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Feuerwehrmann oder Kontinuität?Kessler und Sobek sind jetzt erstmals richtig gefordert

Der 1. FC Köln im freien Fall. Nach nur zwei Siegen aus den letzten 15 Spielen wird einem beim Blick auf die Tabelle mulmig. Der FC steckt tief im Abstiegskampf. Jetzt sind Sportchef Thomas Kessler und Sport-Vorstand Ulf Sobek erstmals richtig gefordert. Ein Kommentar.

Die gleiche Leier tut langsam weh in den Ohren: Gut gespielt, aber nicht gewonnen. Geht das so weiter, steigt der 1. FC Köln ab. Soviel steht schon mal fest! 

Von den vergangenen 15 Spielen konnte der FC nur zwei gewinnen. Die Folge: Der Verein rutscht tief in die Abstiegszone, der Vorsprung zur Konkurrenz ist bedrohlich zusammengeschmolzen. Einige Konkurrenten sind enteilt, andere haben aufgeholt.

Schwierige FC-Frage: Handeln oder zusammenstehen?

Während Konkurrenten wie Werder Bremen, der FC Augsburg oder Mainz 05 den Trainer gewechselt haben, ist man in Köln noch voll von Lukas Kwasniok überzeugt. Beim Blick auf die reine Leistung verständlich: Die Mannschaft liefert Woche für Woche Spiele auf Augenhöhe ab. Gegen den Tabellendritten Hoffenheim gab es ein 2:2. Die Spieler belohnen sich allerdings nicht für den hohen Aufwand, den sie betreiben.

Noch bewahren die FC-Bosse in Köln die Ruhe, glauben fest an Trainer und Mannschaft vor den verbleibenden zehn Spielen. Gegen kommende Gegner wie den Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen, St. Pauli, Union Berlin oder Heidenheim sollen die nötigen Punkte für den Klassenerhalt eingefahren werden.

Dass der FC nach 24 Spielen auf Rang 13 der Tabelle steht, hätten im Vorfeld der Saison alle Klubverantwortlichen unterschrieben. Auch dass der Trend nach unten geht, war befürchtet worden. Schließlich standen und stehen im aktuellen Block mit Leipzig, Stuttgart, Hoffenheim und dem kommenden Gegner Borussia Dortmund (7. März, 18.30 Uhr) Spiele gegen Mannschaften mit Champions-League-Ambitionen an.

Der FC befindet sich aktuell also genau in der Tabellenregion, wo er hingehört: im unteren Drittel. Auch was den Etat von rund 47 Millionen Euro angeht. Dementsprechend behalten die Kölner Bosse noch die Nerven, auch wenn zahlreiche Fans des 1. FC Köln in den sozialen Netzwerken längst die Entlassung von Kwasniok fordern.

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Apropos Bosse! Die FC-Mitglieder wählten im vergangenen Jahr einen neuen Vorstand. Mit Ulf Sobek wurde ein Vizepräsident mit reichlich Sportkompetenz ins Präsidium gewählt. Jetzt sollten die Fans auch seiner Expertise vertrauen. Er ist nah dran an der Mannschaft.

Kandidaten sind rar – Feuerwehrmann Funkel braucht Perspektive

Im Hintergrund müssen sich die Bosse jedenfalls auf den Worst Case vorbereiten. Doch welche Trainer stehen bei einer Freistellung von Kwasniok überhaupt bereit? Coaches wie Ralph Hasenhüttl, Marco Rose, Edin Terzić oder Dino Toppmöller spielen finanziell und bei ihren sportlichen Vorstellungen in einer anderen Liga. Typen wie Bo Svensson, Bo Henriksen oder Adi Hütter sind auch nicht ohne Makel. Ob sie Lust auf eine Rettungsmission beim FC haben, ist zudem zumindest fraglich.

Oder läuft es wieder auf einen Feuerwehrmann wie Friedhelm Funkel (72) hinaus? Der würde Köln dieses Mal wohl nur retten, wenn er auch eine Perspektive aufgezeigt bekäme. Nach dem Aufstieg 2025 hätte er gerne weiter in Köln gearbeitet.

Sport-Vorstand Sobek und Sport-Geschäftsführer Kessler sind in diesen Tagen erstmals so richtig gefordert. Dabei geht es um die Zukunft des Klubs und die Fragen: Wann ist der Zeitpunkt gekommen, um Entscheidungen zu treffen oder neue Impulse zu setzen? Oder wie stärkt man einen Trainer und steht gemeinsam schwierige Phasen innerhalb einer Saison durch?

Ein erneuter Abstieg würde alle Zukunftsträume beim FC zerstören. Man kann den handelnden Personen nur wünschen, dass sie sich in dieser schwierigen Phase nicht von außen beeinflussen oder treiben lassen. Es zählen intensive Analysen, Zusammenhalt, Offenheit, Klarheit und dann ein glückliches Händchen bei allen Entscheidungen.

Trainer Lukas Kwasniok auf dem Trainingsplatz.

FC-Analyse

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