Ganz neuer Bayern-ZoffSchon wieder Unruhe: Trainer schießt nach scharfer Kritik öffentlich zurück

Thomas Tuchel und Fitnesstrainer Holger Broich beim FC Bayern auf dem Trainerplatz.

Thomas Tuchel (l.) und Fitnesstrainer Holger Broich am 6. September 2023 beim FC Bayern auf dem Trainerplatz.

Geht beim FC Bayern nach Thomas Tuchel der nächste Trainer? Die Zukunft von Fitness-Coach Holger Broich ist offen, dessen öffentlicher Gegenschlag nach scharfer Kritik nährt Abgangs-Gerüchte.

von Béla Csányi (bc)

Geht dieser Rekordmeister-Plan endlich auf? Der FC Bayern will die Sommerpause nutzen, die abgelaufene Horror-Saison abzuschütteln und mit Vincent Kompany (38) womöglich sogar eine neue Ära einzuleiten.

Das leidige Trainer-Thema nach der titellosen Saison ist mit dem Belgier abgehakt, diverse Brandherde gibt es an der Säbener Straße aber weiterhin. Und die sind immer wieder auch hausgemacht.

Holger Broich verteidigt sich nach Kritik an Bayern-Problemzone

Für neue Schlagzeilen sorgte am Mittwoch (12. Juni 2024) etwa Fitnesstrainer Holger Broich (49). Nach vielfacher Kritik aus den vergangenen Monaten brach er sein Schweigen und schoss im „Kicker“ gegen viele Vorwürfe zurück.

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Dass er die gesamte Saison über zahlreiche Verletzte zu beklagen hatte und immer wieder in seinen personellen Planungen durch muskuläre Beschwerden seiner Stars ausgebremst wurde, hatte Thomas Tuchel (50) auch bei öffentlichen Auftritten mehrfach an den Rand der Verzweiflung gebracht.

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Die Karriere des Vincent Kompany

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Auch etliche Experten zeigten immer wieder mit dem Finger auf das Team hinter dem Team – nahmen dabei medizinische Abteilung und die Fitness-Crew der Bayern in die Verantwortung, legten dabei sogar personelle Konsequenzen nahe.

Broich, seit inzwischen zehn Jahren in leitender Position im Staff der Münchner unter diversen Cheftrainern tätig, schildert jetzt seine Version der Lage bei den Bayern. Und dabei spart er nicht mit scharfen Worten.

„Wir haben in diesem Jahr keine gute Leistung gebracht und hatten zu viele Verletzte. Aber sich jetzt einen Mann herauszupicken und auf ihn mit dem Finger zu zeigen, finde ich sehr enttäuschend“, sagte Broich, der in Köln an der Sporthochschule studiert hat: „Wo ist die Frage nach der Verantwortlichkeit des gesamten Teams, der Trainer, der Ärzte, der Physios? Jetzt alles an meinem Namen festzumachen, finde ich sehr enttäuschend. Das ist üble Nachrede.“

Rückendeckung für seine Sicht der Dinge erhielt Broich von zwei Bayern-Legenden: Der frühere Trainer Jupp Heynckes (79) und der langjährige Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (81) lobten dessen Arbeit ausdrücklich und betonten, dass seine Qualität außer Frage stehe.

Ob sich davon auch Kompany überzeugen kann, ist laut „Bild“ komplett offen. Schließlich stehe der Verbleib des Fitness-Chefs über den 30. Juni hinaus in den Sternen. Neben den zunehmenden Spannungen, die jetzt auch öffentlich ausgebreitet werden, nährt auch das angebliche Interesse des neuen Barca-Trainers Hansi Flick (59) Zweifel an einer elften Broich-Saison an der Säbener Straße.