Der 1. FC Köln möchte sich in den kommenden Jahren zurück in die absolute Spitze kämpfen. Doch aktuell hängt die Entwicklung am seidenen Faden. Michael Mronz sitzt im FC-Beirat und berät den Klub in wichtigen Fragen. EXPRESS.de traf den Unternehmer.
Sitzt auch im IOCFC-Beirat spricht über Stadion-Chancen & drohenden Abstieg

Als Sportmanager hat er Anfang der 2000er Jahre Basketball in Köln wieder groß gemacht, das CHIO in Aachen zu einem Weltturnier geformt oder die Leichtathletik-WM 2009 in Berlin vermarktet. Seit 2023 sitzt Michael Mronz (59) im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und im Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
Der gebürtige Kölner ist seit einigen Jahren auch im Beirat des 1. FC Köln aktiv. Aktuell schaut Mronz mit Spannung auf den Ratsbürgerentscheid in seiner Heimatstadt: Wollen die Kölnerinnen und Kölner eine Bewerbung für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 unterstützen? Bis zum 19. April 2026 können die Bürgerinnen und Bürger abstimmen.
FC-Beirat Michael Mronz: Kölner Stadion könnte sehr von Olympia profitieren
Mronz glaubt im Gespräch mit EXPRESS.de, dass bei einer Bewerbung auch der FC profitieren kann: „Ereignisse wie die Olympischen und Paralympischen Spiele mit einem festen Zieldatum sorgen auch dafür, dass Projekte umgesetzt werden. Das hat die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 brillant gezeigt: Alle Stadien waren vorher fertig. Der 1. FC Köln profitiert heute noch davon. Auch von der Fußball-Europameisterschaft, als nochmals modernisiert wurde.“
Die Frage, die viele Fans umtreibt: Kann im Zuge von Olympia das Rhein-Energie-Stadion auch aufgestockt werden? Ist das eine Chance?
Mronz sagt: „Für das Olympia-Konzept, das vorgelegt wurde, ist ein Ausbau nicht notwendig. Allerdings geht man bei Bauten wie großen Stadien davon aus, dass sie alle 30 bis spätestens 40 Jahre neu gebaut oder grundlegend saniert werden müssen. Das Rhein-Energie-Stadion könnte sehr von Olympischen Spielen profitieren.“
Ob das Fassungsvermögen in den nächsten Jahren angehoben werden kann, wird sich zeigen. Fakt ist: Das Stadion, das Ende 2004 fertiggestellt wurde, fasst aktuell 50.000 Zuschauer, ein Ausbau auf 75.000 Zuschauer ist technisch möglich.
Doch bevor es so weit kommt, müssen zahlreiche andere Aspekte geklärt werden: Infrastruktur in Müngersdorf, zusätzliche Parkmöglichkeiten und vor allem Baukosten und Finanzierung. Mit dem Rückenwind einer möglichen Olympia-Bewerbung könnte das Thema auf jeden Fall Fahrt aufnehmen.

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Michael Mronz am 26. März 2026 beim Gespräch in der EXPRESS.de-Redaktion.
Dank seiner guten Vernetzung in Politik und Sport, ist die Expertise von Mronz am Geißbockheim sehr geschätzt. Er sagt über seine Arbeit: „Ich bin in den FC-Beirat gekommen, als ich noch nicht im IOC war. Das war also nicht der ausschlaggebende Faktor. Es ist gut, dass der Beirat eine gewisse Breite an Themen hat, die er einbringen kann. Meine Themen sind Event und Organisation sowie Vermarktung. Der FC ist gerade auf dem Weg, die Vermarktung eigenständig aufzusetzen. Da gibt es dann den ein oder anderen Austausch.“
Mronz kann also bei einigen Themen ganz konkrete Hilfestellung anbieten, er führt aus: „Es ist gut, dass der Beirat berät, aber nicht entscheidet. Wir tagen viermal im Jahr, da hat man logischerweise nicht die komplette Transparenz in allen Gebieten. Es ist aber gut, wenn man sich zu bestimmten Themen einbringt oder auch mal zu allgemeinen Themen Fragen stellt, um dem Vorstand im positiven Sinne auch eine neue Perspektive zu erschließen.“
Olympia und Köln – befruchtet man einander bei solch einem Thema? Mronz erklärt: „Einen intensiven Austausch gab es nicht, aber der FC hat natürlich klargemacht, dass er eine deutsche Bewerbung unterstützen wird.“
Aktuell befindet sich der FC nach gutem Saisonstart im Abstiegskampf. Es wäre schon essenziell, dass man die Klasse hält. Mronz sagt: „Natürlich ist der Klassenerhalt wichtig für die weitere Entwicklung des Klubs. Aber der FC hat auch gezeigt, dass er sich in der 2. Liga wirtschaftlich gut behaupten kann. Es sollte aber nicht das Ziel sein, das erneut unter Beweis zu stellen.“


