Beim 1. FC Köln gibt es intern einige Zerwürfnisse, die Lage bleibt nach dem 2:2 in Heidenheim angespannt. Trainer Lukas Kwasniok sprach nach dem Spiel über die Degradierung von Luca Waldschmidt und Florian Kainz.
Thema im FC-TeamKwasniok befeuert Situation nach Waldschmidt-Aus
Autor
Aktualisiert
Der ganz große Befreiungsschlag blieb aus! Der 1. FC Köln hat am Samstag (10. Januar 2026) in Heidenheim beim 2:2 nur einen Punkt entführen können. So sind es nur drei Zähler aus den letzten sieben Spielen. Der letzte Sieg gelang am 2. November gegen den Hamburger SV.
Vor den beiden Heimspielen gegen den FC Bayern München (Mittwoch, 20.30 Uhr, Sky, RTL und Liveticker auf EXPRESS.de) und gegen Schlusslicht Mainz (Samstag, 15.30 Uhr) bleibt die Lage beim FC also angespannt.
Kwasniok: „Jetzt gibt es Duelle, ich freue mich drauf!“
Gegen Heidenheim ließen die Kölner viel zu, standen nicht sehr stabil, aber sie kamen nach Gegentreffern zweimal zurück und kämpften sich in die Partie. Von Spieler gegen Trainer war nichts zu sehen, Köln trat als Einheit auf. Doch es brodelt hinter den Kulissen. Im Trainingslager in Spanien soll es zwischen Teilen der Mannschaft und Kwasniok richtig geknallt haben. Eine Folge: Luca Waldschmidt stand nach seinen kritischen Worten im EXPRESS.de-Interview nicht im Kader für Heidenheim. Auch Florian Kainz wurde ausgemustert.
Kapitän Marvin Schwäbe sagte zu den Personalien: „Natürlich ist das Thema, wenn die Jungs schon vier, fünf oder sogar schon sechs Jahre hier sind. Da hat man sich aneinander gewöhnt. Für die beiden tut es mir natürlich leid. Am Ende entscheidet der Coach und das müssen wir dann erst einmal akzeptieren.“ Kwasniok hatte die Mannschaft bei seiner Entscheidung informiert, wie Schwäbe berichtet: „Er hat uns schon eingeweiht, mehr oder weniger, wir wussten da Bescheid.“
Die Ultras hatten mit ihrem „KWASNI YOK“-Plakat (Yok bedeutet im Türkischen Nein) den Trainer nach dem Spiel kritisiert – dabei ging es auch um den Umgang mit der Mannschaft.
Kwasniok erklärte seine Maßnahme dann nach dem Spiel in Heidenheim wie folgt: „In Bezug auf Luca gibt es eigentlich nicht so viel zu sagen. Ich habe in der Vergangenheit als Trainer sowohl bei anderen Vereinen als auch hier beim 1. FC Köln verschiedene Spieler nicht in den Kader berufen. Das habe ich jetzt in dem Fall mit Kainz und Waldschmidt gemacht. In der Vergangenheit traf es Spieler wie Dominique Heintz oder Linton Maina, die sehr wohl auch hier zum Erfolg beigetragen haben.“
Der Trainer weiter: „Das sind harte Entscheidungen, aber ich bin hier am 1. Juli auch angetreten, nicht nur den Verein in dieser Liga zu halten und Punkte einzuheimsen, sondern auch, um zu entwickeln. Und Entwicklung geht nur, wenn du harte Entscheidungen triffst und junge Spieler förderst. Wir haben Youssoupha Niang das Debüt gegeben, weil er sich das erarbeitet hat.“ Zudem startete mit Fynn Schenten ein 18-jähriges Eigengewächs im Sturm. Mutige Trainer-Entscheidungen in einem der wichtigsten Spiele der Saison.
Die Waldschmidt-Ausmusterung darf man aber auch als emotionale Entscheidung werten – der Coach war einfach sauer. Das Zeichen an die Spieler ist klar und deutlich: Kritisieren darf nur, wer auch absolute Top-Leistung bringt. Viele im Umfeld finden die Marschroute des Trainers auch gut, schließlich wird die oft beschriebene Wohlfühl-Oase beim FC für einige zerstört.
Kwasniok untermauert seinen Kurs, befeuert die Situation weiter: „Wenn besser möglich ist, ist gut nicht gut genug! Und ich glaube, dass wir besser werden können, deshalb die Entscheidung für die Jungen. Sie rütteln jetzt an den Jungs, die ja in der Vergangenheit für den FC gute Leistungen gebracht haben. Jetzt gibt es Duelle und ich freue mich drauf.“
Gut möglich, dass Waldschmidt und Kainz gegen den FC Bayern wieder im Kader stehen, um bei diesen Duellen mitzumischen. Fakt ist: Sie müssen jetzt liefern!



