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„Weiß nicht, warum das in Deutschland nicht geht“ DFB-Star Lina Magull prangert Niedrig-Löhne an

Lina Magull dehnt sich beim Training.

Lina Magull beim Training der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 10. Juli 2022.

Die deutsche Nationalspielerin Lina Magull kämpft für einen Mindestlohn im Frauenfußball. Besonders in der deutschen Bundesliga sei man bei dem Thema noch weit hinterher.

Der Kampf um höhere Gehälter im Frauenfußball geht weiter – auch für DFB-Star Lina Magull (27). Die gebürtige Dortmunderin fordert einen Mindestlohn für Profi-Spielerinnen, um sich voll auf den Sport konzentrieren zu können.

„Wir sollten ab der zweiten Liga so gut verdienen, dass niemand mehr nebenbei arbeiten gehen muss“, forderte Magull in der „Bild“ und ergänzte: „Da sprechen wir von einem Mindestgehalt von 2000, 3000 Euro im Monat. So kannst du die Entwicklung im Frauenfußball nachhaltig voranbringen.“

DFB-Star Lina Magull fordert Mindestlohn im Frauenfußball

In der spanischen Liga Primera Iberdrola ist der Wunsch nach einem Gehalt, von dem Frauen leben können, derweil bereits Realität. Nach mehr als einjährigen Verhandlungen und einem Streik stand Ende 2019 ein Tarifvertrag, der ein Mindestgehalt von 16.000 Euro pro Jahr inklusive Mutterschutz garantiert.

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Nicht ganz die Summe, die sich Magull vorstellt, aber eine „historische“ Vereinbarung, wie David Aganzo (41), Präsident der Spielergewerkschaft, über den Sieg für „Würde, Gleichheit und Gerechtigkeit“ sagte.

Vorher bezogen 49 Prozent der Fußballerinnen gar kein Gehalt, 31 Prozent weniger als 500 Euro pro Monat. Ist die Einigung ein Vorbild für die Bundesliga? Ja, meint Martina Voss-Tecklenburg (54). Für die Bundestrainerin wäre ein Mindestgehalt nach spanischem Vorbild „wichtig, da immer noch nicht alle Spielerinnen Profis sind“.

Sie „brauche keine zehn oder 20 Millionen Euro im Jahr“, meinte Magull, aber „unsere Gehälter sollten steigen, damit alle – nicht nur die Nationalspielerinnen – ihren Sport professionell ausüben können.“ Die Forderung passt zum weltweiten Ruf nach „Equal Pay“ (gleiches Gehalt), der auch in der Diskussion um die ungleichen EM-Prämien laut geworden war.

Sollten die deutschen Damen den EM-Titel gewinnen, erhält jede Spielerin eine Prämie von 60.000 Euro. Zum Vergleich: Ein männlicher Nationalspieler hätte bei einem Titelgewinn der vergangenen Europameisterschaft 400.000 Euro erhalten.

Fußball: Frauen beziehen Gehälter pro Jahr, die Männer in der Woche verdienen

Einige absolute Spitzenspielerinnen können allerdings gut leben vom Fußball. Die deutsche Dzsenifer Marozsan (30) soll bei Champions-League-Sieger Olympique Lyon auf 350.000 Euro pro Jahr kommen, die Australierin Sam Kerr (28/FC Chelsea) gilt mit 500.000 Euro weltweit als Top-Verdienerin.

In der deutschen Bundesliga ist Sydney Lohmann (22) vom FC Bayern München mit rund 150.000 Euro pro Jahr eine der Top-Verdienerinnen. Doch leider ist die bittere Wahrheit, dass männliche Superstars dieses Gehalt teils pro Woche verdienen.

Auch die Frauen würden auf der Insel wie Profis bezahlt, andernfalls bekämen die Klubs keine Lizenz, berichtete Magull: „Ich weiß nicht, warum das in Deutschland nicht geht.“ Ihre DFB-Kollegin Laura Freigang (24) schon: „Wo soll das Geld herkommen?“, fragte sie im „Playboy“: Man könne „kein Geld ausbezahlt bekommen, was wir nicht einbringen“.

Laut „Saisonreport 2020/21“ erlösten die zwölf Bundesliga-Klubs zusammen 15 Millionen Euro – ein Höchstwert. Der „Personalaufwand Spielbetrieb“ betrug 1,35 Millionen Euro – eine Steigerung von 113 Prozent gegenüber 2011/12. „Die Entwicklung zeigt“, sagte DFB-Geschäftsführer Manuel Hartmann, „dass die Professionalisierung voranschreitet.“

Am Ziel ist sie noch lange nicht, das weiß DFB-Vizepräsidentin Sabine Mammitzsch. Sie will „den Markt dahingehend entwickeln, dass auch höhere Gehälter gezahlt werden können“. (SID/fr)

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