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Topspiel-FluchFC kassiert in Stuttgart fiese Altbier-Dusche

Aktualisiert

Am Karnevalssamstag musste der 1. FC Köln beim VfB Stuttgart antreten. Die Rückreise musste mit reichlich Frust im Gepäck angetreten werden.

Um 20.21 Uhr stand Lukas Kwasniok mucksmäuschenstill im Stuttgarter Stadion, die Hände tief in den Jackentaschen vergraben, die Lippen zusammengepresst, der Blick leer.

Nur wenige Sekunden zuvor hatten seine Jungs in der 90.+2 das 1:3 schlucken müssen. Wieder einmal hielt der FC gut mit, wieder einmal konnte man sich nichts dafür kaufen. Sechs Top-Spiele am Samstagabend hat der FC in dieser Saison verloren. Und die Karnevalsbilanz konnte auch nicht aufgebessert werden. Das Ganze ohne den ganz lauten Support, denn rund 700 Köln-Fans mussten wegen angeblich drohender Auseinandersetzungen mit Gladbach-Fans umdrehen. Das war insgesamt eine fiese Altbier-Dusche für den FC an Karneval!

Ache gelang der Ausgleich, dann schlug der VfB noch zweimal zu

Nur drei Siege holte der FC in den vergangenen 26 Jahren an den jecken Tagen. Den letzten gab’s vor sechs Jahren (5:0 in der Bundesliga gegen Hertha BSC). Nach der jüngsten Pleite am 22. Spieltag rutschte Köln auf Platz elf ab, bleibt bei 23 Zählern stehen. 

Es ging turbulent los im Schwabenland: Nach zwei Minuten sorgte Kölns Schlussmann Marvin Schwäbe für schnelleres Herzklopfen. Sein schlechter Pass landete bei Karazor, der Undav schickte. Doch der VfB-Stürmer schloss mit einem schlechten Lupfer ab, Schwäbe rettete mit einem guten Reflex.

Kurz darauf sprang Sebastian Sebulonsen der Ball im eigenen Strafraum an den Arm, Schiedsrichter Robert Hartmann (Wangen) stand unmittelbar daneben und ließ weiterspielen. Die Bank der Gastgeber mit Trainer Sebastian Hoeneß tobte, forderte Strafstoß. Auf der Gegenseite wurde dann Ragnar Ache von Mittelstädt geschubst – auch hier gab es keinen Strafstoß. Diesmal tobte die FC-Bank mit Kwasniok.

Nach 15 Minuten überrumpelte der VfB die Kölner: Ausgerechnet der Ex-Kölner Chris Führich spielte einen Ball in den FC-Strafraum, wo Leweling auf Demirovic ablegte – der ließ sich die Chance nicht nehmen. Da waren die FC-Verteidiger Lund, Özkacar und Martel zu weit weg von ihren Gegenspielern.

Köln fand in der Folge besser ins Spiel. Jan Thielmann probierte es mit einem satten Schuss, Jakub Kaminski scheiterte mit dem letzten Pass. So ging es mit 0:1 aus Kölner Sicht in die Kabine. Im zweiten Abschnitt probierte es der FC weiter, hatte aber kein Glück. Ache rutschte weg, Bülters Schuss aus sieben Metern ging daneben (6o.).

Nach 68 Minuten kamen Luca Waldschmidt und Said El Mala für die Verteidiger Özkacar und Schmied ins Kölner Spiel. El Mala hatte gleich einen guten Abschluss. Kurz darauf spielte der Ex-Kölner Chabot einen schwachen Pass hinten raus, Waldschmidt fing ihn ab und schickte Ache. Der FC-Stürmer lupfte den Ball traumhaft ein zum verdienten Ausgleich (79.). Da jubelten Hunderte kostümierte Fans auf der Tribüne. Beim FC kam Huseinbasic für Bülter.

Nur fünf Minuten später die gefühlte Altbier-Dusche für die Kölner: Stuttgart-Innenverteidiger Hendriks zirkelte eine perfekte Flanke vors Tor, Martel versuchte noch zu retten, doch Demirovic konnte einschieben. 2:1 für Stuttgart nach 84 Minuten. 

Kurz vor Schluss brachte Kwasniok noch Fynn Schenten und Florian Kainz für Martel und Krauß. Als Kainz auf der Außenbahn den Ball verlor, kam Stuttgart sogar noch zum 3:1 durch Undav. Der VfB ist jetzt auf Rang vier mit 42 Punkten. 

Bülter sagte: „Das ist bitter, wir waren dran und hätten einen Punkt verdient gehabt. Uns fehlt einfach ein bisschen Glück. Wir stecken nicht in einem Loch. Es ist nicht das zweite Mal, sondern das fünfte oder sechste Mal, dass man in der Kabine sitzt und sich nichts vorwerfen kann.“

Im Vergleich zum 1:2 gegen Leipzig änderte Kwasniok seine Startelf auf zwei Positionen: Isak Johannesson fehlte krank, für ihn rückte Joel Schmied rein. Said El Mala saß vorerst auf der Bank, Marius Bülter begann dafür.

So startete der FC in Stuttgart: Schwäbe – Sebulonsen, Schmied, Özkacar – Thielmann, Krauß, Martel, Lund – Bülter, Ache, Kaminski

Jamie Leweling behauptet den Ball gegen Eric Martel.

Ticker-Nachlese

Topspiel- und Karnevalsfluch geht weiter: FC verliert in Stuttgart