Am Sonntag geht es für den 1. FC Köln im letzten Heimspiel um einiges, auch wenn der Klassenerhalt nahezu feststeht.
Wichtiger FC-SonntagDieses Gremium entscheidet Kesslers gefährliches Wagner-Spiel

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Vor dem letzten Heimspiel der Saison steht ein Thema beim 1. FC Köln ganz klar im Fokus: Wie geht es mit Trainer René Wagner (37) weiter?
In seinen bisher fünf Spielen als Cheftrainer hat er nicht immer überzeugt, aber die nötigen Punkte für die Rettung geholt. Der gezeigte Fußball ist bei drei Unentschieden, einem Sieg und einer Niederlage (Punkteschnitt 1,2) im Vergleich zu Vorgänger Lukas Kwasniok (Liga-Punkteschnitt 0,96) nicht wesentlich besser geworden.
1. FC Köln: Gemeinsamer Ausschuss entscheidet über Wagner-Zukunft
Allerdings betont Wagner immer wieder, dass er die Stimmung verbessert hat. Innerhalb der Mannschaft trifft dies zu, rund um den Verein eher nicht. Bei der großen EXPRESS.de-Umfrage sind 77 Prozent (von über 23.000 Teilnehmenden) gegen eine weitere Zusammenarbeit mit dem Coach.
Beim FC will man sich natürlich nicht von außen reinreden oder irritieren lassen, schließlich ist keiner so nah dran und kann die Arbeit von Wagner besser beurteilen als die handelnden Personen. Kölns Sportchef Thomas Kessler (40) hat sich unter der Woche dann auch demonstrativ vor Wagner gestellt.
„Rene hat entscheidende Stellschrauben verändert und die nötigen Punkte geholt. Er macht einen sehr guten Job. Ich traue ihm daher zu, den Job zu machen. Ich habe ihn nicht aus einer Laune heraus befördert, sondern aus absoluter Überzeugung. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das in Zukunft auch so sein wird“, so der Geschäftsführer.
Kessler legt sich nahezu fest – ein gefährliches Spiel! Denn sollte Wagner gegen Heidenheim (Sonntag, 10. Mai 2026, 17.30 Uhr/DAZN und Liveticker auf EXPRESS.de) verlieren und im letzten Saisonspiel beim FC Bayern München (16. Mai) eine Abreibung kassieren, wäre der Wagner-Plan kaum umsetzbar.
Schon jetzt wird nämlich hinter den Kulissen kontrovers diskutiert. Kessler weiß: „Ich bin nicht der Einzige, der mit am Tisch sitzen wird, wenn die Entscheidung fällt. Es liegt aber in meiner Verantwortung, Dinge vorzuschlagen.“
Er muss seinen Kandidaten dem Gemeinsamen Ausschuss präsentieren. Dieses Gremium hat bei wichtigen Personalentscheidungen mit Volumen über einer Million Euro Entscheidungshoheit. Im GA sitzen Präsident Jörn Stobbe, seine Vizes Jörg Alvermann und Ulf Sobek, Mitgliederrat-Boss Fabian Schwab, seine Stellvertreterin Stacy Krott, Aufsichtsratboss Lionel Souque sowie der Vorsitzende des Beirats, Klaus Behrenbeck. In dem siebenköpfigen Gremium muss es eine einfache Mehrheit geben, heißt 4:3.
Doch solch knappe Ergebnisse wollen vermieden werden, deshalb wird schon vor Abstimmungen eine gemeinsame Linie ausgelotet. Im Fall Wagner darf man davon ausgehen, dass sich Kessler relativ sicher ist, dass das Gremium seinen Vorschlag unterstützen wird. Allerdings könnte die Rückendeckung bei zwei Niederlagen gewaltig bröckeln.
Sollte der Wagner-Vorschlag von Kessler abgeschmettert werden, steht er unter Druck. Ein neuer, externer Trainer wäre nur die B-Lösung und in Kesslers junger Karriere als Sportchef nach Friedhelm Funkel, Lukas Kwasniok und René Wagner bereits Trainer Nummer 4 innerhalb eines Jahres. Ein gefährliches Spiel! Nicht nur Kessler blickt mit Spannung auf die verbleibenden zwei FC-Spiele in dieser Saison.

