Der 1. FC Köln sorgte am Samstag für Kopfschütteln bei vielen Fans. Nach einer 2:0-Führung gab es am Ende nur ein 2:2. Vor allem ein Dreierwechsel von Trainer René Wagner wird hitzig diskutiert.
„Wie dumm kann man sein?“Wagners Dreierwechsel sorgt für Entsetzen bei FC-Fans
Der 1. FC Köln musste sich am Samstag (2. Mai 2026) mit einem Punkt bei Union Berlin zufrieden geben. Nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung gab es statt Jubel über den Klassenerhalt lange Gesichter beim FC. Union konnte kurz vor Schluss noch das 2:2 erzielen.
„Das ist extrem bitter. Wenn man hier 2:0 führt zu einer gewissen Zeit des Spiels, ist es extrem niederschmetternd nur mit einem Punkt nach Hause zu fahren“, haderte Kapitän Marvin Schwäbe. Dem Torwart war beim späten Ausgleich die Sicht versperrt, so konnte er den Ball nicht halten.
FC verliert nach Dreierwechsel den Faden
Für Interimstrainer René Wagner bleibt es also bei einem Sieg in seinen bisherigen Spielen. Er arbeitet unter dem Brennglas von Verantwortlichen und Fans. Sollte er mit der Mannschaft die Klasse halten, winkt ihm ein langfristiger Vertrag. Doch in Berlin konnte Wagner nicht gerade punkten. In der 72. Minute vollzog er einen umstrittenen Dreierwechsel, nahm die komplette Offensivreihe mit Said El Mala, Marius Bülter und Jakub Kaminski vom Platz.
Für die drei Leistungsträger, die zuvor zahlreiche Chancen kreiert hatten und mit denen der FC auch dank ihrer Ballsicherheit den Gegner komplett im Griff hatte, kamen Linton Maina, Jan Thielmann und Youssoupha Niang ins Spiel. Niang pennte bei einer Ecke – 1:2 durch Tom Rothe (73.). Thielmann ließ in der 89. Minute Livan Burcu schießen – 2:2!
Nachdem Wagner seinen Dreierwechsel vollzogen hatte, verlor der FC völlig den Faden. „Wir haben nicht mehr den nötigen Druck gefunden, haben uns hinten reindrücken lassen. Das tut weh“, sagte Schwäbe.
Marius Bülter nahm den Coach in Schutz: „Wir sind schon enttäuscht, weil wir dem Sieg sehr nahe waren, aber der Punkt hilft uns auch weiter. Union hat eine Qualität, wenn sie hohe Bälle in den Strafraum spielen. Sie haben Größe und Körperlichkeit, das ist nicht immer einfach zu verteidigen. Union ist nach unseren Wechseln ins Risiko gegangen und hat offensiver gewechselt. Für uns drei war es vorher auch ein anstrengendes Spiel. Ich glaube nicht, dass es am Ende daran lag.“
Und was meinte der FC-Trainer selbst nach den zwei Punktverlusten? „Union kam mit einer Standardsituation zurück. Das ist immer schwer zu verteidigen. Bis dahin haben wir alles gut wegverteidigt. Dann passt mal einer nicht und das Stadion ist voll da. Danach fällt ein Traumtor zum 2:2. Wir sind am Ende zufrieden mit einem Punkt.“ Seinen Dreierwechsel wollte der FC-Coach rechtfertigen: „Wir fanden, dass wir in der Phase ein bisschen den Druck gegen den Ball verloren haben. Wir wollten dann mit drei neuen Spielern Energie bringen. Auch um der Mannschaft das Zeichen zu geben, dass wir dranbleiben.“
Doch das funktionierte nicht. Im Gegenteil: Wagner zog seinem Team den Stecker! El Mala war sicherlich müde, auch Bülter musste kämpfen, aber den laufstarken und ballsicheren Kaminski hätte er nicht zwingend eine halbe Stunde vor Spielende rausnehmen müssen.
Zahlreiche Köln-Fans fluchten und diskutierten wild über den Dreierwechsel und die Tatsache, dass der FC an diesem Tag die Rettung aus der Hand gegeben hatte.
In den sozialen Netzwerken wird Wagner von einigen Fans heftig kritisiert. „Amateurtrainer“ heißt es da. Oder: „Klarer Fehler vom Trainer. Union wechselt das Risiko ein. Und der Trainer wechselt unsere zwei besten und schnellsten Konterspieler aus.“ Ein Fan schimpft: „Absoluter Coaching-Fehler. Wie dumm kann man sein, in der 70. Minute El Mala und Kaminski auszuwechseln und damit einen sicheren Sieg herzugeben?“

