoah kein Problem: „Am Ende war es gut, dass ich auf Schalke geblieben bin.“

Gerald Asamoah über Huub Stevens: „Der hasst mich“

Dabei hatte seine Zeit auf Schalke gar nicht so prickelnd angefangen. Asamoah über die ersten Monate bei Schalke Ende der 1990er-Jahre unter Trainer Huub Stevens (68): „Ich dachte am Anfang: Der mag mich gar nicht, der hasst mich. Nach meinem ersten halben Jahr auf Schalke wollte ich schon weg.“ Nun sieht er seinen Ex-Trainer aber in einem ganz anderen Licht: „Huub ist für mich wie eine Vaterfigur gewesen. Er hat mich gemacht, wie ich jetzt bin.“

Bereits als Stevens den Klub 2002 Richtung Berlin verließ, hatte sich Asamoahs Gefühlswelt um 180 Grad gedreht: „Ich habe ihm nachgeweint, weil ich gemerkt habe, dass ich jemanden verloren habe, der mir sehr, sehr viel gegeben hat.“

Asamoah hielt S04 lange die Treue, blieb letztlich elf Jahre am Stück. Für die Profis gelangen ihm in 381 Pflichtspielen 64 Tore und 45 Assists. Nach kurzen Gastspielen beim FC St. Pauli und bei Greuther Fürth kehrte er zurück zu seinem Herzensklub und kickte dort noch von 2013 bis 2015 in der zweiten Mannschaft. Seitdem war er beim Verein schon in unterschiedlichen Funktionen angestellt.

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