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„Nicht bundesligatauglich“Effe alarmiert – Wut-Interview schockt Moderator

Stefan Effenberg spricht im „Doppelpass“.

Copyright: Sport1

Stefan Effenberg macht sich Sorgen um Gladbach.

Stefan Effenberg ist nach dem Saisonstart von Borussia Mönchengladbach alarmiert. Die öffentlichen Aussagen von Tim Kleindienst sieht er kritisch.

Borussia Mönchengladbach schon im Krisenmodus – und das nach gerade mal zwei Spieltagen! Tim Kleindienst legte nach der 3:4-Niederlage der Fohlen gegen Aufsteiger SV Elversberg, bei der Gladbach eine Zwei-Tore-Führung verspielte, den Finger in die Wunde.

„Das ist einfach eine Schande. Das darf im Leben nicht passieren. Das sind Totalausfälle. Das ist das, was nervt. (...) Ich weiß nicht, ob manche Stromausfälle haben oder vergessen, was sie zu tun haben“, schimpfte der Kapitän in einem von mehreren TV-Interviews am Samstag.

Effenberg kritisiert Kleindienst-Interview: „Dann funktioniert das Team nicht“

Er kritisierte unter anderem die Defensivarbeit vor dem Tor zum 3:4. „Wenn du keinen Bock hast zu verteidigen bis 90 plus X ... Wir waren ja schon in der Nachspielzeit und dann steht der am Sechzehner und kann sich eine Stunde lang aussuchen, wo er hinschießen will. Das kann ich nicht verstehen, wie sowas passieren kann. Ich habe das Gefühl, dass wir die Tore für den Gegner schießen. Wir haben 80 Prozent Anteil an den Gegentoren. Auf lange Sicht bricht dir sowas das Genick!“

Mit diesem Interview sorgte der Stürmer im Sport1-„Doppelpass“ für Erstaunen. „Boah, das ist aber harter Tobak“, sagte Moderator Florian König und wollte vom Ex-Gladbacher Stefan Effenberg wissen, wie er diese öffentliche Abrechnung bewertet.

Effenberg war während seiner Karriere nicht gerade für diplomatische Aussagen bekannt. Dennoch äußerte er zumindest Zweifel, ob so ein Interview der richtige Weg ist. „Ich hoffe für ihn, dass er die Worte vorher in der Kabine mit Tür zu genauso gewählt hat. Ich glaube, das hat noch mal mehr Gewicht. Grundsätzlich ist es ja gut, dass du Dinge in der Öffentlichkeit ansprichst“, sagte Effenberg zunächst, um Kleindiensts Wut-Auftritt dann trotzdem zu kritisieren: „Aber wo ich kein Freund von bin, ist, dass du punktuell auf Spieler oder die Defensive gehst oder die Innenverteidiger. Und die da dann öffentlich so hinstellst. Dann funktioniert das Team nicht.“

Der von einer DFB-Veranstaltung zugeschaltete Lars Stindl nahm Kleindienst in Schutz. „Er ist schon drastisch in der Sprache und der Art und Weise, wie er sich ausgedrückt hat. Aber wer Tim so ein bisschen kennt: Das ist schon authentisch. Das ist auch seine Sprache, die er wählt“, sagte der frühere Gladbach-Kapitän. „Ich glaube, er ist  in der Vergangenheit ganz gut damit gefahren, seine Führung in der Situation so auszuleben. Ich bin überzeugt davon, dass er diese Worte auch intern gewählt hat. Vielleicht extern dann nochmal, um die Wichtigkeit und den Ernst der Lage zu verdeutlichen.“

Stindl ergänzte: „Ich bin auch kein Freund davon, einzelne Spieler an die Wand zu nageln, aber insgesamt glaube ich schon, dass er einfach nur wachrütteln möchte.“ Der Start in die Saison sei „maximal unglücklich“, so der frühere Offensiv-Star. Das allerdings sieht Effenberg ganz anders. „Ich finde das gar nicht maximal unglücklich. Das ist einfach nicht bundesligatauglich, was sie gestern gemacht haben.“

Der Saisonstart schockt die Fans und die Verantwortlichen um Sportboss Rouven Schröder und Trainer Eugen Polanski auch deshalb, weil Borussia auf dem Weg in ruhigere Fahrwässer zu sein schien. „Du hast eigentlich in der Vorbereitung diese Vorfreude gehabt, diese Ruhe, diese Stabilität. Und nach zwei Spieltagen ist sie weg. Jetzt fahren sie nach Freiburg. Also, ich mache mir wieder mal große Sorgen um Borussia Mönchengladbach“, so Effenbergs Fazit.

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