Jonas Urbig steht beim FC Bayern vor seinem sechsten Einsatz in der Champions League. Für Lothar Matthäus ist die Zukunft für den Ex-Kölner klar. Auch eine mögliche WM-Nominierung dürfte Thema werden.
Weltmeister fordert WM-BerufungMatthäus legt sich bei Urbig-Zukunft fest
Autor
Wenn der FC Bayern am Dienstagabend (10. März, 21 Uhr) im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Atalanta Bergamo antritt, hütet Jonas Urbig (22) einmal mehr das Tor des deutschen Rekordmeisters.
Der frühere FC-Profi soll den wieder einmal verletzten Manuel Neuer (39) vertreten, der sich gegen Gladbach einen Muskelfaserriss zugezogen hat. Bemerkenswert: Für Urbig ist es bereits das sechste Champions-League-Spiel seiner noch so jungen Bayern-Karriere!
Lothar Matthäus plädiert für gezielte Neuer-Schonung
Dass der 22-Jährige wohl zur richtigen Zeit auf sich aufmerksam macht, zeigt auch eine Einschätzung von Ex-Nationaltorhüter Roman Weidenfeller. Im „Sport1-Doppelpass“ nannte der Weltmeister von 2014 seine drei Kandidaten für den WM-Kader: Baumann, Nübel – und Urbig.
Eine WM-Nominierung gilt mehr denn je als realistisches Szenario, wenn auch nicht als gesetzt. Entscheidend wird sein, wie Urbig die kommenden Wochen bei den Bayern nutzt – Bergamo wird dabei ein wichtiges Schaufenster sein.
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sieht den Youngster zudem nicht nur für die Aufgabe in Bergamo gewappnet. „In Urbig hat Neuer einen würdigen Stellvertreter, der in seinen jungen Jahren schon Ruhe und Sicherheit ausstrahlt“, erklärt Matthäus nun in seiner Sky-Kolumne.
Dennoch zieht der Weltmeister von 1990 eine klare Trennlinie: „Er ist jetzt noch nicht 1:1 auf dem Niveau von Manuel. Wenn Neuer im Tor steht, haben seine Mitspieler noch einmal ein anderes Gefühl – schon aufgrund der Vita, die Manuel mitbringt.“
Zugleich spricht sich Matthäus dafür aus, den 39-jährigen Neuer künftig gezielter zu schonen – und zieht dabei Parallelen zur eigenen Karriere. „Erholung heißt für mich nicht, mit der Mannschaft am Freitag irgendwo zu einem Auswärtsspiel mitzufliegen“, so Matthäus. „Runterkommen heißt: auch mal vom Kopf und Körper her abschalten.“ Mit Sven Ulreich stehe schließlich noch ein dritter Torhüter im Kader.
Die Entwicklung Urbigs sieht Matthäus langfristig klar vorgezeichnet: „Urbig wird in Zukunft mehr Einsatzzeit bekommen, wenn Neuer verletzt ist oder im nächsten Jahr kürzertreten sollte.“ Eine Meisterschaft habe der Keeper bereits gewonnen – eine zweite scheint in Reichweite.
Und die Zukunft nach Neuer? Matthäus sieht auch hier keine Fragezeichen hinter Urbig: „Wenn man das, was ich vom FC Bayern gehört habe, so sagt und auch leben will, dann ist Urbig der Nachfolger von Neuer. Es gibt keinen Grund, nicht an ihn zu glauben.“
Den Zeitpunkt von Neuers Abschied will Matthäus dem Keeper natürlich selbst überlassen: „Wann er aufhört, bestimmt Manuel selbst. Er sollte aufhören, wenn Körper und Kopf nicht mehr die Motivation haben, die Topleistungen zu bringen, die er über fast zwei Jahrzehnte gezeigt hat.“ Das Triple als möglicher Schlusspunkt? „Das wäre ein idealer Abschluss – aber das ist meine Meinung.“


