Der neue FC-Trainer macht gleich in den ersten Tagen einiges anders. Jetzt setzte René Wagner für die Kölner Spieler eine Frühschicht an.
Nach Geheim-TestWagner wirft Plan über den Haufen: Frühschicht für FC-Profis

Mit André Wagner (37) weht ein frischer Wind rund ums Geißbockheim. Der soll die Ängste und Sorgen wegwehen, aber den Spielern auch ein bisschen Dampf machen.
Am Mittwoch (25. März 2026) bat der Interimscoach, der nach der Entlassung von Lukas Kwasniok (44) übernommen hat, seine Profis zum Geheim-Test ins Rhein-Energie-Stadion. Es war ein internes Testspiel unter regulären Bedingungen. Alles ist gut über die Bühne gegangen und kein Spieler hat sich verletzt.
1. FC Köln: Training am Freitag schon um 9 Uhr
Wagner erklärte im Vorfeld: „Wir werden im Stadion unter Ausschluss der Öffentlichkeit spielen. Wir haben von der U19 Spieler hochgezogen und werden dann mit drei Schiedsrichtern, die extern dazukommen, damit wir nicht immer alles abbekommen, ein internes Spiel absolvieren.“
Wagner wollte sich unter Wettkampfbedingungen ein Bild von allen machen. Wer gibt jetzt Gas? Wer spielt befreiter auf? Für zuletzt gesperrte Spieler wie Jahmai Simpson-Pusey und Sebastian Sebulonsen gab es wertvolle Spielpraxis mit Blick auf das nächste Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt (5. April, 17.30 Uhr, Dazn und Liveticker auf EXPRESS.de).
Nach dem Test warf Wagner dann seinen ursprünglichen Wochenplan über den Haufen. Die eigentlich öffentliche Einheit am Donnerstag um 11 Uhr findet jetzt ebenfalls im Geheimen statt. Und am Donnerstag hat Wagner eine Frühschicht angesetzt. Die Spieler müssen bereits um 9 Uhr auf Trainingsplatz 1 stehen. Normalerweise wird erst nach 10.30 Uhr trainiert.
Als Erziehungsmaßnahme darf man die Frühschicht aber nicht bewerten. Wagner kommt den Spielern eher entgegen, denn wer früher beginnt, kann auch früher Feierabend machen. So können die Spieler in ein längeres Wochenende starten. Am Samstag und Sonntag ist auch trainingsfrei. Einige werden die Zeit von Freitagmittag bis Sonntagabend für einen Kurztrip nutzen.
Wagner hatte schon durchblicken lassen, dass er nach dem Aus von Kwasniok hauptsächlich auf gute Stimmung setzen will. Zahlreiche Profis hatten in den vergangenen Wochen so ihre Probleme mit Kwasniok. Die Stimmung innerhalb der Truppe soll jetzt wieder unbeschwerter werden.
„Wir wollen fokussiert und auch ein bisschen locker bleiben. Ich kenne die Leute, ich kenne auch die Macken der Leute. Da versuche ich, so zu kommunizieren, dass wir es alle gemeinsam machen können“, sagte Wagner.
Dennoch hat er Punkte, die er anpacken will: „Jeder Trainer, jeder Staff hat immer kleine Dinge, die verbessert werden können. Es ist meine Aufgabe, die jetzt zu suchen. Aber wir haben einen guten Plan Richtung Frankfurt. Und dann schauen wir mal, welche Stellschrauben sich noch finden lassen.“
Was die FC-Bosse um Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler (40) an Wagner besonders schätzen, ist seine Empathie und sein guter Umgang mit den Spielern.
Wagner wird in den kommenden Tagen auch viele Einzelgespräche führen: „Es gibt immer Jungs, die mit der aktuellen Situation unzufrieden sind. Aber es gibt auch Spieler, die super zufrieden waren. Um die gilt es sich auch zu kümmern. Spieler, die eine tragende Rolle gespielt haben, geht es vielleicht nicht so gut mit dem Trainerwechsel. Die wissen nicht, was passiert, ob sie noch die gleiche Position inne haben. Es gibt nicht immer nur Jungs, die mit einer breiten Brust rumlaufen, sondern ganz im Gegenteil, die sich jetzt Gedanken machen, was mit ihnen passiert.“


