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„Was sie für Geräusche wahrnehmen“FC-Bosse über El-Mala-Familie & Transfer

Der 1. FC Köln steht vor einem schwierigen Transfersommer. Das haben Präsident Jörn Stobbe und Finanzgeschäftsführer Philipp Türoff am Freitag deutlich gemacht. Doch das El-Mala-Thema sehen sie nicht als Problem – sie sind vielmehr dankbar.

Geht er? Oder bleibt er? Diese Fragen um FC-Profi Said El Mala (19) dürften die Fans des 1. FC Köln und vor allem die Verantwortlichen in diesem Sommer noch lange beschäftigen.

Nachdem der Wechsel zum FC Brentford auf der Zielgeraden geplatzt ist – der Premier-League-Klub hatte rund 50 Millionen Euro geboten –, liegt den Kölnern aktuell kein konkretes Angebot vor. Doch man bleibt gelassen. Am Freitag (12. Juni 2026) äußerten sich die FC-Bosse erstmals öffentlich in einer Medienrunde.

FC-Präsident Jörn Stobbe kann sich gut vorstellen, die El Malas zu behalten

FC-Präsident Jörn Stobbe sagte zum Thema: „Wir sehen El Mala in der Gesamtschau. Wir sind dabei, eine ganz, ganz starke Truppe zusammenzustellen. Das Ziel ist der Klassenerhalt auch in der kommenden Saison. Dass wir als FC sagen, wir halten nicht alle Stammspieler, ist auch klar. Wir müssen ab und zu mal Spieler verkaufen. Das ist unser Konzept. Und wir wollen weiter einen ganz soliden Finanzweg beschreiten.“

Doch der Boss hat auch eine Fanseele: „Ich als Fan kann mir aber natürlich vorstellen, dass wir die Brüder noch ein Jahr bei uns behalten. Es sind aber auch die Fragen: Was will der Spieler? Was will die Familie? Wie wünschen sie sich weiterzuentwickeln? Da laufen jetzt die Überlegungen.“

Der FC-Präsident räumt ein, dass Geduld gefragt ist: „Wir wussten vorher schon, dass es alles nicht einfach ist, denn es ist ein WM-Transfersommer, der immer kompliziert ist. Wenn wir Spieler verkaufen, müssen wir das auch kompensieren.“

Weiß der FC denn, was die Familie will? Zuletzt wurde der Deal mit Brentford überraschend von der Familie El Mala ausgebremst, nachdem es zuvor den klaren Wunsch des Spielers gegeben haben soll, in die Premier League zu wechseln. Finanzgeschäftsführer Philipp Türoff sagt: „Wir sprechen natürlich auch mit der Familie. Für die ist das auch ein kometenhafter Aufstieg. Da muss man auch mal schauen, was sie alles für Geräusche wahrnehmen – nicht nur öffentlich, sondern auch auf allen anderen Kanälen.“

Heißt: Hinter den Kulissen gibt es viele Ratschläge. Etliche Berater wollen Said und Malek für sich gewinnen. Da muss die Familie erst einmal in Ruhe sondieren und sich auch sortieren. Man will nichts überstürzen.

Türoff bleibt in der ganzen Sache cool: „Wir reden über einen Sachverhalt, der für uns strategisch total klar ist. Im Juni ist ein Vorstoß passiert. Der Markt für Said ist nach seiner gezeigten Leistung sehr viel größer als ein Vorstoß. Deswegen haben wir allen Grund dazu, den Ball flachzuhalten. Genau wie die Familie entscheiden kann, was das Richtige ist, können wir das zum Glück auch. Wir sind vertraglich in einer guten Position mit dem Jungen und können unsere Vorstellungen und Bedingungen entwickeln, wenn es dazu käme, dass er uns verlässt.“

Man will jetzt in aller Ruhe entscheiden. Keiner beim FC will sich unter Druck setzen lassen. „Wir haben keine Not“, sagt Türoff. Ein El-Mala-Abgang könnte auch erst am Ende des Transferfensters (endet am 1. September um 20 Uhr) über die Bühne gehen. Türoff schließt überhaupt nichts aus: „Das kann durchaus passieren.“

Generell sagt der Finanzchef des FC über einen möglichen Abgang: „Ob und wann so ein Spitzentransfer wie Said El Mala zustande kommt, spielt für uns natürlich eine Rolle. Aber bis er eingetreten ist, haben wir einen klaren Plan. Und wir haben einen klaren Plan, was passiert, wenn er nicht eintritt.“

Bislang jedenfalls hat der FC schon acht Spieler abgegeben, ein Neuzugang kam noch nicht dazu. Dafür wurden die drei Leihspieler Kaminski, Krauß und Simpson-Pusey fest verpflichtet. Dafür hat der FC insgesamt rund 14 Millionen Euro ausgegeben. Ein zeitnaher El-Mala-Verkauf würde die Transferaktivitäten maßgeblich beeinflussen. 

„Grundsätzlich sind Handlungsspielräume immer schön – wenn man mehr Geld im Portemonnaie hat, als wenn es weniger ist. Aber ganz ehrlich: Er hat bei uns als Drittligaspieler eine Saison gespielt und ist jetzt solch ein großes Thema. Für diese Situation, ob schwierig oder nicht schwierig, bin ich total dankbar“, stellt Türoff klar.

Der FC ist auch ohne einen El-Mala-Verkauf handlungsfähig. Türoff sagt: „Wir haben eine Planung, die es völlig unabhängig von möglichen Transfererlösen zulässt, den Kader zu entwickeln und unsere Ziele zu erreichen. Das ist auch in der neuen Saison, die Klasse zu halten.“

Abschlusstraining im Franz-Kremer-Stadion mit Jakub Kaminski und Joel Schmied.
Wäre herber Verlust
Nächster FC-Abgang bahnt sich an – Boss äußert sich