Teilsieg gegen DFB Schiedsrichter Gräfe bekommt Entschädigung nach Klage – ist aber noch nicht zufrieden

Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe sitzt im Gerichtssaal.

Manuel Gräfe, hier am 16. November 2022 in Frankfurt im Verhandlungssaal am Landgericht. Der Schiedsrichter klagte gegen den DFB auf Schadensersatz, weil er mit 47 Jahren seine Karriere beenden musste. Am 25. Januar 2023 wurden ihm über 48.000 Euro zugesprochen.

Seine Schiedsrichter-Karriere in der Fußball-Bundesliga ist vorbei, aber Manuel Gräfe hat nun einen Teilsieg gegen den DFB erstritten. Er bekommt eine Entschädigung wegen Altersdiskriminierung.

Der frühere Spitzenschiedsrichter Manuel Gräfe erhält im Rechtsstreit mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine Entschädigung in Höhe von 48.500 Euro aufgrund einer Altersdiskriminierung.

Der 49 Jahre alte Berliner hat aber keinen Anspruch darauf, wieder auf die Liste der Bundesliga-Referees zu kommen. Dieser Feststellungsantrag sei zu Unrecht gestellt worden.

Manuel Gräfe bekommt 48.500 Euro Entschädigung vom DFB

Das Urteil verkündete Wilhelm Wolf als Präsident des Landgerichts Frankfurt am Mittwoch (25. Januar 2023). Im Kern ging es bei dem Prozess um die vom DFB praktizierte Altersbegrenzung von 47 Jahren für Unparteiische der 1. und 2. Bundesliga.

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Gräfe hatte im vergangenen Jahr seine Bundesliga-Karriere nach 289 Einsätzen wegen der Altersbeschränkung beenden müssen. Er hatte den Verband, den er in den vergangenen Monaten mehrfach öffentlich kritisierte, auf Schadenersatz in Höhe von 190.000 Euro verklagt. Das vorrangige Ziel der Klage sei jedoch, dass „ich gerne verifiziert haben möchte, dass das Alter der Weg war, um mich loszuwerden“, hatte Gräfe während der Verhandlung am 16. November 2022 betont. Der DFB bestreitet dies.

Nach Ansicht des Gerichts habe der Unparteiische keinen Leistungsnachweis bringen können, weshalb er noch auf die Schiedsrichterliste gehöre.

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Einen Tag vor dem Gerichtsurteil hatte der frühere WM-Unparteiische Felix Brych aus München angekündigt, er wolle noch mit 48 über diesen Sommer hinaus in der Bundesliga pfeifen.

Die Altersgrenze ist nicht in den DFB-Statuten festgeschrieben, aber gängige Praxis seit vielen Jahren. DFB-Schiedsrichterchef Fröhlich brachte kürzlich eine Aufweichung ins Gespräch. Die 47 Jahre sollen nur noch ein Orientierungspunkt sein.

Geht Gräfe-Prozess vor das Oberlandesgericht?

Gräfe prüft nach dem Urteil den Gang vor das Oberlandesgericht. „Ob wir wegen der Höhe des Schadenersatzes in die nächste Instanz gehen, wird Manuel Gräfe mit uns nach dem Erhalt und der Prüfung des schriftlichen Urteils entscheiden“, teilte sein Anwalt Olaf Methner am Mittwoch mit.

„Zu begrüßen ist, dass das Gericht den DFB immerhin zu einer ‚symbolischen‘ Entschädigungszahlung an Manuel Gräfe verurteilt hat. Eine wirkungsvolle Sanktion stellt dies aber noch nicht dar“, begründete der Anwalt die mögliche Anrufung der nächsthöheren Instanz.

Auch der DFB schließt nicht aus, vor das Oberlandesgericht Frankfurt zu ziehen. „Wir haben das erstinstanzliche Urteil zur Kenntnis genommen und werden jetzt die schriftliche Begründung des Landgerichts abwarten, um das Urteil anschließend juristisch prüfen und bewerten zu können“, teilte der Verband mit. (dpa)

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