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Klubs debattieren auf DFL-Sitzung Neuer Zoff um 50+1-Regel, Liga fürchtet Eskalation

Hans-Joachim Watzke und Reinhard Rauball stehen auf der Tribüne beim Bundesliga-Spiel von Borussia Dortmund beim VfL Wolfsburg.

Hans-Joachim Watzke und Reinhard Rauball, hier bei Borussia Dortmunds Auswärtsspiel am 24. April beim VfL Wolfsburg, kämpfen für den Erhalt der 50+1-Regel.

Die 50+1-Regel sorgt in der Bundesliga weiter für Zündstoff. Am Mittwoch debattieren die Klubs erneut über die Regel und den Wirbel um die Ausnahmen für drei Vereine.

Frankfurt. Das nächste Kapitel in der Saga um die 50+1-Regel im deutschen Fußball. Am Mittwoch (13. Juli) treffen sich die 36 Profi-Klubs in Frankfurt zur Debatte um das heiße Thema, das für die Liga schon seit Jahren zur Zerreißprobe zu werden droht.

Seit einer Entscheidung des Bundeskartellamts vor einigen Wochen ist aus den Diskussionen der Kampf „drei gegen alle“ entbrannt. Bayer Leverkusen, der VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim wurden von der Behörde wegen ihrer Strukturen ins Visier genommen, ihre Sonderregeln stehen auf dem Prüfstand.

Zündstoff rund um 50+1: DFL sucht mit Profi-Klubs nach Lösung

Das Trio wiederum will seine Sonderrechte behalten, eine Klage gegen 50+1 als letzter Ausweg steht nach wie vor im Raum – was bei einem Erfolg vor Gericht zum kompletten Wegfall der Regel, massiven Verwerfungen bei den Vereinen und einem Fan-Aufstand führen würde.

Zu der Klage wird es mit Sicherheit kommen, wenn eine Zweidrittel-Mehrheit der Klubs die Ausnahmeklausel komplett abschafft und den drei Vereinen als Folge die Lizenzverweigerung droht.

Tatsächlich sollen nach Informationen des „Kicker“ einige kleine Klubs diesen Antrag ursprünglich geplant haben. Daraufhin hätten sich aber mehrere Traditionsvereine zusammengetan, um mit Vermittlungsversuchen die explosive Lage zu entschärfen. DFL-Boss Christian Seifert (52) dagegen startete Vermittlungsversuche bei den drei betroffenen Klubs.

BVB und 1. FC Köln klar für 50+1, Eintracht Frankfurt schlägt Lösung vor

Die Bundesliga-Konkurrenz verfolgt die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (62) ließ wissen, dass er „ein klarer Verfechter der 50+1-Regel“ sei.

Dortmunds Präsident Reinhard Rauball (74) wurde noch deutlicher: „In meiner Amtszeit haben wir beim BVB nie auch nur eine Sekunde über die Abschaffung von 50+1 diskutiert und haben nicht vor, daran etwas zu ändern.“ Ähnlich deutlich positionierte sich auch der 1. FC Köln, der mitteilte: „Die Abschaffung der 50+1-Regel ist keine Option.“

Eintracht Frankfurt setzt dagegen auf den Dialog: „Ich würde mir eine einvernehmliche Lösung wünschen, die auf der einen Seite die Ausnahme beseitigt, aber auf der anderen Seite die Teilnahme der drei Klubs an der Bundesliga weiter möglich macht", sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann (49).

Er präsentierte auch gleich die Lösung, die den Hessen vorschwebt: „Ein Modell wäre, dass ihnen durch eine mehrjährige Übergangszeit die Möglichkeit gegeben wird, ihre Rechtsform 50+1-konform anzupassen.“

50+1 seit Jahren Thema im deutschen Fußball – Auch RB Leipzig im Fokus

50+1 soll den Einfluss von Investoren begrenzen und den vereinsgeprägten Charakter erhalten. Demnach muss die Mehrheit der Stimmrechte stets beim Klub liegen. Da sich RB Leipzig dabei offenbar in einer Grauzone bewegt, soll am Mittwoch auch über die Sachsen gesprochen werden.

Zuletzt stand 50+1 nach langwierigen Debatten vor über drei Jahren im Mittelpunkt. Im März 2018 stimmten 18 Klubs in einer viel beachteten Grundsatzentscheidung für den Erhalt der Regel, vier Vereine waren dagegen, der Rest enthielt sich.

Schon damals war nach dem differenzierten Votum klar, dass die Streitfrage nicht endgültig vom Tisch sein wird. (bc)