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„Wann dann?“Wegen El-Mala-Szene: Hamann schimpft wie ein Rohrspatz

Aktiv oder passiv? Eine Abseitsstellung von FC-Star Said El Mala sorgt für Diskussionen. Didi Hamann ist außer sich.

Der 1. FC Köln hat bei Union Berlin trotz Zwei-Tore-Führung den Sieg verpasst, nimmt nach dem 2:2 aber immerhin einen Punkt mit, der im Abstiegskampf noch wichtig werden könnte.

Marius Bülter (33.) und Said El Mala (61.) hatten die Truppe von Trainer René Wagner mit ihren Toren auf die vermeintliche Siegerstraße gebracht, Union schlug durch Tom Rothe (73.) und Livan Burcu (89.) zurück. 

Hamann hadert mit FC-Tor: „Wer denkt sich diese Regeln aus?“

Während sich die Kölner angesichts des Spielverlaufs über den verpassten Dreier ärgerten, herrschte bei Union Schiri-Frust. Der Grund: El Mala hatte vor Bülters Treffer deutlich im Abseits gestanden. Nachdem er zunächst Richtung Ball gelaufen war, hatte er die Kugel dann doch Jakub Kaminski überlassen. Schiedsrichter Daniel Schlager wertete die Szene als passives Abseits, das Tor zählte.

Nicht nur zum Unverständnis der Eisernen um Sportboss Horst Heldt, sondern auch von Sky-Experte Dietmar Hamann. Der hatte eine ganz klare Meinung zu der Szene: „Das ist Abseits.“ Seine Begründung: „Der Ball wird auf El Mala gespielt. Der läuft zehn, zwölf Meter Richtung Ball. Will den Ball spielen, merkt dann erst, dass sein Kollege kommt. Und erst dann geht er weg.“

Zudem monierte Hamann, dass der Linienrichter kurzzeitig die Fahne gehoben und die Union-Abwehr dadurch zusätzlich irritiert habe. „Die Fahne geht hoch, weil der Linienrichter das genau so wahrgenommen hat. Und dann kann er nicht einfach die Fahne runternehmen und dann sagen: Naja, er hat ja den Ball nicht gespielt. Also wenn der zehn Meter hinter dem Ball herläuft, der für ihn gedacht war: Wenn er dann nicht aktiv ist, ja wann dann?“, schimpfte der ehemalige Nationalspieler.

Hamanns Fazit, dem sich auch sein Experten-Kollege Erik Meijer anschloss: „In dem Moment, wo der Linienrichter diese Situation so wahrnimmt, wie sie war und zu Recht die Fahne hochnimmt, hat der Schiedsrichter das Spiel zu unterbinden und Freistoß zu geben. Und deswegen ist das für mich ein irreguläres Tor. Ein wunderschönes Tor zwar von Bülter, das aber nicht gegeben hätte werden dürfen.“

Schlager selbst erklärte anschließend, warum El Mala aus seiner Sicht nicht aktiv im Abseits stand. „Zum einen muss El Mala den Ball spielen, tut er nicht. Er muss in einem Zweikampf mit einem Gegenspieler um den Ball sein. Ist auch nicht der Fall, weil der Gegenspieler weit entfernt ist. Oder er muss den Gegenspieler beeinflussen beim Kampf um den Ball. Und das liegt auch nicht vor, weil der Ball einfach weit entfernt ist von dem nächsten Abwehrspieler, sodass dann keine strafbare Abseitsposition vorlag.“

Zudem erklärte er auch, warum er das Spiel trotz der gehobenen Fahne seines Assistenten nicht unterbrochen hatte. „Das ist natürlich ein Thema, das wir aufarbeiten. Da kam die Fahne in dem Moment etwas zu früh“, gab Schlager zu. „Aus einer großen Entfernung ist es immer schwer zu sehen, wer jetzt tatsächlich an den Ball geht. Für ihn war klar, dass El Mala an den Ball kommt. Und er hat den Spieler, der dann noch zusätzlich kam (Kaminski, Anm. d. Red.), nicht gesehen. Den hatte ich auf dem Schirm. Das habe ich ihm dann gesagt, er hat die Fahne dann auch runtergenommen. Und so konnte es zum Tor kommen.“

Für Hamann keine zufriedenstellende Erklärung. Der ehemalige Profi haderte massiv mit dem Regelwerk. „Wenn das so ist, wie er sagt, ich gehe mal davon aus, dass das richtig ist, dass er im Kampf um den Ball sein muss, dass ein Gegenspieler dabei sein muss. Dann frage ich mich, was mit unserem Regelwerk passiert ist. Wer denkt sich denn diese Regeln aus?“

Die FC-Profis stehen nach der verspielten 0:2-Führung in Berlin enttäuscht vor dem Gästeblock.

Verspielte Führung

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