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Hector vor KarriereendeBayern-Training, Barca-Gerüchte & mehr: 14 Geschichten zur FC-Legende

Jonas Hector grinst beim Training des 1. FC Köln.

Jonas Hector, hier am 16. Mai 2023 am Geißbockheim, beendet seine Karriere beim 1. FC Köln.

Zum Abschied von Jonas Hector blickt EXPRESS.de zurück auf die Karriere des Ex-Nationalspielers. Hier kommen 14 Geschichten zur legendären Nummer 14 des 1. FC Köln.

von Martin Zenge (mze)

Samstagnachmittag, gegen 17.20 Uhr, endet beim 1. FC Köln eine Ära. Kapitän Jonas Hector macht nach dem Saison-Finale gegen Bayern München, an seinem 33. Geburtstag, Schluss mit dem Profi-Fußball – nach 13 Jahren am Geißbockheim, nach rund 30.000 Pflichtspiel-Minuten für die FC-Profis.

Zuvor liefert EXPRESS.de 14 Fakten, Geschichten und beeindruckende Zahlen zur legendären Nummer 14. Mach et joot, Jonas!

Probetraining bei den Bayern, aber Jonas Hector ging zum 1. FC Köln

Bayern-Probetraining: Am 1. Juli 2010 wechselte Hector von seinem Heimatverein SV Auersmacher nach Köln. Zuvor hatten auch einige andere Profi-Klubs Interesse gezeigt. Unter anderem der SC Freiburg, wie zuletzt Trainer Christian Streich verriet. Dazu Kaiserslautern, Bochum und Hoffenheim. Bei der Zweitvertretung des FC Bayern München hatte der Saarländer sogar ein mehrtägiges Probetraining absolviert – mit David Alaba (jetzt Real Madrid) und unter der Leitung von Coach Mehmet Scholl. Dieser erkannte Hectors Talent allerdings nicht...

Alles zum Thema Jonas Hector

Mallorca-Treffen: Hector schloss sich zunächst der U21 des 1. FC Köln an. Das erste Zusammentreffen mit seinen neuen Teamkollegen, so erzählte man sich anschließend am Geißbockheim, fand im Sommer 2010 auf Mallorca statt. Offenbar traf der damals 20-Jährige, der einen Mannschaftstrip mit Auersmacher unternahm, zu fortgeschrittener Stunde auf Carsten Cullmann, der wiederum mit Kölns U21 unterwegs war. „Herr Cullmann, ich spiele nächstes Jahr mit Ihnen zusammen“, sagte Hector ganz ehrfürchtig. „Culli“ bot ihm sofort das Du an.

FC-Debüt mit Uth und Terodde: Als Hector das erste von 410-mal in einem Pflichtspiel den Geißbock auf der Brust trug, schauten nur 1400 Fans zu. Es war der erste Spieltag der Regionalliga-Saison 2010/11: Die FC-U21 gewann durch Tore von Mark Uth und Simon Terodde im heimischen Franz-Kremer-Stadion mit 3:1 gegen Borussia Dortmunds Zweitvertretung, Hector wurde nach 84 Minuten für Rachid Bouallal eingewechselt. Insgesamt lief er 63-mal für die U21 auf, das Heimspiel gegen Bayern wird sein 347. Einsatz für die Profis.

Start mit Poldis 36: Hectors erste Profi-Rückennummer beim FC war gar nicht die 14 – sondern die 36, mit der einst Lukas Podolski debütiert hatte. Mit dieser saß er bei seiner Kader-Premiere in der Bundesliga, am 25. Februar 2012 gegen Bayer Leverkusen, auf der Bank. Bei seinem Debüt, am 18. August 2012 im DFB-Pokal in Unterhaching, trug er dann aber die 14, die zuvor schon in der U21 seine Nummer gewesen war.

Steffen Baumgart ist Jonas Hectors neunter Profi-Trainer beim 1. FC Köln

Zweiter Vorname: Beim FC bekam der nie aus der Ruhe zu bringende Hector von Teamkollege Maurice Exslager einst den ironisch gemeinten Spitznamen „Harry Hektik“ verpasst. In Anlehnung an die Schlümpfe nannten ihn einige Mitspieler aufgrund seiner Brille auch „Schlaubi“. Sein zweiter Vorname dagegen schallte am Geißbockheim wohl nie über den Platz: Armin.

Neun Trainer: Während Hector immer blieb, kamen und gingen die Trainer – Steffen Baumgart ist sein neunter Chefcoach bei den FC-Profis. Debütiert hatte er unter Holger Stanislawski, es folgten Peter Stöger, Stefan Ruthenbeck, Markus Anfang, André Pawlak, Achim Beierlorzer, Markus Gisdol, Friedhelm Funkel und eben Baumgart. Bei der U21 coachten ihn zudem Frank Schaefer, Rainer Thomas und Dirk Lottner.

Holger Stanislawski und Jonas Hector stehen beim 1. FC Köln auf dem Trainingsplatz.

Jonas Hector (am 14. August 2012) mit seinem ersten von neun Profi-Trainern beim 1. FC Köln, Holger Stanislawski

Studium abgebrochen: In seinen ersten Profi-Jahren begann Hector ein Fernstudium an der Universität Oldenburg. Sein Fach: BWL. Abgeschlossen hat er dieses aber „leider nicht“, erzählte er zuletzt im „11Freunde“-Interview: „Durch die Gewissheit, in meinem Job so gut verdient zu haben, dass ich nicht auf ein Studium angewiesen bin, hat mir am Ende der Ehrgeiz und die Entschlossenheit gefehlt, es durchzuziehen.“

DFB-Dauerbrenner: Von seinem Debüt am 14. November 2014 (4:0 gegen Gibraltar) bis zu seinem letzten Auftritt am 19. November 2019 (6:1 gegen Nordirland) absolvierte Hector insgesamt 43 Länderspiele. Von 2015 bis 2017 war er unter Jogi Löw als Linksverteidiger gesetzt. Eine besondere Dauerbrenner-Rolle hatte er im Kalender-Jahr 2015, in dem er als einziger Nationalspieler in allen neun DFB-Partien in der Startelf stand.

So viele FC-Spiele absolvierte Jonas Hector mit Timo Horn

Barcelona nur „ein Gerücht“: Hector war dem FC immer treu, trotz des zwischenzeitlichen Abstiegs (2018) und obwohl ihn der eine oder andere Top-Klub auf dem Zettel hatte. Sogar der große FC Barcelona soll angeklopft und den Kölnern 40 Millionen Euro Ablöse geboten haben. Laut Hector selbst nur „ein Gerücht“, wie er nun gegenüber „11Freunde“ erklärte: „Das Angebot hat es nie gegeben.“ Und: „Soweit ich mich erinnere, hatte ich den Jahren nur ein einziges ernstzunehmendes Angebot von einem anderen Verein vorliegen – und das kam für mich nicht infrage.“

Einziger Platzverweis gegen Baumgart: Nur einmal in seiner Karriere flog Hector vom Platz – und das gegen seinen jetzigen Trainer Steffen Baumgart. Bei Kölns 3:5-Heimpleite gegen den SC Paderborn in der Zweitliga-Saison 2018/19 sah er nach 81 Minuten Gelb und sechs Minuten später wegen eines taktischen Fouls Gelb-Rot. In seinen letzten drei Bundesliga-Jahren kam der Defensiv-Allrounder übrigens komplett ohne Gelb-Sperre aus, wurde höchstens dreimal verwarnt.

Aus dem Saarland in die Domstadt

Die Karriere von FC-Kapitän Jonas Hector

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Letztes Tor in der Relegation: Sollte Hector in seinem Abschiedsspiel gegen die Bayern nicht treffen, bleibt sein letztes von insgesamt 23 Profi-Toren (plus 29 Vorlagen) der Kopfball zur wahnsinnig wichtigen 1:0-Führung im Relegations-Rückspiel in Kiel am 29. Mai 2021. Seinen ersten Profi-Treffer hatte er auf dem Weg zum Aufstieg 2014 gegen Union Berlin (4:0 am 4. November 2013) erzielt.

267 Spiele mit Horn: Timo Horn war der einzige Mitspieler, den Hector Ende April in seiner Karriereende-Ansprache nach dem Sieg bei der TSG Hoffenheim erwähnte. „Timo ist der, mit dem ich am längsten hier bin. Er hat quasi meine ganze Karriere begleitet“, sagte der Kapitän bei seiner emotionalen Kabinen-Rede. Zählt man alle Wettbewerbe zusammen, standen Hector und Horn in sage und schreibe 267 (!) Pflichtspielen gemeinsam für den FC auf dem Rasen.

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Zweite Heimat Köln: Auch nach seinem Profi-Abschied will Hector mit seiner Familie in Köln wohnen, wie er mal im „GeißbockEcho“ verriet: „Ich würde nicht so weit gehen und mich als Kölner bezeichnen, aber ich fühle mich unheimlich wohl in der Stadt. Sie ist meine zweite Heimat geworden. Auch nach meiner Karriere wird Köln mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mein Lebensmittelpunkt bleiben.“ Seine Lieblingsorte: Zuhause, Rhein-Energie-Stadion, schöne Cafés.

Alte-Herren-Angebote: Der SV Auersmacher und der 1. FC Köln, die einzigen Vereine, für die Hector je gekickt hat, bemühen sich weiterhin um seine Dienste. „Ich hoffe, dass er uns bei den Alten Herren unterstützt und das eine oder andere Spiel macht. Da wollen wir nächste Saison den Saarland-Pokal gewinnen“, erklärte Auersmacher-Sportvorstand André Hemmer gegenüber EXPRESS.de. Stephan Engels, der das FC-Traditionsteam koordiniert, sagte wiederum dem „Kölner Stadt-Anzeiger“: „Wir freuen uns auf ihn in der Traditionsmannschaft, er hat mir bereits Bereitschaft signalisiert, dass er sich das vorstellen kann.“ Wer das Duell gewinnt, bleibt abzuwarten…