Hoeneß-Fabrik belagert Aktivisten sorgen am 70. Geburtstag des Ex-Bayern-Präsidenten für Wirbel

Uli Hoeneß wendet auf einem Grill kleine Nürnberger Würstchen.

Uli Hoeneß legt selbst Hand an: Am 1. Dezember 2009 brät er Würstchen aus seiner eigenen Fabrik.

Uli Hoeneß teilt selbst gerne aus, muss aber auch häufig einstecken. Nun belagerten Aktivisten seine Nürnberger Wurstfabrik. Der Hintergrund: Eine umstrittene Aussage von Hoeneß.

Am Mittwochmorgen (5. Januar 2022) haben Aktivisten die Nürnberger Wurstfabrik des ehemaligen Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß (70) belagert und deren Zufahrt blockiert. Bei den beteiligten Personen soll es sich um Mitglieder der Gruppen „Extinction Rebellion“ und „Animal Rebellion“ gehandelt haben.

Anlässlich des 70. Geburtstag der Bayern-Legende versammelten sich etwa 40 Personenen unangemeldet vor dem Gelände der HoWe Wurstwaren KG und versperrten den Zugang mithilfe von Stahlkonstruktionen. 

Transparent: „Uli Hoeneß Nimmersatt wurstet uns die Erde platt“

„Uli Hoeneß Nimmersatt wurstet uns die Erde platt“ und „Geschlossen wegen Umweltzerstörung und Tierquälerei“ war unter anderem auf den Plakaten und Transparenten der Demonstranten zu lesen. Hoeneß lässt seit 1985 in der Fabrik in der Nürnberger Regenstraße seine Fleischwaren herstellen, hat sich aus dem operativen Geschäft aber mittlerweile zurückgezogen und die Aufgaben an seinen Sohn Florian Hoeneß übertragen. Täglich werden dort vier Millionen Nürnberger Rostbratwürstchen produziert.

Auf ihrer Homepage schreibt die Umweltschutzbewegung Extinction Rebellion: „Wir fahren mit Vollgas in die Katastrophe. Verlust der Artenvielfalt. Missernten. Sozialer und ökologischer Zusammenbruch. Globales Artensterben. Klimakollaps. Uns läuft die Zeit davon und unsere Regierung hat versagt, zu handeln.“ 

Die Devise der Aktivisten lautet daher: „Es wird Zeit, dagegen zu rebellieren! Friedlich, gewaltfrei und ungehorsam!“

Uli Hoeneß lästerte über vegan lebende Menschen

Doch warum richtet sich der Protest der beiden Organistationen ausgerechnet gegen die Person Uli Hoeneß? Der Hintergrund: Bayerns Ehrenpräsident hatte im vergangenen Jahr spitze Bemerkungen in Richtung von Veganerinnen und Veganern gemacht: „Vegetarisch akzeptiere ich noch ein bisschen, vegan aber gar nicht, weil die Menschen nur krank werden.“

„Wir wenden keine Gewalt, sondern Kreativität an und respektieren alle Menschen. Wir schließen niemanden aus und begegnen Passant:innen mit Herzlichkeit“, betont Extinction Rebellion auf seiner Internetpräsenz und distanziert sich damit von jeder Art der Militanz.

Interessant: Genau einen Tag zuvor, am 4. Januar 2021, erzählte Hoeneß in Bezug auf das Coronavirus in einem Interview mit der „Zeit“, dass er „ziemlich militant werden“ könne, „wenn jemand sich nicht impfen lässt“. (jm)

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