Die Landeshauptstadt ist erschüttert! Fortuna Düsseldorf ist am letzten Spieltag der Zweitligasaison abgestiegen. Kulttrainer Friedhelm Funkel ist tief berührt und ahnt nichts Gutes für die nahe Zukunft.
„Fast abschlachten lassen“Fortuna-Tragödie geht Friedhelm Funkel sehr nah

Fortuna im Tal der Tränen! Am letzten Spieltag der Saison ist Düsseldorf nach einem 0:3 in Fürth in die 3. Liga abgestiegen. Ex-Trainer Friedhelm Funkel (72) ist am Boden zerstört. EXPRESS.de sprach mit dem Trainer, der die Fortuna 2018 in die Bundesliga führte, über die Situation.
„Ich muss erst einmal tief Luft holen, weil das für mich ganz, ganz bitter ist. Zum einen aus enger Verbundenheit zur Fortuna, zum anderen, weil der Abstieg vollkommen unnötig war“, begann Funkel: „Das war ein ganz bitterer Sonntagnachmittag.“
Friedhelm Funkel prophezeit harte Zeiten in Düsseldorf
Der Altmeister rechnete dann mit den Spielern ab! Obwohl man in der besten Situation von allen Abstiegskandidaten war, hat die Mannschaft am letzten Spieltag alles mit dem 0:3 in Fürth vergeigt. Funkel war regelrecht entsetzt: „Das war das wichtigste Spiel der Saison, denn sie hatten die beste Ausgangsposition. Da war ich von der Leistung der Mannschaft total enttäuscht. Ich habe wenig Leidenschaft, wenig Emotion gesehen. Man hat sich ja fast abschlachten lassen, so hatte ich das Gefühl vor dem Bildschirm. Man hat überhaupt keine Gegenwehr gezeigt, das habe ich überhaupt nicht verstanden.“
Vor allem das Schicksal vieler Menschen im Umfeld der Fortuna berührt Funkel: „Es geht ja nicht nur um den Verein und die Spieler. Es geht auch um viele Angestellte, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Das sollen fast 60 Prozent der Angestellten sein, auf der Geschäftsstelle und in anderen Bereichen. Das tut mir natürlich unheimlich weh, weil ich viele von den Menschen persönlich kennengelernt habe. Deswegen habe ich für die Leistung, die die Mannschaft auf den Platz gebracht hat, überhaupt kein Verständnis.“
Wird es jetzt schwer in der 3. Liga, schnell wieder hochzukommen? Funkel sagt: „Die Frage ist ganz schwer zu beantworten. Ich gehe davon aus, dass die Verantwortlichen, Sportvorstand Sven Mislintat und Trainer Alexander Ende, auch in der 3. Liga weitermachen. Aber es wird ein schwerer Weg.“
Der ehemalige Fortuna-Trainer prophezeit harte Monate in Düsseldorf: „Es werden acht bis zehn Millionen Euro an TV-Geldern fehlen. Das muss erst einmal aufgefangen werden. Man hat bisher nur sechs, sieben oder acht Spieler unter Vertrag. Das heißt, da steht noch eine Menge Arbeit an, um eine schlagkräftige Truppe aufzubieten. Hinzu kommt die Enttäuschung bei den Fans. Das muss man alles in nur zwei oder drei Monaten aufarbeiten, dann geht es schon wieder los. In der Zeit eine Mannschaft zusammenzustellen, wird eine ganz schwere Aufgabe.“
Funkel weiter: „Man sieht es ja beim MSV Duisburg, der schon einige Jahre in der 3. Liga ist. Es wird eine Mammutaufgabe, in die 2. Liga zurückzukehren. Ich drücke der Fortuna die Daumen, dass es so schnell wie möglich geht.“
Immerhin gibt es in der 3. Liga interessante Spiele mit Gegnern wie Viktoria Köln, Fortuna Köln, MSV Duisburg, Alemannia Aachen und möglicherweise Rot-Weiss Essen, die noch in der Relegation gegen Fürth um den Aufstieg in die 2. Liga kämpfen (22. und 26. Mai, jeweils 20.30 Uhr).
Funkel wird die Saison mit Spannung verfolgen. Mit seinen 72 Jahren ist er fit wie eh und je. Er unterstützt auch die Gesundheitskampagne „Nichts verpassen“, wobei es um Prostata-Vorsorgeuntersuchungen geht. „Ich kann es jedem nur empfehlen, sich den Untersuchungen zu stellen, denn das kann Leben retten. Ich bin regelmäßig bei der Prostata-Vorsorge, aber auch bei vielen weiteren Vorsorgeuntersuchungen. Wenn ich etwas habe, soll es schnell erkannt werden, denn dann kann geholfen werden“, erklärt der Coach. Funkel fühlt sich so pudelwohl: „Tennis funktioniert bei mir, Padel funktioniert, Joggen auch – insofern bin ich richtig fit und hoffe, dass das lange so bleibt.“

