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Kommentar Mensch, Hoeneß! Fans gegen schmutziges Katar-Geld – da muss Bayern Demokratie aushalten

Bayern-Präsident Herbert Hainer bei seiner Rede.

Herbert Hainer (r), Präsident des FC Bayern München, spricht bei der Jahreshauptversammlung am 25. November 2021.

Der FC Bayern erlebte eine turbulente Mitglieder-Versammlung, die in offenem Streit endete.

Der Abend am 25. November 2021 zeigte, dass insbesondere das Präsidium um Herbert Hainer Demokratie lernen und auch Gegenwind aus der Mitgliedschaft aushalten muss, findet unser Autor in seinem Kommentar.

Am Ende einer denkwürdigen Satzung stand Uli Hoeneß (68) die Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben. „Das war die schlimmste Veranstaltung, auf der ich jemals war“, platzte es aus dem Ehrenpräsidenten heraus.

Im Audi Dome, der Heimspielstätte der Bayern-Basketballer, hatte der FC Bayern München einen denkwürdigen Abend erlebt, an dem man sich mit den 800 anwesenden Mitgliedern vor allem über das Thema Katar mächtig in die Wolle geriet. Als Präsident Herbert Hainer (67) gegen Mitternacht die Veranstaltung abrupt für beendet erklärte, kannte der Zorn der kritischen Mitglieder kaum Grenzen.

Bayern-Sitzung erinnerte an legendäre Kölner FC-Versammlungen

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So einiges an dieser Veranstaltung mit den Stimmkarten und der aufgehitzten Atmosphäre erinnerte an denkwürdige Versammlungen des 1. FC Köln im Kristallsaal der Messe, als etwa das Präsidium um Wolfgang Overath (78) nicht entlastet wurde oder die Wahl von Rolf Bietmann (67) in den Verwaltungsrat scheiterte.

Und aus dieser Erfahrung kann man sagen: Ja, lieber Herr Hoeneß, Demokratie mag anstrengend sein. Man bekommt auch mal Gegenwind. Aber sie wird in Vereinen geübt und man muss sie aushalten können.  Klar ist das schwieriger als in Wolfsburg, Leverkusen oder Leipzig. Aber das macht Klubs wie Bayern, Köln oder Schalke doch so lebendig. Beide Themen, über die sich Vorstand und weite Teile der anwesenden Mitgliedschaft uneinig waren, sind ungemein wichtig: Der Verkauf weiterer Anteile an der FC Bayern AG, der den Einfluss des Stammvereins wohl kleiner machen dürfte. Und vor allem das Sponsoring von Qatar Airways.

Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, verfolgt die Jahreshauptversammlung.

Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß (m.) bei der Jahreshauptversammlung am 25. November 2021.

Bayern-Mitglieder lehnen Sponsor aus Katar ab

Die Geldgeber aus dem WM-Gastgeberland, in dem eine brutale Diktatur herrscht, sind bei der kritischen Mitgliederschaft nicht willkommen. Und Protest-Initiator Michael Ott, dessen Antrag abgeschmettert wurde, und seine Mitstreiter haben ja durchaus ein Recht darauf, zu fordern, das aus ihrer Sicht „schmutzige“ Geld abzulehnen.

Präsident Hainer, Vorstandschef Oliver Kahn oder auch Hoeneß wollten den Mitgliedern aber nicht die Macht zugestehen, solche Sponsorendeals abzulehnen – auch da nicht eine Tür aufzumachen, die man auf Sicht nicht mehr geschlossen bekommt. Hainer kündigte auch an, den Vertrag zu erfüllen – doch ob eine Verlängerung in dieser Gemengelage durchsetzbar ist, ist fraglich.

Vereine müssen lernen, mit kritischen Mitgliedern umzugehen

So könnte es am Ende ein Pyrrhus-Sieg bleiben, den Hainer & Co. da errangen. Der Abend hat die Mehrheitsverhältnisse bei der ersten Mitgliederversammlung seit zwei Jahren klar gezeigt. Die Vereine, ob in München, Köln oder wo auch immer, müssen damit umgehen lernen, dass kritische, informierte Mitglieder bei solchen Versammlungen oft die Mehrheit bilden. Demokratie ist nicht immer einfach.

Beim 1. FC Köln verpflichteten die Mitglieder kürzlich den Vorstand mit breiter Mehrheit, sich kritisch gegen die WM in Katar zu positionieren. Wenn die in München nun den FC Bayern aber dazu bringt, am Ende in der Welt für Freiheit und Menschrechte einzustehen, statt für das Katar-Regime zu werben, dann hat sie funktioniert. 

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