Der 1. FC Köln muss in Sachen Geißbockheim-Ausbau gefühlt um jeden Millimeter kämpfen. FC-Boss Philipp Türoff ist überzeugt davon, dass sich das lohnt.
Trotz limitierter MöglichkeitenFC-Boss: „Das halten wir zusammen aus“

Das Geißbockheim ist die traditionsreiche Heimat des 1. FC Köln – wunderschön gelegen, mit Herz und historischem Flair!
Doch bei aller Schönheit bringt der Standort auch erhebliche Probleme mit sich. Während andere Vereine auf der grünen Wiese hochmoderne Leistungszentren errichten, kämpft der FC seit zwölf Jahren vergeblich um drei Fußballfelder im Grüngürtel.
1. FC Köln: Standort Geißbockheim ist unverhandelbar
Dennoch haben der Klub und seine Mitglieder sich festgelegt: Der Standort Geißbockheim ist unverhandelbar. Im Jahr 2027 soll endlich mit dem Bau des neuen Leistungszentrums begonnen werden. Das 50-Millionen-Euro-Projekt macht den Standort Geißbockheim noch unverhandelbarer, als er ohnehin schon ist. Das Investment in den Standort bedeutet: Der FC wird immer am Geißbockheim bleiben. Auch wenn die Gegebenheiten den Verein in seiner Entwicklung extrem limitieren.
FC-Präsident Jörn Stobbe beteuert: „Die ganze FC-Familie fühlt sich so wohl hier. Es gibt überhaupt keine Alternative.“ Doch der Verein benötigt Platz! Oder besser Plätze! In den kommenden Jahren sollen mehr Jugendmannschaften, vorwiegend im Mädchenbereich, dazukommen.
Die SPD wirbt jetzt für ein Satellitenplatz-Modell, wobei der FC auf eigene Kosten Plätze in der näheren Geißbockheim-Umgebung modernisieren will. Ob der Rat den Satellitenplätzen zustimmt, wird sich am 2. Juli ab 14 Uhr entscheiden. Der FC hofft auf drei Plätze. Nach dem Wegfall des Kunstrasenplatzes am Franz-Kremer-Stadion, wo das neue Leistungszentrum entsteht, hätte der Verein dann zwei Plätze dazugewonnen.
Dass die Satellitenplätze für FC-Finanzgeschäftsführer Philipp Türoff auch nur ein Kompromiss sind, hat er deutlich geäußert: „Wir haben schon in der Sekunde richtigen, verdammten Schmerz, wo die Kinder hier umgeladen werden müssen. Das muss man mal kapieren, was für ein Scheißdreck das ist.“
Andere Vereine wie Mainz, Augsburg oder Freiburg haben den FC mit ihren Trainingsmöglichkeiten links und rechts überholt. EXPRESS.de hakte bei Türoff nach: Sehen Sie den Standort Geißbockheim für die weitere Entwicklung des Klubs nicht als sehr limitierend an?
Türoffs Antwort ist in Summe ein Plädoyer fürs Geißbockheim: „Wir sehen das nicht nur, wir erleben das. Natürlich ist das ein wenig limitiert. Es gibt aber auch so ein paar Dinge beim 1. FC Köln, wo ein bisschen Limitierung und ein bisschen Improvisation an der ein oder anderen Stelle zu einer großen Stärke beigetragen haben. Das hat dazu geführt, dass wir so mit der Stadt verwoben sind, dass wir so offen sind, dass man so nahbar bleibt.“
Während andere Klubs sich abschotten und hinter großen Zäunen und Mauern ihre eigenen Welten errichten, bleibt der FC als Teil der Stadt Köln für jeden Fan tagtäglich erlebbar. Türoff sagt: „Das halten wir für ein wichtiges Kernelement unserer Identität. Wir gehen auch einen strategischen Pfad, der Nahbarkeit, Mitgliederzentrierung und Unabhängigkeit beinhaltet und ins Zentrum stellt. Das kann sich auch nur voll entfalten, wenn wir nicht woanders auf die grüne Wiese gehen und das Gelände umzäunen oder hinter Mauern trainieren. Wenn wir das tun würden, würden wir an die Identität des 1. FC Köln rangehen.“
Türoff weiter: „Es gibt aus unserer Sicht keinen einzigen Verein, der so eins ist und so verwoben ist mit der Stadt wie der FC. Deswegen müssen wir weiter ringen und dürfen nicht müde werden, in der Stadt für unsere Interessen zu kämpfen. Wenn wir nicht mehr daran glauben, dass wir ein einzigartiger Verein sind, der es bei allen Schwierigkeiten in Köln schafft, und wir woanders Trainingsplätze bauen würden, dann wird das nicht mehr der FC sein, der so einzigartig ist in Köln.“
Für den FC-Boss ist also klar: „Wir ringen weiter! Da sind dann nachher auch ein paar Prozent Gewurschtel dabei, aber das halten wir zusammen aus. Wie wir gewachsen sind, und was für eine Identität wir haben, ist dafür viel zu groß!“


