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„Kenne die Macken der Leute“René Wagner: So will ich den 1. FC Köln retten

Am Dienstag sprach der neue Trainer des 1. FC Köln erstmals öffentlich. Nach dem Training gab er Einblicke in seine Herangehensweise. So will er den FC in der Liga halten.

Jeder kennt das Sprichwort: „Neue Besen kehren gut.“ Den Zusatz gibt es auch noch: „Aber die alten wissen, wo der Dreck liegt.“ 

René Wagner soll beim 1. FC Köln nach dem Aus von Trainer Lukas Kwasniok (44) jetzt neuer und alter Besen in einer Person sein. Der 37-Jährige übernimmt als Interimstrainer mit der Chance, einen langfristigen Vertrag beim FC zu bekommen. Doch dafür muss er die Mannschaft in den kommenden Spielen in der Liga halten.

René Wagner setzt in Köln auf Lockerheit und kleine Stellschrauben

Wagner übernimmt den FC nach zuletzt nur zwei Siegen aus 18 Spielen auf Platz 15 der Tabelle mit 26 Punkten. Auf Relegationsplatz 16 liegt St. Pauli mit 24 Punkten, dahinter Wolfsburg mit 21 Punkten. Heidenheim ist abgeschlagen Letzter mit nur 15 Zählern. Am Dienstag (24. März 2026) stellte sich Wagner erstmals der Öffentlichkeit vor. Nach dem Training sprach er über die letzten Tage und seine Ziele: So will ich den FC retten! Wagner über...

... seine neue Rolle: „Das ist noch sehr ungewohnt, ich versuche mich jetzt schnell dran zu gewöhnen und die Aufgabe zu erfüllen. Ich kenne die Mannschaft, ich kenne die Jungs. Ich war zweimal im Verein, ich kenne die Stadt – daher macht es mich auch stolz. Aber darum geht es jetzt gar nicht, sondern nur darum, eine Aufgabe zu erfüllen. Das ist jetzt das Ziel in den nächsten Woche.“

... seine Herangehensweise: „Wichtig ist es, jetzt Ruhe zu bewahren. Logischerweise wird von außen jetzt viel auf uns einprasseln. Ein Trainerwechsel ist ja normalerweise nie etwas Gutes. Für uns ist es jetzt wichtig, uns auf das zu fokussieren, was uns gegen Frankfurt (5. April, Anm. d. Red.) helfen kann.“

... seine eigene Chance auf einen langfristigen Vertrag in Köln: „Jetzt geht es darum, die Aufgabe zu erfüllen. Nichts anderes beschäftigt mich. Ich bin da relativ klar. Alles andere wird so kommen, wie es kommen soll. Ich habe die größte Chance, wenn alle anderen Erfolg haben. Das heißt: Ich kümmere mich jetzt darum, dass es den Jungs gut geht und dem Staff, und wir gemeinsam Spiele gewinnen.“

... einen neuen Impuls, den er setzen kann: „Wir haben ja meistens funktioniert, die Performance war gut an den Spieltagen. Bis auf vielleicht gegen Augsburg, wo es nicht ganz gepasst hat. Jeder Trainer, jeder Staff hat immer kleine Dinge, die verbessert werden können. Es ist meine Aufgabe, die jetzt zu suchen. Ich bin am zweiten Tag hier, da habe ich noch nicht alle gefunden. Aber wir haben einen guten Plan Richtung Frankfurt. Und dann schauen wir mal, welche Stellschrauben sich noch finden lassen.“

...die schon gefundenen Stellschrauben: „Wir wollen fokussiert und auch ein bisschen locker bleiben. Ich kenne die Leute, ich kenne auch die Macken der Leute. Da versuche ich, so zu kommunizieren, dass wir es alle gemeinsam machen können.“

... ob nötig ist, dass sich einige Spieler jetzt wieder freier fühlen: „Das Gefühl habe ich definitiv. Das bringt ein Trainerwechsel ja mit sich. Es gibt immer Jungs, die mit der aktuellen Situation unzufrieden sind. Aber es gibt auch Spieler, die super zufrieden waren. Um die gilt es sich auch zu kümmern. Spieler, die eine tragende Rolle gespielt haben, geht es vielleicht nicht so gut mit dem Trainerwechsel. Die wissen nicht, was passiert, ob sie noch die gleiche Position haben. Es gibt nicht immer nur Jungs, die mit einer breiten Brust rumlaufen, sondern ganz im Gegenteil, die sich jetzt Gedanken machen, was mit ihnen passiert.“

René Wagner (1. FC Köln) trägt Bälle über den Trainingsplatz am Geißbockheim.

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