Debatte um „Die Mannschaft“ DFB-Bosse wollen Marketing-Begriff abschaffen – Bierhoff lenkt ein

Oliver Bierhoff, Direktor Nationalmannschaften und Akademie, gibt ein Interview.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff (hier am 27. Mai 2022 in Marbella) muss wieder um den Begriff „Die Mannschaft“ diskutieren.

Seit vielen Jahren wird intensiv über den Begriff „Die Mannschaft“ rund um die DFB-Elf diskutiert. Im Vorstand mehren sich die Stimmen, die für eine Abschaffung sind, DFB-Direktor Oliver Bierhoff hält dagegen.

2015 hat sich die Fußball-Nationalmannschaft den Marketing-Slogan „Die Mannschaft“ verpasst. Auf dem Bus, Fanartikeln und Trikots ist er zu finden. Wenn das Team zum Aufwärmen ins Stadion einläuft, brüllt der Stadionsprecher: „Hier kommt die Mannschaft.“

Richtig etabliert hat sich der Begriff nie. Schon nach dem historischen WM-Desaster 2018 in Russland wurden immer mehr Stimmen laut, die eine Abschaffung des Claims forderten. DFB-Direktor Oliver Bierhoff (54) hielt aber dagegen, dass Studien eine hohe Akzeptanz bei jüngeren Fans und im Ausland ergeben hätten.

Oliver Bierhoff verteidigt Begriff „Die Mannschaft“

Mehrfach hatte Bierhoff in den vergangenen Monaten gegenüber EXPRESS.de betont, dass er nicht so an diesem Begriff hänge. Wenn die Mehrheit ihn abschaffen wolle, dann könne man das durchaus tun, sagte er. In diesen Wochen kommt erneut Bewegung in die Debatte, weil in der neu gebildeten DFB-Spitze zuletzt über eine Abschaffung diskutiert wurde.

„Wenn sich das Präsidium des DFB trotz sachlicher Argumente anders entscheidet, kann ich damit leben“, sagte Bierhoff am Freitag (3. Juni 2022) erneut dem „Spiegel“. Der Begriff „polarisiert, das weiß ich. Aber es muss sachliche Gründe geben, ihn abzuschaffen, nicht nur emotionale“, betonte Bierhoff und meinte: „Wenn gute Argumente dagegen sprechen, werden wir sie nicht ignorieren.“

Einige führende Verbandsvertreter, allen voran Vize Hans-Joachim Watzke (62), hatten sich dafür ausgesprochen, das Label nicht mehr zu nutzen. „Dieser Begriff ist mir zu abgehoben“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Fußball Liga (DFL). Bierhoff wiederum sieht ihn als „gewachsenen Begriff mit einer unglaublichen Ausstrahlung“, dem die Mehrheit der deutschen Fans positiv gegenüber stünde, „vor allem junge“.

Für eine Abschaffung plädierte auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus (61). Er sagte „Bild“, dass „Die Mannschaft“ normal für eine Einheit stehe. „Das war Deutschland zuletzt weder auf dem Platz bei den enttäuschenden Turnier-Auftritten, noch im Verband. Es werden nun auf allen Ebenen neue Wege beschritten. Deswegen wäre es gut, einen neuen Namen zu erfinden, Frische reinzubringen.“

DFB-Vize: „Deutsche Fußball-Nationalmannschaft wäre gut“

Unterstützung für den Plan gibt es von DFB-Vizepräsident Hermann Winkler (59). „Der Name ‚Die Mannschaft‘ kam bei den Fans nie richtig an“, sagte er. „Die Fans konnten sich nicht mehr wie früher mit ihren deutschen Nationalspielern identifizieren.“ Es sei gut, „dass sich das neue Präsidium mit diesem wichtigen Thema für die Fußballnation befasst, und somit wieder viel mehr Nähe zu den Fans gewinnt“.

Der Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes hat auch gleich einen Alternativvorschlag: „Wir müssen den Sommer nutzen, um noch vor der Fußball-Weltmeisterschaft im November wieder einen zugkräftigen Namen für das deutsche Team zu finden. Ich fände eine treffende Bezeichnung wie ‚Deutsche Fußball-Nationalmannschaft‘ gut.“

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