Fan-WutFC-Präsident stärkt Wagner den Rücken: „Das verstehe ich nicht“

Die Stimmung rund um den 1. FC Köln ist aktuell auf einem Tiefpunkt. Präsident Jörn Stobbe hat Trainer René Wagner jetzt aber den Rücken gestärkt.

Fünf Pflichtspiele sind in der neuen Saison erst gespielt. Der 1. FC Köln steht in der 2. Runde des DFB-Pokals und in der Bundesliga mit vier Punkten aus vier Spielen auf Platz 13.

Die Stimmung ist trotzdem am Tiefpunkt. Der Grund: die mehr als dürftigen Leistungen unter Trainer René Wagner. Der 38-Jährige ging bereits mit einem Rucksack in seine erste Spielzeit als Chefcoach. Als Interimstrainer hatte er den FC in der vergangenen Saison zwar zum Klassenerhalt geführt, die Leistungen ließen da aber auch schon zu wünschen übrig.

Jörn Stobbe: „Da legt René eine extrem hohe Punktzahl hin“

Trotzdem hielt Geschäftsführer Thomas Kessler (40) am Trainer-Neuling fest, zeigte Vertrauen in seine Fähigkeiten. Bei den Fans genießt er dieses Vertrauen allerdings nicht, das ist gerade aktuell stark zu spüren. Das erklärten auch EXPRESS-Reporter Jürgen Kemper und KStA-Sportchef Christian Löer in der neuesten Folge des FC-Podcasts „Wir waren klar besser“.

Im Verein ist die Rückendeckung allerdings weiter ungebrochen, das unterstrich FC-Präsident Jörn Stobbe (60) am Montag (21. September) noch einmal mit Nachdruck.

Ist bei den Fans mit Wagner einfach mehr Geduld gefragt? „Ja, ganz klar. Das mit dem Trainer ist so lange ich denken kann ein Thema. Mal ist er zu jung, mal zu alt. Du musst ja Kriterien anlegen und als wir mit René verlängert haben, haben wir uns gefragt: Was muss ein FC-Trainer können in dem Umfeld? Da fallen dir dann 20 Sachen ein und die musst du gewichten. Und da legt René eine brutal hohe Punktzahl hin“, sagte er im Podcast „Dreierkette Köln“.

Laut Stobbe hätte der FC im Sommer auch einen erfahrenen Trainer holen können, der zwar viel teurer gewesen wäre, den sich der Klub aber hätte leisten können. Aber auch erfahrene Trainer wurden laut Stobbe bereits fünfmal im Schnitt rausgeworfen: „Wenn du dich da erkundigst, warum die rausgeworfen wurden, kommt bei jedem erfahrenen Trainer raus, dass das nicht alles Gold ist. Es gibt ja nicht DEN Trainer. Sonst hätten wir uns den schnitzen müssen.“

Hier könnt ihr euch die neue Folge des FC-Podcasts „Wir waren klar besser“ anhören:

Warum dann die Entscheidung pro Wagner im Sommer? „Bei René ist es ganz klar so, dass wir glauben, dass die Punkte, in denen er nicht die volle Punktzahl abräumt, dass er die noch nachbessern kann. Mit jedem Spiel kommt mehr Erfahrung bei ihm dazu.“

Zu Saisonbeginn gelang Wagner mit seiner Mannschaft direkt ein Comeback-Sieg gegen die TSG Hoffenheim. Es folgte allerdings die 1:4-Klatsche in Stuttgart, das dürftige 1:1 gegen Bremen und zuletzt die mehr als unnötige 1:2-Pleite beim vorherigen Schlusslicht Hamburg. Jedes Mal zeigte der FC in den Spielen zwar gute Phasen, das reicht aber bekanntlich nicht, um ein Bundesligaspiel nach 90 Minuten zu gewinnen.

Deswegen weiß auch Stobbe, dass Wagner und der FC unbedingt wieder gute Ergebnisse brauchen: „Jetzt müssen wir natürlich schauen, dass wir die Ergebnisse kriegen, weil dann hört so eine Diskussion schnell auf.“

Dass sich die FC-Fans seit langer Zeit bereits in einer Dauerdepression befinden, wollte der 60-Jährige nicht so sehen: „Einer meiner schönsten Tage war der Sieg gegen Hoffenheim, oder auch die Verlängerung mit Said El Mala. Da war eine Euphorie da. Die war aber ungefähr so lange wie beim Aufstieg, da hatten wir uns gefühlt auch nur vier Stunden gefreut. Das verstehe ich nicht. Wir können sonst so schön feiern und uns freuen.“

Nach der XXL-Länderspielpause steht direkt ein echter Kracher an: Am 11. Oktober (15.30 Uhr/DAZN und im EXPRESS.de-Liveticker) kommt Borussia Mönchengladbach zum Derby ins Rhein-Energie-Stadion.

Stobbe will deswegen nicht auf die schlechten Ergebnisse zurückschauen, sondern richtet den Blick in die Zukunft: „Lasst uns nach vorne Richtung Derby schauen. Mit einem Derbysieg hätten wir sieben Punkte Vorsprung vor Gladbach. Das hätte doch was.“

Aber genau dieses kleine Wort „hätte“ begleitet die FC-Fans schon seit langer Zeit. Bleibt zu hoffen, dass sie sich nach dem Derby nicht schon wieder die Frage stellen müssen: „Was wäre gewesen, wenn ...“