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„Dürfen die Chance nicht vergeben“Kölner Sport-Ikonen mit klarem Appell

Gruppenfoto bei der Präsentation des Kölner Sportjahrs.

Copyright: Arton Krasniqi

Sportgrößen, Veranstalter und Botschafterinnen und Botschafter warben am Montag (9. März 2026) bei der Präsentation des Kölner Sportjahrs für ein Ja zur Olympia-Bewerbung.

Das Kölner Sportjahr umfasst mehr als 30 Veranstaltungen, die die breite Vielfalt des Sports widerspiegeln. Alles wird jedoch überlagert vom Bestreben, Olympische und Paralympische Spiele in die Region zu holen.

Köln steht vor einem aufregenden Sportjahr. In den kommenden Monaten stehen mehr als 30 Veranstaltungen aus dem Breiten- und Spitzensport auf dem Programm. Bunt und vielfältig ist die Auswahl.

„Köln kann Sport“ – diese Botschaft stand über der Präsentation des Sportjahrs. Erneut gibt es Events für den Nachwuchs, zur Inklusion, aber auch mit internationaler Strahlkraft. Dass es am Montag (9. März 2026) im Sport- und Olympiamuseum so voll war, hatte aber noch einen anderen Grund.

Kölner Sportjahr 2026: Mehr als 30 verschiedene Veranstaltungen

Das Bestreben, Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 nach Köln und in die Region zu holen, elektrisiert die Sportbegeisterten. „Spiele sind das weltweit größte Sportereignis“, unterstrich Oberbürgermeister Torsten Burmester. Als ehemaligem Vorstandsvorsitzenden des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) liegt ihm das Thema natürlich besonders am Herzen.

„Spiele sind ein Gewinn für Köln und stärken unsere Sportfamilie. Wir merken jetzt schon, was dieser Gedanke auslöst. Die Investitionen in die Infrastruktur wird es nicht geben, wenn wir die Bewerbung nicht hätten. Deshalb bitte ich auch die Kritikerinnen und Kritiker, ihre Meinung zu überdenken“, appellierte der OB.

Bis zum 19. April haben es die Menschen in der Stadt in der Hand, darüber abzustimmen, ob KölnRheinRuhr beim DOSB als einer von vier Bewerbern ins Rennen geht, ehe am 26. September die Entscheidung fällt. „Ein klares Ja wäre ein Signal für den Sport in Köln. Wir in Köln ziehen nicht nur einen ganzen Zug, sondern einen ganzen Bahnhof für die Spiele.“

Oberbürgermeister Torsten Burmester bei der Präsentation des Kölner Sportjahrs.

Copyright: Arton Krasniqi

Oberbürgermeister Torsten Burmester unterstrich noch einmal die große Strahlkraft, die Olympische Spiele mit sich bringen.

Mit Moritz Müller, Kapitän der Kölner Haie, ist ein dreimaliger Olympia-Teilnehmer ein Befürworter der kölschen Bewerbung mit „Hätz un‘ Siel“. „Wir sind immer schnell dabei, Gründe zu finden, warum etwas nicht stattfinden sollte, das war auch jetzt wieder vor den Winterspielen in Mailand so“, sagte er. „Am Ende waren es sehr lebendige Spiele.“

Der Eishockey-Star hat schon als Kind begeistert Olympische Spiele verfolgt. „Das hat mich bis heute angetrieben, was ich da gesehen habe. Spiele sind auch eine Chance für den Nachwuchs, neue Vorbilder zu finden. Wir haben die Chance, Köln auf der ganzen Welt zu präsentieren, und sollten alles dafür tun, es auch wirklich zu tun.“

Blick in den Saal bei der Präsentation des Kölner Sportjahrs.

Copyright: Arton Krasniqi

Haie-Kapitän Moritz Müller (r.) war einer der Gesprächspartner, die zur Auftaktveranstaltung des Kölner Sportjahrs gekommen waren.

Auch Jean-Paul Danneberg, jüngster Welttorhüter der Hockey-Geschichte, schwärmte noch einmal von seinen Erlebnissen rund um die Silbermedaille 2024 in Paris. „Bei der Rückkehr hatte ich mit 100 Leuten am Bahnhof gerechnet. Aber der ganze Platz war rappelvoll und alle haben gejubelt. Bei den Spielen habe ich nicht viel geweint, aber da sind mir die Tränen gekommen“, sagte der 23-Jährige. „Das hat mir gezeigt, wie toll die Stadt ist.“

Bei einer Gesprächsrunde mit Moderator Konstantin Klostermann verwies auch Helmut Schaefer, der Vorsitzende des Stadtsportbundes, nochmals auf die Bedeutung der Abstimmung. „Die Situation an der Basis ist angespannt. Die Sportinfrastruktur ist in keinem guten Zustand. Die Chance, daran etwas zu verbessern, kommt auf absehbare Zeit nicht wieder. Daher dürfen wir sie nicht vergeben.“

Kölner Sportjahr 2026: Alle Termine im Überblick

  1. 21. März: Kölsche SportNacht
  2. 27. bis 29. März: Bernd-Best-Turnier – Rollstuhlrugby
  3. 18./19. April: Lidl Final4
  4. 26. April: Badminton-Landesmeisterschaften
  5. 8. bis 10. Mai: 5. Kanupolo Colonia Cup
  6. 14. Mai: DFB-Pokalfinale der Frauen
  7. 17. Mai: Rund um Köln
  8. 23. Mai: Bitburger Pokalfinale
  9. 30. Mai: Kölner Kindersportfest
  10. 30. Mai: Kick2Gether Euro-Cup
  11. 30. Mai: DFB-Pokalendspiel der Juniorinnen
  12. 30./31. Mai: Disc Days Cologne
  13. 4. Juni: Come-Together-Cup
  14. 5. Juni: Frauen-WM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Norwegen
  15. 4. bis 7. Juni: EatPlayLove Festival pres. Cologne Wakeboard Masters
  16. 5. bis 7. Juni: Deutsche Meisterschaft Rollstuhltennis
  17. 11. bis 14. Juni: Kölner Drachenboot-Festival
  18. 13./14. Juni: TruckScout24 EHF Final4
  19. 11. bis 12. Juli: BMX Cologne
  20. 25. bis 26. Juli: Deutsche Meisterschaft Slowpitch Softball
  21. 7. bis 9. August: Janus Queer Games
  22. 8./9. August: Muddy Angel Run & XLETIX Kids Run
  23. 20. bis 23. August: Nations Cup Cologne – Rollstuhlbasketball
  24. 6. September: Köln Triathlon
  25. 9. September: B2Run Köln
  26. 10. bis 12. September: 26. Deutsche Meisterschaft im Minigolf für Hörgeschädigte
  27. 19./20. September: Offene Kölner Rollstuhltennis-Meisterschaften
  28. 27. September: Preis von Europa – Galopprennen
  29. 4. Oktober: Generali Köln Marathon
  30. 3. bis 7. November: Internationale Deutsche Jugendmeisterschaft Boxen U18

Ähnlich argumentierte Norbert Leisten, der das Rollstuhlrugby-Turnier Ende März veranstaltet. „Die Kölner können zeigen, ob sie wirklich so supertolerant sind, wie sie immer gern behaupten. Es wäre toll, wenn wir durch Paralympische Spiele eine barrierefreie Infrastruktur bekämen und die Menschen dann Flagge zeigen.“

Sportdezernent Robert Voigtsberger sieht eine Welle der Sportbegeisterung, die ein Ja zur Bewerbung auslösen würde. „Vier Wochen Spiele direkt vor der Haustüre würden Menschen bewegen, aktiv zu sein.“

Das „Treppchen“ in Köln-Rodenkirchen (Archivfoto)

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