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DFB-FrauenScholz sieht Nullnummer gegen Schweden – Kanzler gibt Versprechen ab

Deutschlands Alexandra Popp im Zweikampf gegen Schwedens Fridolina Rolfö.

Alexandra Popp kämpft am 21. Februar 2023 mit der Schwedin Fridolina Rolfö um den Ball

Vor den Augen von Olaf Scholz sind die deutschen Fußball-Frauen nicht über ein 0:0 gegen Schweden hinausgekommen. Der Kanzler versprach, bei einem wichtigen Thema „am Ball“ zu bleiben.

Keine Tore für den Kanzler: Die deutschen Fußballerinnen um Jubilarin Alexandra Popp (31) haben einen Stotterstart ins WM-Jahr hingelegt. Vor den Augen von Edelfan Olaf Scholz mussten sich die nervösen Vize-Europameisterinnen im Härtetest gegen starke Schwedinnen mit einem glücklichen 0:0 begnügen.

Bis zur Titeljagd im Sommer in Australien und Neuseeland wartet auf das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (55) noch einige Arbeit. EM-Heldin Popp zeichnete sich in ihrem 125. Länderspiel nicht als Torjägerin aus – dabei hatte sich die Kapitänin für diese besondere Rückkehr viel vorgenommen. Vor fast genau 13 Jahren hatte sie in Duisburg auch ihr DFB-Debüt gegeben, vier Jahre lang spielte sie hier einst beim FCR (heute MSV).

Popp zieht mit der Bundestrainerin gleich

„Wir haben echt Mühe gehabt, ins Spiel zu kommen. Wir hatten einige nervöse Aktionen. Das haben wir nach der Pause besser gemacht, gegen einen sehr guten, physischen Gegner, der uns gezeigt hat, woran wir noch arbeiten müssen in Sequenzen“, sagte Voss-Tecklenburg. Klara Bühl sah es ähnlich. „Wir müssen die richtigen Schlüsse ziehen und uns weiterentwickeln“, sagte die Offensivspielerin: „Es war ein intensives Spiel von beiden Mannschaften. Es ging um Robustheit und Athletik. Die Schwedinnen waren aggressiver.“

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Popp, die in der ewigen Länderspiel-Rangliste auf Platz 14 mit der heutigen Bundestrainerin gleichzog, begann im alten Revier wie gewohnt im Sturmzentrum. Im defensiven Mittelfeld vertrat Sjoeke Nüsken die eigentlich nicht zu ersetzende Lena Oberdorf im 4-3-3-System, das sich bei der EM bewährt hatte.

Doch nach dem sechstägigen Trainingslager in Marbella war im deutschen Spielaufbau zu Beginn viel Sand im Getriebe. Die WM-Dritten aus Schweden machten früh Druck, die Gastgeberinnen hatten größte Mühe, sich zu befreien - Torgefahr entwickelten im ersten Durchgang fast nur die temporeichen Gäste. Die starke DFB-Torhüterin Merle Frohms musste früh eingreifen, als ein Rückpass von Felicitas Rauch zu kurz geriet (7.).

Stina Blackstenius (22.) köpfte den Ball sogar ins Tor, der Treffer zählte aufgrund einer Abseitsstellung aber nicht. Die gebürtige Duisburgerin Voss-Tecklenburg blickte bei ihrem Heimspiel zunehmend unzufrieden drin.

Erst ein Weitschuss von Sara Däbritz (25.), zurückgekehrt nach einer Operation am Sprunggelenk, brachte die erste deutsche Torchance ein. Beim Schuss von Kosovare Asllani (33.) musste Frohms ihre ganze Klasse zeigen und lenkte den Ball über die Latte.

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Nach dem Seitenwechsel brachte Voss-Tecklenburg Lena Lattwein für die unsichere Nüsken. Schweden blieb unangenehm und wuchtig, dem DFB-Team fehlte in seinen erkennbaren Bemühungen die nötige Präzision gegen einen gut geordneten Topgegner – auch die Umstellung auch eine Dreierkette half nicht. Am Ende hatten die Gastgeberinnen Glück: Frohms parierte zunächst stark gegen Blackstenius (79.), die eingewechselte Rytting Kaneryd traf den Pfosten (81.).

Weiter geht die WM-Vorbereitung rund um Ostern, wenn weiter gegen starke Konkurrenz gespielt werden soll. Im Raum stehen Tests gegen Ex-Europameister Niederlande und WM-Titelkandidat Brasilien. Bei der Endrunde (20. Juli bis 20. August) trifft Deutschland in der Gruppenphase auf Marokko, Kolumbien und Südkorea.

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Bundeskanzler Scholz (64) hatte vor dem Spiel zugesichert, sich weiter für gleiche Prämien für Nationalspielerinnen und Nationalspieler einzusetzen. „Ich bleibe am Ball, und das werde ich kontinuierlich weitermachen“, sagte Scholz vor dem Anpfiff. Die Bereitschaft, über diese Dinge zu sprechen, habe zugenommen, so Scholz: „Das ist ein gutes Zeichen.“

Der SPD-Politiker hatte sich zuvor mit Bundestrainerin Voss-Tecklenburg und DFB-Präsident Bernd Neuendorf (61) ausgetauscht. „Das Treffen mit dem Bundeskanzler vor dem Spiel war ein interessanter, erster Austausch, den wir gerne auch in Zukunft aufrechterhalten und fortsetzen möchten“, sagte Voss-Tecklenburg. Dass sich Scholz die Zeit für das erste Länderspiel des Jahres genommen habe, sei ein „starkes Zeichen zum Auftakt dieses sportlich wichtigen WM-Jahres.“

Olaf Scholz winkt beim Frauenfußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Schweden Richtung Kamera.

Olaf Scholz winkt beim Frauenfußball-Länderspiel zwischen Deutschland und Schweden am 21. Februar 2023 Richtung Kamera.

Scholz hatte sich während der Europameisterschaft im vergangenen Sommer öffentlich für gleiche Turnierprämien starkgemacht. Nach dem EM-Finale gegen England (1:2 n.V.) in Wembley hatte er den Vize-Europameisterinnen einen Kabinenbesuch abgestattet.

„Wir haben viel Begeisterung erlebt, für den Fußball, den die Frauen bei der EM gespielt haben. Ich hoffe, dass der Trend anhält und ich ihn ein kleines bisschen verstärken kann“, sagte Scholz. (sid)