Nach dem peinlichen K.o. gegen zehn Bremer steckt das runderneuerte Bayer Leverkusen früh in der Krise. Kapitän Robert Andrich schlägt Alarm.
Mega-Knall bei Bayer?Ten Hag vor Sofort-Rauswurf!
Aktualisiert31.08.2025, 11:40
Geschäftsführer Fernando Carro tigerte aufgekratzt durch die Katakomben des Weserstadions, Kapitän Robert Andrich haute verbal auf den Putz und Trainer Erik ten Hag wirkte bereits ratlos.
Beim neu formierten Vizemeister Bayer Leverkusen hing nach dem dilettantischen Auftritt bei Werder Bremen (3:3) am Samstag (31. August 2025) schon früh in der Saison der Haussegen schief. Der Mega-Umbruch im Kader scheint sich zur Riesenherausforderung zu entwickeln.
Bayer-Kapitän Robert Andrich stinksauer
„Jeder hat für sich gespielt, jeder ist für sich alleine auf dem Platz herumgelaufen“, maulte Andrich, der nach dem Einbruch in der Schlussphase beim 3:3 (2:1) kein Blatt vor den Mund nahm.
„Wir haben zu viele Leute, die sich mit anderen Sachen oder nur mit sich selbst beschäftigen. Ich weiß nicht, ob ich das bei Bayer jemals erlebt habe“, gab Andrich zu bedenken.
Die katastrophale Schlussphase, in der die Leverkusener gegen zehn Bremer noch einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielten, sie war mehr als nur ein kleiner Ausrutscher einer noch nicht eingespielten Mannschaft. Sie sei ein „Sinnbild unserer aktuellen Situation“, sagte Andrich.
Den XXL-Umbruch beim Vizemeister, dessen Kaderplanungen auch kurz vor Ende der Transferphase noch nicht abgeschlossen sind, wollte er dabei nicht als Ausrede für den XXL-Einbruch in Bremen gelten lassen. „Das hat nichts mit irgendwelchen Unruhen oder mit Spielerwechseln oder Prozessen zu tun“, sagte Andrich.
In Leverkusen hat das Getuschel nach Berichten unter der Woche längst begonnen: Unter anderem schrieb der „Kicker“ von Zweifeln am Trainer, der sich öffentlich bereits mehrfach unzufrieden geäußert hatte. In der Samstags-Konferenz griff dann DAZN-Kommentator Michael Born auf, dass ten Hag sich bei Bayer schon auf einem Schleudersitz befinde.
Am Sonntagmorgen legte der „Kicker“ nach, verwies darauf, dass es aus der Führungsriege kein Statement rund um den Trainer gegeben habe. Niemand wolle die Hand dafür ins Feuer legen, dass der Niederländer am 3. Spieltag noch Trainer sei, heißt es. Die angedeutete Tendenz: Trainerwechsel!
In den sozialen Netzwerken wird bereits das drastische Szenario einer sofortigen Entlassung diskutiert – extrem ungewöhnlich nach gerade mal zwei Spieltagen im Anschluss an einen gewaltigen Umbruch. Die Chemie, das wird mehr als deutlich, passt bei ten Hag noch überhaupt nicht. Die Leverkusener Führungsriege hält sich aber derzeit bedeckt.
Symbolisch für den Zustand der Mannschaft: Der Zoff vor dem Elfmetertreffer von Patrik Schick zum zwischenzeitlichen 3:1. Gleich mehrere Spieler wollten sich die Kugel schnappen und stritten gut sichtbar auf dem Feld, ehe Andrich eine Entscheidung traf – mächtig genervt.
Der Trainer sei „der, der oben steht. Er muss natürlich von ganz oben am meisten Ruhe reinkriegen“, meinte der Kapitän, betonte aber auch: „Am Ende sind wir die, die auf dem Platz stehen.“ Ten Hag selbst stellte fest, dass das Erlebte definitiv nicht der „Anspruch“ des Double-Gewinners von 2024 sei: „Die zwei Gegentore am Ende – das darf nie passieren im Profi-Fußball.“
Die Länderspielpause wird für den einstigen Coach von Manchester United schon brisant. Andrich gab die Marschroute für die Bundesligaspiele gegen Frankfurt, Mönchengladbach und den Start in der Champions League in Kopenhagen vor: „Wir müssen einfach mal Ruhe in diesen ganzen Laden reinbekommen.“ (bc/sid)