Am Sonntag trifft der 1. FC Köln auf den Rivalen von der anderen Rheinseite. Auch für Trainer René Wagner geht es gegen Bayer Leverkusen um einiges.
Oft nah dran, aber knapp danebenKölns Derby-Plan: „Boah, wird das ekelig“

So richtigen Bezug zur gelebten Rivalität zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen hat FC-Coach René Wagner (38) erst seit kurzer Zeit. Der Trainer wurde 1988 noch in der damaligen DDR in Dresden geboren, spielte bei Klubs wie VfB Oldenburg, VFC Plauen, Wacker Nordhausen und dem Bischofswerdaer FV 08. In Nordamerika war er bei den Pacific Sharks aktiv und startete seine Trainerkarriere.
Als Co-Trainer des SC Paderborn kam er dann mit Steffen Baumgart (54) zum 1. FC Köln (2021 bis Januar 2024). 2025 kehrte er als Co-Trainer unter Lukas Kwasniok (45) zurück ans Geißbockheim und übernahm im Frühjahr 2026 die Cheftrainerrolle. Jetzt steht er als Cheftrainer vor seinem zweiten Spiel gegen Leverkusen. Und der Coach ist heiß auf seinen ersten Derby-Coup daheim!
Köln-Trainer Wagner will die Mini-Krise der Leverkusener nutzen
Die Erinnerungen an die Bayer-Duelle in Köln sind keine guten. Oft hieß es: Nah dran, aber knapp daneben! Im April dieses Jahres gab es daheim eine 1:2‑Niederlage. Für die Werkself traf Patrik Schick doppelt, Luca Waldschmidt konnte nur noch verkürzen.
Als Co-Trainer gab es zuvor daheim ein 2:2 und ein 1:2. Im Rhein-Energie-Stadion hat Wagner also bisher nicht gegen die Werkself gewinnen können. Nur auswärts gab es 2022 (1:0) und 2023 (2:1) zwei Siege.
Wagner sagt: „Das Heimspiel gegen Leverkusen in der vergangenen Saison war auch schon eins unserer besseren Spiele, bei dem wir eigentlich hätten gewinnen können. Da hat die Leistung gepasst, nur leider nicht das Ergebnis. Wir haben das Gefühl, dass wir da etwas gut machen wollen. Wir wollen sie zu Hause jetzt endlich mal schlagen. Ich bin schon lange im Verein und hatte bereits einige Spiele zu Hause, bei denen wir das Gefühl hatten, dass wir mehr verdient hatten als Unentschieden oder Niederlage. Jetzt hoffe ich, dass wir uns am Sonntag belohnen.“
Der FC-Trainer weiß, worauf es bei solchen Duellen ankommt, um am Ende die Nase vorn zu haben. Die Festung Müngersdorf soll halten: „Wir freuen uns auf das Spiel, wir haben eine riesige Chance zu Hause und brauchen jeden Fan. Wir können als Mannschaft mit den Fans in unserem Stadion gemeinsam eine Wucht entwickeln, die jedem Gegner wehtun kann. Zu Hause sind wir ungeschlagen, das soll am Sonntag so bleiben.“
Wagner beschwört den Derby-Geist und will Schaum vor dem Mund seiner Spieler sehen! „Das große Ziel sind drei Punkte. Wir haben auch Mittel und Wege, das zu tun. Die Mannschaft weiß Bescheid und weiß, worauf es ankommt. Wir wollen mit der ganzen Stadt feiern können. Für uns heißt es: Vollgas, Leidenschaft, dagegenhalten und Duelle gewinnen. Das wollen wir beweisen gegen eine Mannschaft, die sich in einer anderen Tabellenregion sieht. Wir müssen auch selbst mit dem Ball Akzente setzen.“
Bayer hat zuletzt von vier Pflichtspielen drei verloren. Beim FC hofft man, dass die Mini-Krise bei Bayer eine Rolle spielen wird. „Ich hoffe, dass wir von Anfang an Unsicherheit stiften können beim Gegner. Dass sie von Beginn an merken: Da geht für uns heute auch nichts. Dieses Gefühl müssen wir von der ersten Sekunde an im Stadion entfachen“, so Wagner. Bayer müsse fühlen: „Boah, wird das ekelig! Weil sie auch aus einer Phase kommen, wo vielleicht genau das in Spielen passiert ist.“
So könnte der FC starten: Schwäbe – Sebulonsen, Schmied, Simpson-Pusey, Sosa – Okon-Engstler, Krauß – Maina, Moore – Bülter, S. El Mala
So könnte Bayer starten: Flekken – Quansah, Tapsoba, Medina, Gutiérrez - García, Fernández – Hofmann, Maza, Moreira – Schick.
