Jakub Kaminski erlebt in seinem Privatleben einen ganz besonderen Moment. Sportlich muss er bei den Benfica-Fans noch Überzeugungsarbeit leisten.
Erste Auftritte bei BenficaEx-FC-Star im privaten Glück – Fans skeptisch

Süße Nachrichten von Jakub Kaminski (24). Der Pole, in der vergangenen Saison ein entscheidender Faktor zum Klassenerhalt des 1. FC Köln, ist zum ersten Mal Papa geworden!
Partnerin Monika hat den gemeinsamen Sohn Benedykt zur Welt gebracht. Auf Instagram zeigte der stolze Papa am Samstag (1. August 2026) ein paar Fotos aus dem Krankenhaus, schrieb dazu: „Der größte Segen und der schönste Moment im Leben.“
Hartes Kaminski-Urteil: „Hat nicht das Niveau“
Viele seiner ehemaligen FC-Kollegen freuten sich in den Kommentaren mit. „Glückwunsch, Bro, ein echter Segen“, schrieb Jahmai Simpson-Pusey, der vor wenigen Monaten selbst erstmals Vater geworden war. Joel Schmied freute sich über „Kuba junior“ und auch Jan Thielmann, Isak Johannesson und der 1. FC Köln gratulierten.
In Köln hat der polnische Nationalspieler tiefe Spuren hinterlassen. Dass er sich nach nur einem Jahr für den nächsten Schritt entschied, hat ihm niemand übelgenommen. Zumal der FC, der zunächst die Kaufoption über 5,5 Millionen Euro für Kaminski gezogen hatte, finanziell gut entschädigt wurde. Benfica Lissabon aktivierte die Ausstiegsklausel von 17 Millionen Euro, Köln machte ein ordentliches Transfer-Plus.
Bei den Portugiesen hat Kaminski mittlerweile seine ersten beiden Pflichtspiele absolviert. In der Qualifikation zur Europa League stand er gegen den FC St. Gallen in beiden Partien in der Startelf.
Bei der überraschenden 1:2-Niederlage im Hinspiel wurde er in der 66. Minute ausgewechselt, beim 5:0 im Rückspiel, zu dem er eine Vorlage beisteuerte, war nach 75 Minuten Schluss.
Trotz seines Assists zum zwischenzeitlichen 2:0 durch Vangelis Pavlidis (55.) muss Kaminski bei den Benfica-Fans noch etwas Überzeugungsarbeit leisten. Auf eine Frage des bekannten Benfica-Accounts O Fura-Redes auf X, wie der erste Eindruck zu Kaminski sei, fielen die Kommentare nicht gerade positiv aus.
„Er braucht noch Zeit, um sich an unseren Fußball und die Ideen des Trainers zu gewöhnen“, schrieb ein User mit einer völlig berechtigten Nachsicht, die in einigen anderen Wortmeldungen nicht zu finden war. „Er hat nicht das Niveau, um bei Benfica zu spielen. Er ist auf dem Niveau von Vitória Guimarães. Dass er jetzt spielt, zeigt deutlich, in welchen Zustand wir angekommen sind“, schimpfte ein Fan. „Scheint ein Flop zu sein. Man weiß nie, aber ich habe nichts gesehen, das mich begeistert hätte. Und das ist normal. Mit Spielern aus dem deutschen Tabellen-Mittelfeld kommt Benfica nicht weit“, schrieb ein weiterer Fan. Auch war zu lesen: „Er arbeitet hart, aber bei ihm am Fuß weint der Ball viele Tränen.“
Andere verteidigten den vielseitigen Offensivspieler aber auch. „Ich kann 90 % der Kommentare nicht verstehen. Kaminski war ziemlich gut und ist ein intensiver Spieler mit guten Bewegungen ohne Ball und intelligent. Besonders wenn man bedenkt, dass er gerade erst zum Verein gekommen ist“, schrieb ein Fan.
Die portugiesische Zeitung „A Bola“ gab Kaminski im Rückspiel die Note 6 von 10 und bescheinigte ihm damit eine durchschnittliche Leistung. „Eine schwache erste Halbzeit, geprägt von Fehlentscheidungen, wenngleich er defensiven Einsatz zeigte. Nach der Pause steigerte er sich deutlich. In der 55. Minute täuschte er eine Ballannahme vor, ließ den Ball für Pavlidis durchlaufen und rückte anschließend nach, um die Vorlage für den zweiten Treffer des Griechen zu liefern. Er wirkte sicherer, wenn er im Zentrum agierte“, hieß es in der Einzelkritik.
Klar ist: Angesichts der nicht unerheblichen Ablösesumme sind die Erwartungen an Kaminski in Portugal hoch. In Köln hatte er es etwas leichter, sich in die Herzen der Fans zu spielen – und tat das eindrucksvoll.
Kaminski wird weitere Gelegenheiten bekommen, auch den Benfica-Anhang von sich zu überzeugen. Bereits am kommenden Donnerstag (6. August) steht in der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League das Hinspiel gegen den schottischen Vizemeister Heart of Midlothian auf dem Programm. Sollten sich die Portugiesen durchsetzen, stünde nur noch die Playoff-Runde zwischen ihnen und der Liga-Phase.
