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Geht das gut?Kesslers Plan im Abstiegskampf: Risiken und Chancen

René Wagner, Ulf Sobek und Thomas Kessler beim Training am Geißbockheim.

Copyright: IMAGO/Jan Huebner

René Wagner soll den 1. FC Köln als Interimstrainer in der Bundesliga halten. Im Hintergrund Vizepräsident Ulf Sobek und Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler.

Beim 1. FC Köln stehen einmal mehr entscheidende Wochen an. Kann die Mannschaft den freien Fall stoppen und die Klasse halten? Oder gibt es einen weiteren Abstieg, der den Klub in seinen Grundfesten erschüttern würde?

Der 1. FC Köln hat sieben Spieltage vor dem Saisonende die Reißleine gezogen. Trainer Lukas Kwasniok (44) wurde nach zuletzt nur zwei Siegen aus 18 Spielen freigestellt. Für ihn übernimmt allerdings kein Feuerwehrmann, sondern Co-Trainer André Wagner (37).

In der Liga schaut man mit großen Augen auf den FC. Was ist da los? Fakt ist: Beim FC sind nur Neulinge in der jeweiligen Führungsposition am Werk! Kann das im Abstiegskampf gutgehen?

1. FC Köln: Aktuell nur Führungsneulinge auf den entscheidenden Positionen

Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (40) wurde erst vor der Saison zum Sportdirektor ernannt, später dann zum Geschäftsführer befördert. Für Kwasniok war es das erste Traineramt in der Bundesliga. Für seinen Nachfolger Wagner ist es sogar die erste Cheftrainer-Position im deutschen Fußball. Und Vizepräsident Ulf Sobek ist erst seit wenigen Monaten im Amt und zuständig für den sportlichen Bereich.

Nicht wenige sind aufgrund dieser Tatsache skeptisch: Wer führt den Klub durch die Krise? Wer gibt die Richtung vor? Wer behält die Nerven im Millionen-Business Fußball? Schließlich geht es um die Zukunft des 1. FC Köln. EXPRESS.de nennt Risiken und Chancen von Kesslers Weg.

Die Risiken:

Mannschaft und Verein: Der achte Abstieg nach 1998, 2002, 2004, 2006, 2012, 2018 und 2024 würde den Klub erneut um Jahre zurückwerfen. In der 2. Liga gibt es knapp 30 Millionen Euro weniger TV-Geld und 15 Millionen Euro weniger Sponsoring-Einnahmen. In allen Bereichen wird dann wieder extrem gespart werden müssen. Am meisten wird die Profimannschaft betroffen sein. Beim Abstieg 2024 sank der Etat von 45 Millionen auf 25 Millionen Euro. Die möglichen Einnahmen aus einem Verkauf von Juwel Said El Mala würden quasi sofort aufgefressen.

Trainer: Sollte René Wagner in den kommenden Spielen mit der Mannschaft nicht die Kurve bekommen, wäre das im Hinblick auf eine große Trainerkarriere mehr als schädlich. Er selber hatte vor rund einem Jahr gesagt, dass man nur eine Chance bekommen würde, wenn man keine große Spielerkarriere hinter sich hat. Jetzt sagte er: „Die eine Chance habe ich auf jeden Fall bekommen. Mal schauen, ob es die letzte bleibt. Ich bin natürlich ein junger Trainer, vielleicht habe ich mich damals geirrt und bekomme doch eine mehr.“

Sport-Geschäftsführer und Vorstand: Thomas Kessler wurde zu Beginn der Saison von allen Seiten gelobt. Doch in den vergangenen Wochen war von Anerkennung kaum noch etwas zu hören. Im Umgang mit Kwasniok fehlte vielen die Führung eines starken Sportbosses. Jetzt setzt er in den wichtigsten Spielen der Saison auf einen Trainer-Nobody. Ein Abstieg mit dem FC würde auch für Kessler mehr als eine Niederlage sein.

Ähnliches gilt für den Vorstand, der im Herbst 2025 gewählt wurde. Mit Vize Ulf Sobek sollte endlich Sportkompetenz in das Präsidium einziehen. Zahlreiche Projekte sollten vorangetrieben werden, man wollte mit offener Kommunikation glänzen. Bei einem Abstieg muss man den neuerlichen Unfall erklären und die Scherben zusammenkehren. 

Die Chancen:

Mannschaft und Verein: Jedes Jahr in der Bundesliga bringt den FC voran. Kessler hat aktuell einen Kader mit zahlreichen interessanten Leihspielern zusammengestellt. Nach den Investitionen des vergangenen Sommers (rund 23 Millionen Euro) könnte dieses Mal noch mehr investiert werden, um die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen. Und wer weiß, vielleicht bleibt auch Said El Mala noch ein Jahr beim FC, um mit dem Klub zu wachsen.

Trainer: Der Klassenerhalt wäre ein Start einer hoffentlich großen Trainerkarriere für René Wagner. Und Köln würde seine Philosophie um eine Erfolgsstory erweitern: Nachwuchs aus den eigenen Reihen. Wagner war zweimal Co-Trainer, könnte als Cheftrainer durchstarten. Thomas Kessler schaffte den Sprung vom Jugendtorwart zum Geschäftsführer und Lukas Berg war einst Praktikant auf der Geschäftsstelle, ist jetzt technischer Direktor bei den Profis.

Sport-Geschäftsführer und Vorstand: Mit dem Klassenerhalt kann Kessler seine Visionen mit dem Klub weiter fortsetzen. Und zwar mit dem Fuß auf dem Gaspedal. Er will den Klub in den nächsten fünf Jahren in der 1. Liga etablieren. Einige personelle Umstrukturierungen hat Kessler in Zusammenarbeit mit dem Präsidium schon umgesetzt. Tim Steidten dürfte beim Klassenerhalt als neuer Kaderplaner seine Kompetenzen auf der großen Bühne zeigen. Das Präsidium um Jörn Stobbe könnte im Erfolgsfall weiter in Ruhe an der Umsetzung von Zukunftsvisionen arbeiten.

Der FC hat noch sieben Spiele vor der Brust: Frankfurt (A), Bremen (H), St. Pauli (A), Leverkusen (H), Union Berlin (A), Heidenheim (H), FC Bayern München (A). Beim Blick auf Risiken und Chancen kann man nur viel Glück wünschen.

Torjubel beim 1. FC Köln.

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