Wie viel Geld gibt die Stadt Köln für den Sport aus? Zahlreiche Vereine klagen über einen großen Investitionsstau, marode Hallen und schlechte Bedingungen. Für die Oper werden derweil weitere Millionen ausgegeben.
Millionen für Opern-EröffnungFC, Haie und andere Vereine machen Druck

Am 24. September 2026 soll die Kölner Oper feierlich eröffnet werden. Nach 1,465 Milliarden Euro an Kosten für den Umbau, die Ausweichspielstätten und die Finanzierung des Großprojekts ist vielen in der Stadt allerdings nicht zum Feiern zumute.
Eigentlich sollte die Opern-Erneuerung, die 2012 geplant wurde, nur 250 Millionen kosten und drei Jahre dauern. Dann sorgten massiver Baupfusch, Brandschutzprobleme und steigende Kosten für eine finanzielle Explosion.
Stadt Köln plant Opern-Feier in Millionenhöhe
Doch die Stadt plant im Zuge der Eröffnung weitere Millionen-Ausgaben! Ein Eröffnungsfestival soll rund 1,4 Millionen Euro kosten, für Marketingmaßnahmen wurden 2,1 Millionen Euro genehmigt. Das sorgt bei anderen Institutionen in Köln für Wut. Die Allianz des Kölner Sports, ein Zusammenschluss zahlreicher Kölner Vereine, darunter der 1. FC Köln, Viktoria, Fortuna und die Kölner Haie, kann die Ausgaben nicht nachvollziehen.
Vor den anstehenden Beratungen zum Doppelhaushalt der Stadt Köln 2027/2028 richtet die Allianz eine deutliche Botschaft an Politik und Verwaltung. In einer Mitteilung vom 17. Juni 2026 heißt es: „Die Diskussion um millionenschwere Ausgaben für die Eröffnungsfeier des Schauspielhauses zeige, dass entgegen anderslautender Aussagen finanzielle Spielräume offenbar vorhanden sind, wenn politische Prioritäten entsprechend gesetzt würden.“
Und weiter: „Der Sport ist kein Randthema. Er ist Gesundheitsvorsorge, Inklusion, Integration, Bildung, Ehrenamt und gesellschaftlicher Zusammenhalt.“ Das müsse sich auch im Haushalt widerspiegeln. Die Zeit der Absichtserklärungen sei vorbei, „jetzt geht es um konkrete Entscheidungen im Haushalt.“
Die Allianz Kölner Sport sieht aber auch positive Tendenzen: „Die Bewerbung von Köln und der Rhein-Ruhr-Region um die Olympischen und Paralympischen Spiele, neue Fördermittel für Kölner Sportprojekte und zusätzliche Investitionen in die Sportinfrastruktur zeigen aus Sicht der Allianz, dass sich endlich wieder etwas bewegt.“
Peter Pfeifer, Vorstand im Stadtsportbund und Mitglied der Allianz, sagt: „Wir sehen erstmals seit Jahren wieder Bewegung im System. Fördergelder wie für das Waldbad Dünnwald und die Bezirkssportanlage Ehrenfeld werden eingeworben, Olympia Rhein-Ruhr gewinnt an Kontur und der Sport verschafft sich Gehör. Das begrüßen wir ausdrücklich. Insbesondere die breite Zustimmung in den Bürgerbefragungen für Olympia und die Paralympics in Nordrhein-Westfalen und Köln ist ein starkes Signal für den Sportstandort Köln.“
Doch der Investitionsbedarf bleibe gewaltig, der Investitionsstau und der Nachholbedarf im Kölner Sport seien enorm: „Wir werden sehr genau darauf achten, ob diesen Signalen auch dauerhaftes politisches Handeln folgt“, kündigt Pfeifer an.

