Abo

Erster Trainer-Schuss danebenKessler übt Selbstkritik nach Kwasniok-Aus

Thomas Kessler versucht, Lukas Kwasniok festzuhalten.

Copyright: IMAGO/Jan Huebner

Thomas Kessler versucht Lukas Kwasniok nach der Pleite gegen den BVB zu beruhigen.

Aktualisiert:

Der 1. FC Köln hat Lukas Kwasniok nur neun Monate nach Amtsantritt entlassen. Der erste Trainer-Schuss von Thomas Kessler ging daneben. Der FC-Boss geht selbstkritisch mit der Situation um.

Das frühzeitige Aus von Lukas Kwansiok ist gleichzeitig auch ein Eingeständnis für Thomas Kessler, dass er im Sommer auf das falsche Pferd gesetzt hat.

Der allererste Trainer-Schuss seiner noch jungen Chef-Karriere – wenn man das erfolgreiche Kurzzeit-Intermezzo von Friedhelm Funkel ausklammert – ging daneben.

Kessler kannte das Risiko bei Kwasniok

Einen Vorwurf, den sich der Kölner Geschäftsführer gefallen lassen muss und mit dem er auch selbstkritisch umgeht. „Ich würde lügen, wenn ich jetzt sagen würde, dass ich zufrieden damit bin, dass wir uns jetzt von einem Trainer trennen mussten“, sagte Kessler nach dem Rauswurf von Kwasniok.

Das Risiko, das Kessler im Sommer gegangen ist, hat sich nicht bezahlt gemacht. Denn der Köln-Boss wusste bei der Verpflichtung durchaus, dass es ein Wagnis sein würde, Kwasniok zu holen.

In der Gesamtanalyse hieß es damals sinngemäß: Sportlich sei er in der Bewertung über die meisten Zweifel erhaben, aber abseits des Platzes habe er „so seine Themen“. Die waren auch Kessler bekannt, er traute sich damals allerdings zu, diese in den Griff zu bekommen.

Anfangs schien der Plan auch aufzugehen. Kwasniok brach alte Strukturen auf, traf wie von ihm verlangt auch die eine oder andere unbequeme Entscheidung, um den Umbruch voranzutreiben, und holte gleichzeitig die nötigen Ergebnisse.

Als diese dann nach dem Derby-Hinspiel ausblieben, kam Kwasniok vom Kurs ab. Er wirkte zunehmend unglücklich in den Entscheidungen und der Kommunikation nach innen und außen. Vor den Augen der Öffentlichkeit entglitt er dem Verein, bis Kessler die Reißleine ziehen musste.

Nun muss er sich eingestehen, dass das Projekt mal wieder viel schneller gescheitert ist, als erhofft. „Natürlich werde ich mir in der Rückbetrachtung Gedanken machen, was man hätte anders machen können, damit es nicht zu diesem Punkt kommt“, sagt der FC-Boss.

Mit Kwasniok wurde bereits der zehnte Trainer seit der Ära Stöger verbrannt, dabei ist Kontinuität laut Kessler „das, was sich jeder Klub wünscht. Das ist mir in diesem Fall nicht gelungen“, gibt Kessler zu. Er sagt aber auch: „Das, was über Kontinuität steht, ist dieser Klub.“

Training beim 1. FC Köln mit Eric Martel, Jan Thielmann, Marius Bülter und Trainer René Wagner (v.l.).

Vor brisantem Duell

Diesen Tipp gab Baumgart dem neuen FC-Coach Wagner