Immer wieder Standard-ÄrgerGroße FC-Schwäche: „Ernst gemeinte Frage: An wem liegt das?“

Nicolas Capaldo erzielt gegen den 1. FC Köln ein Kopfballtor.

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Der 1. FC Köln hat in Hamburg mal wieder ein Standardgegentor bekommen.

Der 1. FC Köln bekommt seine große Standard-Schwäche nicht in den Griff. Unverständnis darüber gab es jetzt auch wieder im FC-Podcast „Wir waren klar besser“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger.

In der Saison 2025/26 kassierte der 1. FC Köln etliche Tore nach Standardsituationen. Viel zu viele, wenn es nach den Verantwortlichen und den Fans geht.

René Wagner (38), über den Sommer vom Interims- zum Cheftrainer befördert, sollte dieses große FC-Problem in seiner ersten Vorbereitung in den Griff bekommen. Nach den ersten fünf Pflichtspielen kann man sagen: Vorhaben gescheitert!

Christian Löer: „Man ist ja fassungslos!“

Denn in den fünf Partien haben die Kölner schon wieder vier Gegentore nach ruhenden Bällen fressen müssen. Zuletzt das zwischenzeitliche 0:1 beim Hamburger SV nach einer Ecke.

Was die FC-Fans gerade beim jüngsten Beispiel wütend macht: Drei Hamburger standen mutterseelenallein im Fünfmeterraum der Kölner, die FC-Profis versammelten sich stattdessen, warum auch immer, gemeinsam am kurzen Pfosten.

Das brachte am Sonntag auch schon Mario Basler (57) im Sport1-„Doppelpass“ zur Weißglut. Die Standardschwäche war natürlich auch Thema im FC-Podcast „Wir waren klar besser“ von EXPRESS und Kölner Stadt-Anzeiger.

KStA-Sportchef Christian Löer blickte noch einmal auf das Standardgegentor in Hamburg zurück: „Wenn man sich anschaut, wie der FC da steht: Man ist ja fassungslos!“ Auch EXPRESS-Reporter Jürgen Kemper fand nur schwer die richtigen Worte: „Drei HSV-Spieler stehen völlig blank und drei Leute vom FC wissen nicht, wo oben und unten ist. Wie kann es dazu kommen?“

Kemper redete sich fast schon in Rage: „Da wird mir dann erklärt, dass es ein Abstimmungsfehler ist. Das war mehr als ein Abstimmungsfehler. Nein, das ist ein Grundsatzfehler. Das war jetzt keine revolutionäre Ecke. Klar, die haben den Fünfer dichtgemacht und einen vor Schwäbe gestellt. Aber das ist nichts Revolutionäres. Da wurde die Ecke nicht neu erfunden.“

Auch Wagner war nach der Partie sichtlich angefressen und nahm seine Spieler in die Pflicht: „Wir haben nicht so gestanden, wie wir besprochen haben. Das müssen wir mit den Jungs besprechen. Unter Stress macht man Fehler.“

Diese Aussage des Trainers musste Löer erst einmal sacken lassen: „Da sind wir wirklich in einem Bereich, wo ich so denke: Okay, Freunde, wir spielen halt schon Fußball-Bundesliga.“ Auch für Kemper waren diese Wagner-Sätze schwer zu begreifen: „Wer ist denn daran schuld, dass die Spieler nicht wissen, wo sie stehen müssen? Eine ernst gemeinte Frage: An wem liegt das?“

Hier könnt ihr euch die neue Folge anhören:

Löer bezog sich auch noch einmal auf die Druck-Aussage. Dieser Druck sei vor 55.000 Fans im Volksparkstadion natürlich da, aber: „Dann denke ich: So krass unter Druck stand der FC eigentlich nicht. Es war nicht so, dass du denkst so: Oh Gott, hol mich hier raus. Sondern eigentlich hast du das Spiel ganz gut unter Kontrolle. Dann hat der Gegner einen Standard – und eigentlich ist ja vorher ausgemacht, wer wo steht.“

FC-Sechser Ellyes Skhiri (31) sprach davon, der HSV habe eine Variante gespielt. Aber auch hier konnte Kemper nicht zustimmen: „Der Ball kommt in den Fünfer. Wenn das heutzutage eine Variante ist ... Es ist doch erstmal so: Sichere deinen Fünfer und guck, dass dein Torwart frei ist, der übrigens wieder mal auf der Linie geklebt ist. Ich sage: Toni Schumacher hätte früher seine eigenen Mitspieler und den Gegner dabei aufgefressen bei dem Ball in den Fünfer.“

Jürgen Kemper: „Wann fängt man denn damit an?“

Für Löer hat Wagner auf der Pressekonferenz nach dem Spiel einen entscheidenden Satz gesagt: „Einen Teil der Analyse hat uns René Wagner selbst abgenommen, indem er auf der PK gesagt hat: ‚Nun ja, wir können alles analysieren und besprechen, aber irgendwann müssen wir das auch mal umsetzen und besser machen.‘“

Für Kemper stelle sich daher die Frage, wann die besprochenen Dinge denn endlich umgesetzt werden. Denn von den Problemen wisse man beim FC eben nicht erst seit gestern: „Wann fängt man denn damit an?“

Der FC-Plan sei gewesen, mit Interimstrainer Wagner in der vergangenen Saison den Klassenerhalt zu sichern: „Hat geklappt, Haken hinter.“ Der Kader sei dann in Absprache mit Wagner zusammengestellt worden und in der kompletten Vorbereitung habe er mit seinem Trainerteam viel Zeit gehabt, all diese Anpassungen vorzunehmen.

„So habe ich das verstanden“, sagte Kemper: „Und jetzt stellen wir nach vier Spielen fest: Ja gut, Standards passen nicht so richtig. Es gibt mindestens immer eine Halbzeit, in der nicht das gespielt wird, was wir uns vorgenommen haben. Wir spielen nie zu Null. Und dann heißt es so: Jetzt müssen die Jungs das mal umsetzen. Wann denn? Wann wird das denn umgesetzt?“

Wagner hat jetzt erst einmal wieder drei Wochen Zeit, mit seiner Mannschaft an den Stellschrauben zu drehen, in der XXL-Länderspielpause fehlen allerdings auch neun Profis, davon sechs potenzielle Stammspieler.

Am 11. Oktober (Sonntag, 15.30 Uhr/DAZN und Liveticker auf EXPRESS.de) geht es brisant weiter: Es wartet das Derby gegen Borussia Mönchengladbach. (tsc)